18. Mai 2012
Jeder denkt natürlich sofort an die Begegnung Berlin versus Düsseldorf und verliert die eigentlichen Skandalspiele aus den Augen, denn der Gipfel der reichen und mächtigen Staaten, trifft sich in Camp David und die ersten Punkte auf der Agenda sind Wirtschaft, Geld und noch einmal Geld. Letzter Punkt, der Hunger in Afrika! Schön, dass sie auch daran denken, mag man sich sagen und legt sich, gewissensberuhigt, zu Bett. Wenn der Magen übervoll ist, denkt man nur noch an die kostengünstigste Variante zur Füllung des Benzin-Tankes. Brot in den Tank, statt Brot für die Welt, darauf muss man erst einmal kommen! Verursacht grenzenlose Mobilität, grenzenlose Debilität?
Wenn wir uns in den ärmsten Ländern dieser Welt Wohlfühloasen schaffen, da sie uns nur eines voraus haben, nämlich das Klima, zäunen wir uns wohlweislich ein, denn das Elend wäre das Letzte, das wir in unseren kostbarsten Tagen des Jahres gebrauchen könnten.
Wir werden die Fußball-EM in Ländern austragen, die die Menschenrechte mit Füßen treten. Wir haben die WM in Afrika ausgetragen, ohne uns über die fernere Zukunft dieser Länder auch nur für 5 Pfennig-heißt es jetzt eigentlich Cent? -Gedanken zu machen.
Denken wir überhaupt?
Jeder normale Mensch würde in einen Schreikrampf verfallen, wenn er die Weltfinanzherrschaft mit Sinn und Verstand verfolgt. Pausenloses Kotzen wäre angesagt, wenn wir in unsere Feriendomizile fliegen. Die Menschen dort sind ja so nett, aber warum? Weil ihnen das Wasser bis zum Halse steht. Weil sie um die Sympathie der Touristen buhlen müssen, damit sie nächstes Jahr unbedingt wieder kommen.
Größtmögliche Mobilität verursacht größtmögliche Debilität, besonders bei den Fernreisenden. Glauben wir allen Ernstes, wir bekommen einen Eins zu Eins Umsatz der jeweiligen Kultur?
Wie verblendet kann man eigentlich sein?
Aber ich war ja noch beim Skandalspiel.
Wohl geht es dem Lande, das sich um eine Wiederholung eines Relegationsspieles Gedanken machen darf und, wo es die Hauptnachricht des Tages sein kann.
Wir sind so übersättigt, dass wir uns nur mit den Grillen in unserem Kopf beschäftigen wollen und können.
Wenn ich darüber nachdenken muss, wie ich mein Kind am heutigen Tage satt bekomme, mache ich mir keine Gedanken um ein Fußballspiel.
Wenn ich nicht weiß, ob ich den morgigen Tag überlebe, kommt mir so etwas wie Fußball überhaupt nicht in den Sinn. Millionenschwere Fußballspieler sind der Beweis für die allgemeine Dekadenz der westlichen Welt. Die Footballspieler in den USA prallen sich das Gehirn zu einer Einheitsmatsche, die aber hoch bezahlt wird. Man geht eben an die Grenzen seines Körpers für ein Spiel!!!
Ich spreche hier nicht von den Grenzen des Geistes, denn die scheinen lange schon überschritten zu sein, denn welcher vernunftbegabte Mensch würde diese Schieflage der Menschheit tolerieren?
Affen im Affenkäfig, mehr sind wir nicht.
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16. Mai 2012
Wer jemals im Zweifel darüber war, ob die Zeiten des rasenden Mobs vorbei sind, wurde gestern beim Spiel Berlin gegen Düsseldorf eines Besseren belehrt. Wie eine Tsunamiwoge überschwemmten die Fans von Düsseldorf den Platz und genau wie bei einer derartigen Naturkatastrophe, war jedes entgegen stemmen sinn- und nutzlos. Mir haben die Bilder des Spieles eine Heidenangst eingejagt, weil ich sie über den Fußballrasen hinaus extrapoliert habe.
Was ist, wenn „Occupy wall street“ auch zu so einer Todeswelle eskaliert? Die Banker in Frankfurt mussten heute bereits in sicheren Räumen untergebracht werden, wenn sie nicht von vorne herein ihre Arbeit von zu Hause aus erledigen durften. Was, wenn die linksradikalen Griechen sich einfach nehmen, was ihnen ihrer Ansicht nach zusteht? Was, wenn die Hungernden dieser Welt, diesen Zustand einfach nicht länger hinnehmen wollen? Die Liste des „Was wäre“ ist endlos zu erweitern…
Wenn ein Mensch sich einem tobenden Mob anschließt, geht er als erstes seiner individuellen Menschlichkeit verlustig-, was überhaupt nicht lustig ist. Die Vernunft geht unter im Rausch der Besinnungslosigkeit und eben noch leicht gekräuseltes Wasser wird zum wütenden Orkan. Keine Naturgewalt kann da mithalten, wenn der Mob sich einig ist. Wir reden ja in letzter Zeit sehr viel von Schwarmintelligenz, die im Tierreich vielleicht noch anzutreffen ist, beim Menschen aber komplett zu versagen scheint.
Der Warnzeichen sind viele: Brennende Autos in Berlin, brennende Städte in Frankreich und England, was wir aber kollektiv-Schwarmintelligenz(!)- verdrängt haben. Die Ordnungskräfte aller Länder sind einer Gewaltexplosion schutz- und hilflos ausgeliefert und, der Einsatz des Militärs im Inneren, wird zu einer Option, die man, in diesem Falle, zumindest ins Kalkül ziehen muss.
Schöne neue Welt!
Aber ich war ja noch beim Fußball.
Mir ist vollkommen schleierhaft, wie es möglich ist, das dermaßen viele Bengalische Feuer-durch den Masseneinsatz, bereits zu Bengos abgekürzt-den Weg in ein Stadion finden. Der Einsatz von Nacktscannern an den Eintrittspforten scheint nicht mehr in allzu weiter Ferne zu liegen. Müssen jedem Schiedsrichter und jedem Spieler in Zukunft zwei Bodyguards zugestanden werden? Die Herthaner hatten jedenfalls eine Heidenangst davor, auf den Rasen zurück zu müssen, denn Lynchjustiz lag in der Luft! Wenn man den schwachsinnigen Grund für diese Raserei- es ging schließlich nur um den Aufstieg in die erste Bundesliga- mit ins Kalkül zieht, sollte nicht nur den Spielern, Angst und Bange geworden sein.
Jetzt wird erst einmal in aller Ruhe analysiert, diskutiert und deeskaliert-es hätte sich ja schließlich nicht um Gewalt, sondern um überschäumende Freude gehandelt, wie ein Verantwortlicher im Fernsehen verlautbaren ließ-. Außerdem wären keine Verletzten zu beklagen gewesen!! Demzufolge wird einfach nur abgewartet, bis etwas wirklich Ernsthaftes passiert. Wenn man sein Wahlvolk bevorzugt im Stadium der Verblödung halten will, muss man sich nicht wundern, wenn es ausschließlich blödsinnig reagiert. Einen schönen Gruß an die Politiker!
Wie sehr das Volk nach Klartext giert, erkennt man an den Worten Seehofers aus dem Off. Klartext wäre hingegen auch: „Wenn ihr hier Randale macht, zahlt ihr den Polizeieinsatz aus eigener Tasche!“
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15. Mai 2012
Wer braucht sie nicht?
Die Bayern, für das Champions-League Spiel am Samstag, brauchen jemanden, der ihnen zeigt wie man einerseits Tore erzielt und andererseits Gegentore verhindert, was zwei Dinge auf einmal sind, also fast an der Grenze zur Aufnahmefähigkeit eines Fußballerhirns. Es soll übrigens Fans gegeben haben, die fünfstellige Summen für Karten auf dem Schwarzmarkt zu zahlen bereit waren. Da wäre doch wirklich Nachhilfe in Bezug auf vernünftige Geldanlagen angebracht, und zwar in dem Maße, wie es auch für Banker erforderlich ist.
Seehofer braucht Tipps zum Thema Kamerasignallicht, um zu unterscheiden, ob sie ein- oder ausgeschaltet sind, wobei man Politiker im allgemeinen darüber in Unkenntnis lassen sollte, ob sie „auf Sendung“ sind, denn dann bekäme man endlich einmal die ungeschminkte Wahrheit zu hören, wie der Fall Seehofer beim Interview im „Heute Journal“ beweist. Vielleicht sollte man sogar „Undercover-Journalisten“ einsetzen, die als Normalbürger getarnt, Politiker unverbindlich in ein Gespräch verwickeln, das dann natürlich aufgenommen wird. Die Piratenpartei hätte sich flugs erledigt, denn mehr Transparenz brächten selbst sie nicht zustande.
Aber ich war ja noch bei der Nachhilfe.
Wer ist eigentlich noch in der Lage, sie überhaupt zu geben? Obwohl der Bedarf, egal in welchen Bereich auch immer, immens ist, findet sich weit und breit unter den oberflächlichen Fachidioten, kein Universalgenie mehr, das über den Tellerrand zu schauen bereit wäre und den Überblick über das alltägliche Klein-Klein behalten könnte. Die Spezialisten sind derart spezialisiert, dass sie sich in ihrem eigenen Fachgebiet verirren, wobei Otto Normalverbraucher immer noch annimmt, er könne sich auf deren Meinungen und Aktivitäten verlassen, obwohl bei näherem Hinsehen nichts weiter produziert wird als heiße Luft, die zusätzlich auch noch „bis zum Himmel stinkt“. Den anderen das Denken zu überlassen, ist mehr und mehr in Mode gekommen, ein Faktum, das dem alten Kant schon übel aufgestoßen war.
„Selber denken macht schlau.“ Da wird lieber in sinnloses Hirnjogging, Sudoku lösen und dergleichen Mumpitz mehr, Zeit und Mühe investiert, als sich einmal mit Sinn und Verstand die Nachrichten anzuhören, sich in politischen Blogs herum zu tummeln und seine eigenen Schlüsse aus dem Zustand unserer Welt zu ziehen. Vielleicht vermeiden wir ein derartiges Vorgehen, weil dann nämlich eine unangenehme Wahrheit zutage träte, die da lautet: „Wir werden nach Strich und Faden verarscht-sorry, aber es gab kein anderes Wort, das besser gepasst hätte-.“
„Denk ich an die Weltlage in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht“, um Heinrich Heine einmal frei zu zitieren. Da ist einem doch der Nachtschlaf wichtiger!
Es scheint eine allzu menschliche Eigenschaft zu sein, solange zu verdrängen, bis einem das Wasser buchstäblich bis zum Halse steht. Die Griechen jedenfalls wissen ein Lied davon zu singen. Aber Griechenland ist noch weit genug weg, wie wir irrtümlich meinen, denn es gehört zu Europa, zu dem wir schließlich auch gehören. Da werden doch lieber fünfstellige Summen für ein europäisches Fußballmatch, zwecks Ablenkung, ausgegeben als sich mit der gesamteuropäischen Lage auseinander zu setzen.
„Brot und Spiele“, das gewaltige Ablenkungsmanöver der Römer, um die Bevölkerung dumm und stumm zu halten, hat noch nie besser funktioniert als in unseren Zeiten.
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14. Mai 2012
Einzig in Dortmund erlebte Schwarz-Gelb einen rauschhaften Sieg, während es bei den Landtagswahlen in NRW für die schwarz-gelbe Truppe eher nicht so gut lief. Da die Wahlen genau am Muttertag anstanden, hatte sich Röttgen wohl gedacht, er schenkt der amtierenden Landesmutter, etwas selbst gebasteltes, und so war er lange vor dem Wahltermin schon bemüht, einen Lorbeerkranz für Rot-Grün zu binden. Wer geht auch schon nach Düsseldorf, wenn er Berlin in der Hinterhand weiß? Irgendwie scheint sein Kalkül nicht aufgegangen zu sein, denn, wer das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten in NRW erzielt, scheint denn auch in Berlin nicht mehr so recht willkommen zu sein.
Die FDP hatte gerade noch die Kurve gekriegt und das Milchbübchen an der Parteispitze gegen einen spätpubertierenden Teenager ausgetauscht, was altersmäßig bereits einen Fortschritt bedeutet, der vom Wähler durchaus gewürdigt wurde.
Aber ich war ja noch beim Muttertag. Bei Hannelore Kraft hat man den Eindruck, sie würde auf der Stelle ihrem Still-BH öffnen, um die gesamte Landesbevölkerung an ihre Brust zu nehmen, was am Ehrentag der Mütter natürlich so gut ankam, dass sie ihr Stillgebiet 2013 als mögliche Kanzlerin ausweiten soll, denn, alles, was recht ist, eine selbstlos säugende Amme ist Angela nun gerade nicht. Der Kurs der kleinen, aber machtgewaltigen Schritte, soll demnach einem mütterlichen Kuschelkurs weichen. Da können wir einmal sehr gespannt sein, ob die Stones-Steinmeier und Steinbrück-und Gabriel vom überfließenden Busen erdrückt werden.
Aber zurück zum eigentlichen Thema, dem DFB-Pokalspiel, bei dem unser aller Bundespräsident Gauck in sein erstes Fettnäpfchen getreten ist, indem er sich allzu offensichtlich für die Dortmunder gefreut hat, macht aber gar nichts, da wir beim Spiel der Bayern gegen Real in München, ausnahmslos Bayernfans sein werden. Selbst die Dortmunder sollten bis dahin wieder einigermaßen nüchtern sein, um sich in diesem nationalen Fanclub einzureihen. Wer sich den Trubel in Dortmund mit Sinn und Verstand angesehen hat, weiß, wo alle die Wähler abgeblieben sind, die nicht gewählt haben. Vielleicht wäre es gar nicht so abwegig, die Parteien bei der nächsten Wahl, in einem Fußballspiel gegeneinander antreten zu lassen, denn Bundesligaclubs haben den Dreh heraus, wie man Massen mobilisiert. Es wäre auch möglich, mit dem Facebook-Like-Button zu operieren, denn dann würden die Wähler von den Parteien dort abgeholt, wo sie sich sowieso schon befinden.
Mir ist schon seit längerem schleierhaft, worauf sich die Politiker weiterhin noch etwas einbilden, wenn die Wahlbeteiligung bei unter 60% liegt. Jeder, der siegesbewusst sein Lächeln und seinen Triumph vor den Kameras zur Schau stellt, sollte eigentlich in Sack und Asche gehen und sich fragen, warum das Wahlvolk den Blick mit Grauen abwendet. Da geht es doch lieber zu einem Fußballspiel, anstatt zur Wahlurne, denn dort wird noch ehrlich gekämpft, hoffe ich zumindest.
Im Prinzip ist keiner von den immer gleichen Nasen Wahlsieger, doch die Kunst des Schönredens ist in diesen Kreisen zu einer Virtualität gelangt, dass unsereins nur staunen kann.
Da wird Partei um Partei durch Nichtbeachtung abgestraft und sie bekommen es noch nicht einmal mit! Der Fußball finanziert sich durch die Fans, die auch persönlich anwesend sind. Vielleicht sollte man die Einführung dieses Konzeptes bei der Parteienfinanzierung einmal gründlich durchdenken.
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11. Mai 2012
Wir sind zu Eisheiligen, Scheinriesen und Schauspielern unserer selbst geworden. Gerade heute Morgen habe ich beschlossen, nur als Kritiker im großen Welttheater zu wirken, denn Engagement, Ideale, und hehres Streben sind auf die hintersten Plätze verschoben worden.
Nehmen wir doch einmal das Casting der Politiker, das nicht sehr effizient ist, wenn es darum geht, die größten Fachleute in Position zu bringen. Auch dort werden die dümmsten Flachpfeifen weiter kommen, wenn sie nur sehr sympathisch Lächeln und hohle Phrasen von sich geben. Ehrlichkeit und eigenständiges Denken würde sie sofort in die letzte Reihe katapultieren. Zwar habe ich in den letzten Wochen aus dem Fernseher erfahren, dass Politiker nichts mehr wollen, als eine scharfe Kante, die natürlich gar nichts bringt, wenn man sie in die Pulsader der Integrität rammt.
Aber ich war ja noch beim Theater. Der Regisseur der Weltbühne gehörte als erstes aussortiert, zumal es sich nicht um eine lebend atmende Person handelt, sondern um eine Sache, nämlich Geld.
Geld lässt die Akteure auf der weltweiten Bühne, hektisch und losgelöst von jeglichem Sinn, tanzen wie es den Moneten eben gefällt.
Die Theaterbeleuchtung richtet sich nicht auf diejenigen, die bei dieser Aufführung nur eine Nebenrolle spielen-die Vergessenen, wenn man so will-, sondern auf die Hauptdarsteller, die ihre Rolle anscheinend bereits mit der Muttermilch aufgesogen haben. Zombies, eben, und darum wirkt die Vorstellung eiskalt und jenseits allen Lebendigen.
Das Stück, das hier gespielt wird, ist unzählige Jahre alt. Es scheint nicht langweilig zu werden, obwohl eine stückweise Annäherung an den wirklichen Menschen angebracht wäre.
Geben wir es doch zu! Wir wähnen uns ständig auf einer Bühne, was das Tragen einer Maske unbedingt erfordert. Im Schlaf, in den dazu gehörigen Träumen , und ebenso in seltenen stillen Momenten, ahnen wir, dass etwas vollkommen aus dem Ruder läuft, was wir zurzeit nicht beim Namen nennen können, oder wollen, denn mit einem Mal bräche ein Großfeuer im antiken Theatersaal aus, dessen Auswirkungen nicht vorher gesagt werden können. Da bleiben wir doch lieber im Dunklen und überlassen das helle Scheinwerferlicht denjenigen, die sowieso auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen scheinen.
Es wird nicht mehr interagiert, es wird zunehmend diktiert, oben von den Brettern aus, die die Welt bedeuten sollen.
Keiner von uns verlässt vorzeitig den Theatersaal, obwohl das Stück abgedroschen und fern jeder Wahrheit ist.
Was machen wir, wenn der Vorhang fällt? Was machen die Schauspieler des Weltgeschehens, wenn ihre Vorstellung abrupt beendet wird?
Die Erde empfindet sich nämlich nicht als Bühne und macht unsere Spielchen nur noch kurze Zeit mit.
Da haben wir eine erbarmungslose Kritikerin des Stückes, das wir Leben nennen, denn, auch wenn sie noch stille schweigt, wird sie gnadenlos jeden Fehltritt von unserer Seite aus ahnden.
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10. Mai 2012
Pancratius, Servatius und die kalte Sophie verderben uns so richtig den Spaß am frühen Sommer, obwohl sie, kalendarisch betrachtet, noch gar nicht an der Reihe sind.
Hier liegt der Knackpunkt, denn wir haben die Naturgesetze nach unserem Weltbild erschaffen und dem Universum quasi übergestülpt. Im Allerkleinsten stimmen die physikalischen Gesetze nachweisbar überhaupt nicht. Was uns eigentlich eine Lehre erteilen müsste, im Bezug auf alle Erklärungsversuche, was das woher und wohin bestimmt. Einstein behauptete zwar: „Gott würfelt nicht!“, aber die neuen wissenschaftlichen Experimente beweisen glatt das Gegenteil. Egal, ob Kosmologie oder Evolution oder Genetik, je mehr wir darüber erfahren, desto weniger wissen wir. Die Naturwissenschaftler, jedenfalls, weigern sich, den Faktor des Zufalls zu akzeptieren. Variation lehnen sie im Großen und Ganzen ab, denn der Zufall passt leider nicht in eine exakte Gleichung. Was immer die Wissenschaft auch heraus findet, sie wird unweigerlich an einem Punkt ankommen, an dem kein anderes Hilfsmittel bleibt als Philosophie.
Leider ist, aufgrund von Spezialistentum, eine Kommunikation untereinander beinahe unmöglich geworden. Die Zeit der Universalgenies ist lange schon vorbei, dabei würde es vollkommen ausreichen, wenn die Honoratioren endlich von ihrem einsamen Thron hinab steigen und zugeben würden, dass ihr Fachbereich an eine Grenze gestoßen ist, die nur durch Zusammenarbeit mit den –auch noch existierenden-Fachbereichen zu überwinden ist.
Wohin läuft alles hinaus? Sind es die Naturwissenschaften, oder die Geisteswissenschaften, die uns letztendlich unser Sein erklären werden? Eine Kombination aus beiden wäre angebracht, weil Gott eben doch würfelt und über unseren Ausschluss des Zufalls, herzlich lacht.
Wenn ich morgens aus dem Haus gehe, weiß ich nicht, und kann es auch nicht wissen, ob ich abends heil zurück kehre, dennoch gehe ich fröhlich hinaus.
Das Universum ist nicht determiniert, denn ansonsten würde es uns einen ewig gleichen, mit der Zeit äußerst langweiligen Film vorspielen. Es funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie, wenn ich morgens aus dem Haus gehe…..
Aber ich war ja noch bei den Eisheiligen.
Selbst diese Drei richten sich nicht nach unseren Vorgaben, ebenso wie es das Wetter, das Klima, unser Sonnensystem und das Universum erst recht nicht tut.
Sehen wir es doch endlich ein, wir sind zu klein und zu unwichtig, um alles verstehen zu können, trotzdem sind wir getrieben, alles um uns herum, zu erforschen und zu katalogisieren.
Wer oder was treibt uns da an?
Hier prallt Glauben mit voller Breitseite auf die Physik und die Chemie. Alles, was wir uns denken können, sind Denkmodelle, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wie in Platons Höhlengleichnis geben wir uns immer noch mit den Schatten von Schatten zufrieden, wobei dieses eigentlich ein Hilfskonstrukt ist, bis wir uns endlich auf die Suche nach der Wahrheit begeben. Das mit Axiomen vernebelte Gehirn ist dazu verdammt, ewig auf derselben Stelle zu treten. Öffnen heißt das Zauberwort! Sich für alles zu öffnen, auch wenn es im Moment irrsinnig scheint, es öffnet uns eine Tür, der noch etliche folgen werden.
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9. Mai 2012
Dies ist keine Übung! Dies ist auch kein Scherz, denn dieser Tag wird bei den Briten schon lange gefeiert. Unter dem Akronym LSMD, also lost socks memorial day, wird hier ein Fest des Verlustes gefeiert. Wo gehen die verlorenen Socken hin? In ein Sockennirvana? Jedenfalls wies dieses Problem schon einige Auswirkung in Bezug auf meine Ehe auf. Wenn ich nämlich Sockenmemory spiele und alle Einzelsocken nach dem Prinzip: Wo habe ich diese Socke schon einmal gesehen? , im ganzen Haus verteile, sodass man um Socken einfach nicht herum kommt, wird mein Gatte schon ein bisschen unleidlich. Auch der magische Sockenzirkel wird von ihm nicht ausreichend gewürdigt. Dieser Sockenzirkel besteht darin, vor der Wäsche die Socken nach dem Prinzip der paarweisen Chromosomen, rund um mich herum im Kreis auszulegen, um sie anschließend mit seinem Partner, aneinander zu heften. Dieser theoretische Ansatz, bewahrheitet sich in der Realität nicht, denn die Waschmaschine, bzw. der Wäschetrockner werden Ihnen einen zusätzlichen Einzelsocken bescheren. Socken scheinen sich mitotisch zu vermehren, bevor sie einem Wasch-oder Trockengang unterzogen werden, denn dann schalten sie augenblicklich auf Meiose um. Die Meiose ist, wie man weiß, oder auch wissen sollte, eine Reduktionsteilung. Vielleicht streben die Socken die Variabilität an, die von der Evolution vorgegeben ist. In diesem Sinne sollte man stets zwei ungleiche Socken tragen, damit irgendwann dieses Individualitätsstreben heraus gemendelt wird. Man könnte auch gentechnisch veränderte Socken einsetzen, denen ihr Streben nach allein sein, durch intensive Züchtung ausgetrieben wird.
Aber ich war ja noch beim LSMD.
Wie gut es uns in Europa immer noch geht, erkennt man daran, dass so ein sinn- und nutzloser Tag in den Medien erwähnt wird. Hätte ich heute Morgen nicht den Fernseher laufen lassen, wäre mir dieser Festtag glatt entgangen.
Eindeutig wird jedenfalls an dieser Stelle aufgezeigt, dass wir weit mehr verloren haben, als unsere Socken. Wir sind zu einer Spaßgesellschaft verkommen, die Kant, hätte er diesen Tag mitbekommen, direkt in den Wahnsinn getrieben hätte.
Man stelle sich vor, die großen Geister vergangener Epochen hätten sich ausschließlich mit diesem Problem auseinander gesetzt, was, wie ich gerade bedenke, so schlecht nicht gewesen wäre, denn vielleicht hätte dann die Quantenphysik eher Einzug gehalten, da sie ja darauf beruht, dass man niemals den Ort und den Weg von Teilchen präzise ermitteln kann. Ist eine Socke demzufolge ein Quant?
Welche kosmischen Auswirkungen wird das Prinzip „Sein oder nicht sein“ der Socken noch haben?
Tragen die Socken letztendlich dazu bei, dass wir Paralleluniversen nachweisen können?
Man weiß es nicht.
Der Tipp im heutigen Morgenmagazin, man solle sich nur individuell gleichartige Socken zulegen, löst das Problem nicht, denn wir werden trotzdem eine ungleiche Menge von Socken erhalten. Hier ist natürlich wieder die Gentechnik gefragt, denn nur sie allein ist in der Lage, Socken zu klonen. Man müsste diesen Vorgang marktreif machen, denn der Bedarf an geklonten Socken ist gewaltig.
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8. Mai 2012
Männer, euch geht es an den Kragen, denn über Pfingsten kann man bei einem guten-und sehr netten Bekannten- von mir, lernen, wie aus einer Couch-Potato wieder ein richtiger Kerl wird, denn die wahre Natur des Mannes ist wild.
Es sollen wieder Prinzen erschaffen werden, die die Prinzessin retten und beschützen, was, wenn wir ehrlich sind, meine Damen, ein tief verschütteter Wunsch aller Frauen ist. Statt männlich-weibliche Zwitterwesen zu sein-anders kann man sich in der Berufswelt nicht durchsetzen-wollen wir doch nicht mehr, als endlich unsere Weiblichkeit in die Waagschale werfen. Da draußen sind noch jede Menge Drachen, die darauf warten, bekämpft zu werden, während Mann-alle seine Energien auslebend-vor dem Fernseher hockt und sich die Sportschau ansieht. Warum es das Höchste für alle Unsportlichen ist, die Aktionen der Sportlichen minutiös zu verfolgen, ist hiermit gelöst. Mann schickt Vertreter in das Schlachtfeld, sodass aus eigentlichem Kampf nur noch anfeuern wurde.
Die Emanzipation der Frau hat die Prinzen endgültig abgeschafft. Die muskelbepackten Resultate der „Mucki-Buden“ stellen sich nur noch zur Schau, anstatt diese Muskeln auch einzusetzen. Zwar bevorzugen Frauen, um die Zeit des Eisprunges herum, eher den machomäßig daher kommenden Typen, aber der Flächeneinsatz der Antibabypille unterdrückt diesen zuverlässig bei einigen dieser Präparate, sodass Frau gefühlsmäßig eher auf den Softie steht und sich nach Absetzen der Medikation zwecks Kinderwunsch, nicht genug darüber wundern kann, warum sie sich einen Kuschelbären ins Haus geholt hat.
Der große Fehler unserer Epoche ist die „Gleichmacherei“! Frauen sind eben nicht wie Männer, ein hoher I.Q. ist eben nicht wie ein niedriger zu behandeln, unsere Vorstellungen von Demokratie entsprechen eben nicht den Vorstellungen anderer Kulturen, und mein persönliches Glück ist eben nicht mit dem meines Gegenübers gleich zu setzen. Es heißt zwar: „Niemand ist eine Insel“, trotzdem kann man aus der Menschheit nicht einen einzigen, großen Kontinent machen.
„Alles über einen Kamm zu scheren“ hinterlässt große Verwirrung bezüglich der Rolle, die wir tief in unserem Inneren einzunehmen wünschen. Teilweise sind diese Wünsche bereits dermaßen verschüttet, dass sie gar nicht mehr empfunden werden, denn der Main-Stream reißt unbarmherzig alles mit in seinen Abgrund.
Aber ich war ja noch bei den Männern.
Zur Schau getragene Männlichkeit bekommt es sofort mit zahlreichen Frauenbeauftragten zu tun. Wohlgemerkt, ich spreche hier nicht von sexueller Belästigung , Unterdrückung und Diskriminierung der Frau! Ich plädiere an dieser Stelle nicht für das Klonen von Sean Connery, Heiner Lauterbach und Dieter Bohlen!
Ich plädiere dafür, dass Jungen wieder Jungen sein dürfen, ohne von aufgeregten Grundschullehrerinnen die Diagnose ADHS verpasst zu bekommen, denn, wer schluckt das meiste Ritalin? Natürlich die Jungen, die ihrem Bewegungsdrang ausleben wollen. Mädchen haben diesen Drang eher weniger und, wenn doch, steht auch bei ihnen die Packung Ritalin im Medizinschrank. Wer immer noch Zweifel daran hat, dass Männer und Frauen höchst unterschiedlich ticken, braucht sich nur einmal eine Liste der bevorzugten Filme von Männlein und Weiblein anzuschauen…Somit lege ich das Schicksal der Männer, die wieder Männer sein möchten in die Hände meines Bekannten. Ich bin schon gespannt, was dabei herauskommt.
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7. Mai 2012
Ja, auch im Fußball scheint es, fast wie im richtigen Leben, enorm wichtig zu sein, in welcher Liga man spielt, denn wenn man die Fans von Köln aufmerksam beobachtet hat, kam der Abstieg einem Weltuntergang gleich.
Alle möchten natürlich in der höchsten aller Ligen mitspielen, und, wenn man eine beliebige Auswahl von Menschen dazu befragt, befinden sie sich, ausnahmslos, in eben dieser Riege der Besten und Schönsten, denn, wer will schon zugeben, dass er sich auf einem der Abstiegsplätze befindet. Die Fähigkeit zum Selbstbetrug ist eine der am deutlichsten ausgeprägten der menschlichen Rasse. Studien haben ergeben, dass Depressionen dazu führen, die Welt wahrzunehmen, wie sie ist, wobei hier natürlich der alte Streit um Henne oder Ei wieder zu Ehren kommt, denn macht Realitätssinn unweigerlich depressiv, oder schärft die Depression den Blick auf den eigenen Status. Alkoholiker, so hat eine weitere Studie ergeben, gehören zu den ehrlichsten Menschen überhaupt, was die Einschätzung der eigenen Lage betrifft, die dann erwartungsgemäß dazu führt, sich die grausame Wirklichkeit schön zu trinken. Auch hier wieder die Auseinandersetzung in Bezug auf Henne und Ei. Jedenfalls ist die Anfälligkeit für Drogen aller Art in den Berufsgruppen am Höchsten, die sich mit der menschlichen Psyche auseinander setzten müssen, ausgenommen vielleicht die Psychiater und die Psychotherapeuten, die sich ausschließlich mit ihrer eigenen Psyche beschäftigen und für die vielen Tipps ihrer Patienten sehr dankbar sind.
Zwar möchte jeder lieber ein unglücklicher Philosoph als ein glückliches Schwein sein, aber Letzteres erleichtert das Leben doch ungemein. Zuviel Wahrheit im Umgang mit sich selber schadet, was, wie bereits erwähnt, etliche Studien belegen können.
Die Glücklichsten unter der Sonne sind demnach diejenigen, die, vor allem anderen, sich und ihre Umgebung darüber im Unklaren lassen, wie es wirklich in ihnen drin aussieht. Größenwahn ist weit verbreitet und hat schon viel Unheil angerichtet, wenn man die Geschichte betrachtet. Jedenfalls sind die Depressiven und die Alkoholiker nicht diejenigen, die den Lauf der Historie negativ beeinflussen. Ich erinnere nur an G.W. Bush jun., denn die Tatsache, dass er das Trinken aufgegeben hatte, erwies sich als äußerst fatal für die Welt. Wer ist gefährlicher? Der fröhlich trunkene Jelzin-Gott habe ihn selig-oder der stocknüchterne Putin?
Aber ich war ja noch beim Fußball.
Die Fußballwelt ist im Moment sowieso leicht aus den Fugen geraten, denn, darf eine EM in einem Land stattfinden, das die Menschenrechte mit Füßen tritt? Wobei mir die allgemeine Sympathie für die, sich auf verbrecherische Weise bereichert habende, Frau Timoschenko ein wenig übertrieben scheint. Ein Bandscheibenvorfall ist ein Bandscheibenvorfall, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Im Übrigen heilt er am besten aus, wenn man ihn in Ruhe lässt und keine therapeutischen Maßnahmen in die Wege leitet, was die Herren von der Charite´ nur nicht zugeben wollen. Wenn keine Ausfallerscheinungen vorliegen, lässt man tunlichst die Finger von der Wirbelsäule.
Aber ich war ja immer noch beim Fußball, wozu mir jetzt leider nichts mehr einfällt.
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4. Mai 2012
Welch eine schöne Metapher! Vom Dreirad zum Fahrrad mit Stützrädern zum Erwachsenenfahrrad erfordert es zunehmend Balance und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die erst einmal ungestört in einer sicheren Umgebung ausgeübt werden. Wenn man die nötige Sicherheit erreicht hat, geht es hinaus auf die Straße, wo wir verblüfft feststellen müssen, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer nicht unbedingt an die Verkehrsregeln halten und eine Gefahr für unser mühsam erlerntes Gleichgewicht sind. Regelverstöße bestimmen das Leben und man bekommt allmählich den Eindruck, stets der Dumme zu sein, wenn man sich regelkonform verhält. Heute musste ich erfahren, dass einer der reichsten Männer der Welt-der Besitzer von IKEA-seine Billy-Regale von zur Zwangsarbeit verpflichteten Sträflingen der ehemaligen DDR fertigen ließ. Die Aldi-Brüder sind so megareich geworden, weil sie ihre Mitarbeiter wie Dreck behandeln und nur unter Androhung von Zwang dazu bereit waren, einen Betriebsrat zuzulassen. Onassis hat sich seinen Reichtum erschlafen, indem er in der Bettenkarriereleiter höher und höher gestiegen ist, bis er sich die begehrteste Frau der Welt kaufen konnte. Die russischen Milliardäre haben staatseigene Betriebe zu Ramschpreisen erworben und kaufen jetzt nach und nach England auf, samt Fußballmannschaft und allem, was neureich noch so dazu gehören muss. Steve Jobs hat von Kinderarbeit gelebt und von den katastrophalen Arbeitsverhältnissen einer gequälten Unterschicht.
Werden diese Menschen verachtet?
Mitnichten, sie werden von aller Welt bewundert!
Die Welt verkommt zum verwüsteten Vorgarten der Superreichen, die sich in ihren Schlössern und Burgen, den parkähnlichen Hinterhöfen verschanzt haben. In Luxuskarossen schweben sie an uns vorbei, während wir bemüht sind, auf unseren rostigen Kinderfahrrädern nicht unter die Räder zu kommen.
Man merkt, ich bin heute nicht besonders gut drauf, hat mir doch der Bericht über IKEA den Tag gründlich verdorben.
Hasardeure bestimmen unser Schicksal, während sich zu Tode schuften keinen anderen Preis hat, als eben den Tod. Natürlich kann es keine klassenlose Gesellschaft geben, hat es auch noch nie, aber sich von den Menschen mit den goldenen Schnullern vormachen zu lassen, sie seien uns überlegen, ist auch nicht vonnöten. Man zeige mir ein, nur ein einziges Milliardenvermögen, das durch ehrliche Arbeit entstanden ist, und ich lasse mich sofort eines Besseren belehren.
Solange wir Hackenknallend vor dem Kapital salutieren, wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern. Die Verbeugung vor dem Geld hat noch immer die schmerzhaftesten Rückgratverkrümmungen zur Folge gehabt, sodass man sich eigentlich nur noch kriechend vorwärts bewegen kann.
Aber ich war ja noch bei den Kinderfahrrädern.
Wenn man im Vertrauen darauf, dass sie so leicht nicht mehr umfallen, die Hand vom Fahrrad nimmt, ihnen immer und immer wieder eingeschärft hat, welche Regeln im Verkehr gelten und sie somit, in der irrigen Meinung, sie seien gut gerüstet, auf eine öffentliche Straße lässt, zerreißt es einem das Herz, wenn sie vom regelwidrigen Gegenverkehr überrollt werden.
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3. Mai 2012
Als Fan der Solartechnik, habe ich meinen Garten derart mit Solarleuchten gespickt, dass er nachts leuchtet wie eine Hypernova. Immerhin besser als ein schwarzes Loch, erwidere ich ständig, wenn mein Gatte einmal mehr über eine der zahllosen Beleuchtungskörper gestolpert ist. Ich habe alle Discounter förmlich abgegrast, und keine Solargartenlaterne ist mir entgangen, egal ob hängend, stehend oder liegend-Letztere übrigens, die Stolperfallen. Sobald es dunkel wird, schalten sich alle gleichzeitig ein, ein Ereignis, das dem Urknall Paroli bieten könnte.
Ich liebe die Growiane-Großwindanlagen-ebenfalls, denn sie beeindrucken doch ungemein, wenn man als kleines Menschlein zu ihnen aufschaut. Schwerlasttransporte mit deren Einzelteilen sind zahlreich an meinem Haus vorbei gefahren, und ich stand nur staunend an meinem Wohnzimmerfenster, ob der Größe dieser Teile.
Ein Atomkraftwerk habe ich auch ganz in der Nähe, welches mich aber weniger vom Sockel reißt. Unsere Bauern übertreffen sich gegenseitig beim Bau von Biogasanlagen, desweiteren habe ich eine Müllverbrennungsanlage direkt vor meiner Haustür. Ich bin quasi von Stromproduzenten umzingelt, was mir die ständig ansteigenden Stromkosten unverständlich macht. Richtig anziehen werden sie erst, wenn die Atomkraftwerke nach und nach abgeschaltet werden, denn alternative Energie ist kostspielig, auch wenn der Himmel sie umsonst zur Verfügung stellt.
Ich freue mich schon heute auf die Reaktion der Wutbürger, die eine rigorose Abschaffung des Atomstromes einforderten, wenn eine Stromtrasse dicht an ihrem Vorgarten verortet wird. Energie ja, Leitungen und Umspannwerke nein, die Logik muss man ihnen erst einmal nachmachen. Elektrosmog heißt das Zauberwort, genau so gefährlich wie der Feinstaub, den es zwar schon seit Jahrmillionen auf der Erde gibt, dessen negative Auswirkungen auf die Volksgesundheit, je nach politischem Bedarf, vehement eingesetzt werden. Handystrahlung gehört auch in diese Kategorie, aber, damit der Handyabsatz nicht stagniert, haben eifrige Wissenschaftler heraus gefunden, dass diese Strahlung den Morbus Alzheimer verhindert. Da wäre es doch angebracht, eine Studie in Auftrag zu geben, die beweist, dass Elektrosmog die kleinen, grauen Hirnzellen zu Höchstleistungen anspornt. Ich denke, mit dieser Studie ist spätestens beim Bau der ersten Trasse zu rechnen. Das Sausen der Growiane könnte man als Mittel gegen Tinnitus, also dem Ohrensausen verkaufen, während Solarzellen die unheimlichen Wirkungen der Wasseradern neutralisieren. Das Atomstrom gesund sein soll, kann man dem größten Deppen nicht verkaufen, darum die Abschaltung.
Vielleicht könnte man vor dem Bau der Stromtrassen, einen Feng-shui Berater hinzu ziehen, der dann unter jede Leitung einen Gummibaum postiert, der hochenergetisch dafür sorgt, dass die Auswirkungen der Technik im Rahmen bleiben.
Aber ich war ja noch bei den Strompreisen.
In Bezug auf die Müllverbrennungsanlagen sind diese Preise der wahre Hohn, denn wir zahlen für unseren Müll und für den Strom, der damit produziert wird. Kein Wunder also, dass sie wie Pilze aus dem Boden schießen. Gewinnchargen von weit über 100 % sind damit zu erreichen. Dass die Gebühren für die Müllentsorgung gleichzeitig mit den Strompreisen für den daraus gewonnenen Strom ansteigen, auf diesen Trick muss man erst einmal kommen. Eigentlich das gleiche Prinzip, als würde ich Kiloweise Mehl zum Bäcker schaffen, dafür bezahlen, dass er mir es abnimmt, und im Gegenzug verkauft er mir zwei Brötchen zu horrenden Preisen. Die Mafia ist nicht umsonst groß in den Müllmarkt eingestiegen, da er mehr Gewinn abwirft als der Drogenhandel.
Wir Bürger werden eben wie Schildbürger behandelt, solange wir die Politik und die Lobbyisten nicht vom Gegenteil überzeugen.
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2. Mai 2012
Da kann die Welt zusammen brechen, oder langsam, aufgrund des Klimawandels, ihr Gesicht verändern. Bei über 30° C Ende April(!) denkt der Deutsche nur an eines: Die Eröffnung der Grillsaison. Sämtliche Überlegungen in Bezug auf das kuriose Wetter weichen den Überlegungen, was besser ist, Gas-, Holzkohle- oder Elektrogrill. Die Massentierhaltung wirft massenhaft billiges Fleisch auf den Markt, das ja irgendwie zubereitet werden muss. Männliche Kochverweigerer werden zu Gourmetköchen, wenn sie hinter dem Grill stehen, was durch den, genetisch bedingten, Hang zum steinzeitlichen Höhlenfeuer erklärt werden kann. Die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass der Neandertaler nicht ausgestorben ist, sondern sich mit dem europäisch-asiatischen Homo sapiens gepaart hat, wodurch große Teile seines Genoms in uns weiter leben. Nur die afrikanischen Menschen haben sich nicht mit dem Neandertaler vermischt, was ein völlig neues Licht auf die Rassendiskriminierung wirft.
Aber ich war ja noch beim Grillen.
Auch mein Mann wird hinter dem Grill zum Koch und produziert, egal ob Gas, Holzkohle oder Elektro, Würstchen und Steaks in verkohlter Form, was die Nitrosaminbelastung unserer Familie in ungesunde Höhen treibt. Da können wir ihm noch so oft zurufen: „Nicht so schwarz!“ Er grillt und grillt bis er nach dem Prinzip: Asche zu Asche, Staub zu Staub, alles in den Zustand des reinen Kohlenstoffes überführt hat.
Aber wehe, Frau mischt sich ein! Im Blick des Urmannes flackert kurz der Wunsch auf, das Weib an ihren Haaren in die Höhle zu schleifen, wenn es nicht endlich den Mund hält-Neandertaler, eben.
Sämtliche Einkäufe, was die Beilagen und das Fleisch betrifft, fallen noch in ihr Ressort, aber wenn der Grill brennt, hat sie nichts mehr zu bestellen. Auch so eine Wissenschaft, besonders beim Holzkohlegrill- der richtige Zustand der glimmenden Kohle. Auch wenn dadurch sämtliche Beilagen schon vorher gegessen sind, der richtige Zeitpunkt, wann es soweit ist, muss abgewartet werden. Ich habe Teile der Familie schon vor lauter Hunger an der Ketchupflasche nuckeln sehen; es muss sich geduldet werden, bis die Holzkohle richtig und das Fleisch ebenfalls zu Holzkohle geworden ist.
Eventuelle Frühlingsgefühle- „Veronika der Spargel wächst“- schlagen um zu ausgehungertem Ingrimm und um das zu verhindern, werde ich dieses Frühjahr, beim ersten Grillabend, einen reichlichen Vorrat an, in der Pfanne auf den Punkt gebratenen Würstchen und Fleischstückchen parat halten, damit mein Gatte in aller Ruhe, von mir aus bis zum Morgengrauen grillen kann.
Wobei die Entscheidung, ob Gas-, Elektro- oder Holzkohlegrill sich auf einmal vollkommen erledigt. Liebe Frauen, haltet Gas oder Elektrogrill in Reserve, grillt dort euer eigenes Grillgut und überlasst die Holzkohle dem Neandertaler. Jedem Familienzwist geht man so aus dem Wege. Die Familie ist satt und zufrieden und der Holzkohlegrill wird zu dem, was er eigentlich auch ist, zu einem Lagerfeuer.
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30. April 2012
Das Wetter hat ein Einsehen mit den April/Mai Ausflüglern, denn die Temperaturen sind dermaßen in die Höhe geschnellt, dass man, für das eine oder andere Bier mehr, eine passende Ausrede hat. Die Bänder der Maibäume flattern sanft in einer sommerlichen Brise, und der Tanz um sie herum, hat eher was mit Torkeln, als mit Tanzen zu tun. Mehr und mehr hat sich der Tag vor dem 1. Mai, also dem Tag der Arbeit, als der Tag des kollektiven Massenbesäufnisses etabliert. Der Staffelstab ist im Sinne dieser Tradition bereits an die Kinder unter 15 Jahren weiter gegeben worden. Komasaufen ist die neue Trendsportart bei immer jünger werdenden Jugendlichen, im Sinne von: So wie die Alten sungen, zwitschern es die Jungen!“
Irgendwie ist hier reichlich etwas danebengegangen, was die Weitergabe tradierter Werte betrifft, denn es scheint, als ob sich unsere Kinder quasi nur die „Rosinen aus dem Kuchen“ gepickt haben, denn sich zu betrinken ist weit angenehmer, als sich mit Moral und Ethik zu beschäftigen. Vielleicht soll aber auch nur der Horror vor dem Tag der Arbeit weg getrunken werden.
Natürlich soll man „die Feste feiern, wie sie fallen“, wobei damit nicht unbedingt eigene Stürze oder, besser gesagt, eigene Abstürze gemeint sind.
Sämtliche verfügbaren Notfallambulanzen mit den dazu gehörigen Notärzten sind in erhöhter Alarmbereitschaft und die Patienten, mit denen sie es zu tun haben werden, kommen zur weiteren Beobachtung auf die Kinderstation.
Wenn Softdrinks dreimal so teuer sind wie alkoholische Getränke, und letztere auch noch spielend leicht zu beschaffen sind, darf man sich eigentlich nicht wundern, wenn demnächst auch die Kinder unter 10 Jahren mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert werden. Befragt man Eltern zu dieser Problematik, bekommt man die lapidare Antwort: „Wir haben früher auch gesoffen.“ Ich sage es ja, Tradition bleibt eben Tradition.
Aber ich war ja noch beim Wetter.
Bacchus und Dionysos, die heidnischen Schutzgötter dieser beiden Tage-übrigens, auch die jedes Wochenendes- haben für einen strahlend blauen Himmel gesorgt, sodass Frühlingsgefühle mächtig erblühen, aber anstatt „errötend den Spuren einer Schönen zu folgen“, errötet nur die Schnapsnase.
Ja, die Frühlingsbrise bringt einiges in Wallung, aber Goethes Zeiten sind lange vorbei, die Zeit der romantischen Liebe leider auch, denn, ab einer bestimmten Promillegrenze, verkommt zartes Werben zu notgeilem Anbaggern.
Die Natur erblüht in all ihrer Pracht um uns herum, während wir unsere verdorrten Herzen, dem Alkohol sei Dank, für einen kurzen Moment vergessen können. Die Sonne schafft neues Leben, während wir, total verkatert, ihre Strahlen nicht vertragen können.
Die Krone der Schöpfung hat viel öfter „einen in der Krone“ als gut tut. Anstatt unsere Umwelt zu verschönern, trinken wir sie uns schön, und die Jungen und Allerjüngsten sind bereits mit diesem Virus infiziert, sodass der Mai zwar die Bäume grün, uns hingegen blau macht.
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27. April 2012
Ja, ich gestehe es ein, ich habe bis vor kurzem regelmäßig DSDS angesehen, bin aber empört ausgestiegen, als die begnadetste Sängerin in dieser Staffel, zu Gunsten einiger gesanglich stammelnder Boys gnaden- und kenntnislos aussortiert wurde, denn niemals wurde mehr bewiesen, welche Farce diese ganze Show ist. Nun wollen sie also Dieter Bohlen, in Bezug auf die, wehrlos Allerkleinsten, von der Leine lassen. Auch wenn in diesem x-ten Casting unweigerlich Kindertränen fließen werden, wen juckt das, wenn nur die Quote stimmt.
Casting, das Zauberwort für eine selbstverlorene Generation, denn es geht nicht mehr darum, wie man wirklich ist, sondern darum, wie man sich verkauft und präsentiert. Der Eigenwert hängt nicht mehr von der subjektiven Meinung ab und wird aus dem Spiegel von Millionen Augen bezogen, wobei diese Millionen offensichtlich keine Ahnung haben, worum es überhaupt geht. Wie sonst könnten musikalisch Hochbegabte auf der Strecke bleiben, und, wenn der Pop-Titan auch noch behauptet, Mädchen wären eher langweilig, ist der Wahnsinn komplett.
Wenn man mich als Buchstabentitanin bezeichnen würde, zöge ich mich sofort in eine stille Ecke zurück, um heraus zu finden, was mit mir nicht stimmt, denn die Zustimmung aller ist das sicherste Zeichen dafür, dass die Persönlichkeit irgendwo auf der Strecke geblieben ist.
In den Castings werden alle individuellen Ecken und Kanten solange geschliffen, bis glatte, voneinander nicht mehr unterscheidbare Minikiesel übrig bleiben. Das, was einen Menschen ausmacht, geht unter im Meer der und des ewig Gleichen, denn wenn jemand es wagen würde, ganz er selbst zu sein, entstünde eine große Angst unter den komplett Angepassten, die sich dann ja die Frage stellen müssten, was sie alles für den schönen Schein geopfert haben.
Der Boom der Schönheitsindustrie spricht für sich. Da wird gespritzt, operativ gestrafft oder gepuscht, da wird gehobelt, gelasert, genadelt und geschliffen, bis wir alle ein Einheitsgesicht besitzen, das dem aktuellen Schönheitsideal entspricht.
Ungeachtet der Tatsache, dass die eigentliche Kommunikation nicht über die Sprache, sondern über die Mimik stattfindet. Was natürlich einiges über die Kommunikation aussagt, denn wir bleiben zunehmend an der Oberfläche, denn jedes unbedachte Wort, könnte das sorgsam zusammen gepuzzelte ideale Bild in der Öffentlichkeit, sehr schnell durcheinander bringen.
Wenn ich vor dem Spiegel stehe und meine beiden Stirnfalten beobachte, schreit alles in mir nach Botox, wobei es dann äußerst schwer fällt, standhaft zu bleiben.
Dabei geht es einzig und allein darum, standhaft zu bleiben!
Im Vertrauen auf die eigene Person, im Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten standhaft bleiben, auch wenn der Mob Alarm schreit. Dieser Kampf ist nicht einfach und muss täglich geführt werden.
Gauck erweist sich als standhaft, weil er eben nicht in die Ukraine reist, wo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden und, genau das haben wir von ihm erwartet, als er mit großer Zustimmung in der Bevölkerung zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Er soll quasi in Vertretung für uns alle standhaft sein.
Wobei ein Vertreter nur so lange von Nöten ist, bis die Hauptperson auf der Bühne erscheint.
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26. April 2012
Eigentlich wollte ich beim gestrigen Spiel Bayern gegen Real meinen Jack-Russel-Mix Richard Parker filmen, denn wie den regelmäßigen Lesern meines Blogs bekannt sein dürfte, rastet er bei Fußballspielen völlig aus, aber er war nicht gut drauf. Gelegentlich überfallen ihn heftige Momente der Melancholie, in denen er mit hängendem Kopf und nieder gedrückten Schultern still in einer Zimmerecke sitzt. Wie die Gallier ist er überzeugt davon, dass ihm eines Tages der Himmel auf den Kopf fällt, anders ist sein geducktes Herumschleichen, den Blick unterwürfig nach oben gerichtet, kaum zu erklären. Als er als Welpe in unser Haus kam, hatten wir noch einen Kater, der leider überfahren wurde. Seitdem glaubt Richie, er wäre ebenfalls ein Kater und putzt sich nach jedem Ausflug nach draußen ausgiebig, wie es Katzen eben tun. Gerne sitzt er auch auf Sofa- und Sessellehnen, oder auf der Fensterbank. Majestätisch wie ein Löwe thront er dort, bis ihm wieder einfällt, dass der Himmel jederzeit einstürzen könnte, denn dann verkriecht er sich unter einen Tisch, rollt sich ein, wie Katzen es eben tun und will weder angefasst noch angesprochen werden.
Der Hund wäre eindeutig ein Fall für einen Hundepsychiater.
Aber ich war ja noch bei der Champions-League.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zu müde war, um das Spiel bis zum spannenden Ende hin zu verfolgen. Ronaldo hatte mir mit seinen Toren die Lust ausgetrieben, dem Geschehen weiter meine Aufmerksamkeit zu widmen. Naja, Robbens Elfmeter machte mich dann kurzfristig wieder wach, aber, der Überfluss an Werbung, hob diese Wirkung wieder auf. Fußballspiele, die auf den kommerziellen Sendern übertragen werden, sind, streng genommen, Dauerwerbesendungen und müssten lege artis auch als solche gekennzeichnet werden. Allein durch die Werbung wird man systematisch zum Säufer und Autofreak gemacht. Alles ist Bier-getränkt und PKW verseucht und man kann von Glück sagen, wenn man es durchhält, auf das eigentliche Spiel zu warten. Das Spiel dauert neunzig Minuten. Ich werde mir zum Endspiel in München einmal vornehmen, genau zu verfolgen, wie viel Zeit allein für die Werbung draufgeht, denn ich glaube diese Spanne ist länger als die des Spieles. Informationen darüber gibt es, wenn es soweit ist.
Eine äußerst besorgniserregende Entwicklung ist mir heute Morgen aufgefallen, als ich mir die Mitschnitte aus den Fankneipen der Bayern im Fernsehen angeschaut habe, denn der Frauenanteil bei dieser kollektiven Raserei wird größer und größer. Geben da die Schwestern die letzte Bastion freiwillig auf, die es ermöglichte, Männer als das zu sehen, was sie zunehmend zu sein scheinen, Jungen, die niemals erwachsen werden wollen.
Emanzipation hin oder her, man muss doch nicht jeden Wahnsinn unhinterfragt übernehmen. Nicht nur beim Fußball, in jedem Ressort verkommt die Emanzipation zu einer bloßen Kopie männlichen Verhaltens. Ich sage nur Hosenanzug!
Wir haben es also nur mit Männ-innen anstatt mit richtigen Frauen zu tun, was die Unsicherheit in der Männerwelt erklären könnte, denn wozu sind sie noch gut, wenn Frauen ihre Rollen einnehmen?
Da wird kein weibliches Pendant aufgebaut, das die Waage ins Gleichgewicht bringen könnte, da wird die Männlichkeit lediglich verdoppelt.
Einzige Ausnahme, die katholische Kirche, die zwar nur auf Männern basiert, die aber trotzdem im Kern weiblich sind, denn anders wäre die Liebe zu roten Pantöffelchen, wallenden Gewändern, Prunk, Pracht und Schmuck kaum zu erklären. Auch die weit verbreitete Homosexualität deutet in diese Richtung.
„Äpfelchen, wohin rollst du“, schrieb mir meine Deutschlehrerin immer an den Rand meiner Aufsätze, womit sie auch heute noch recht hätte, denn von der Champions-League auf die Kirche zu kommen, das muss mir erst einmal einer nach machen!
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25. April 2012
Da steckt vermutlich ein System dahinter, ein teuflischer Plan, uns endlich den allerseits verpönten Biosprit E 10 unterzujubeln, denn vor dem rasanten Anstieg der Preise des konventionellen Benzins, war keiner bereit, der Deutschen Lieblingskind, der Gefahr dieser ominösen Suppe auszuliefern. Der Absatz von E 10 hat sich in den letzten Wochen aus dem einstelligen Bereich in den zweistelligen begeben und es bleibt abzuwarten, wie sich der Verbrauch weiter entwickelt, denn der Cent scheint den Deutschen wichtiger als der Motor, was in meinen Augen nur vernünftig ist. Als störend empfinde ich nur, welche gewaltige Manipulation im Bereich des Benzinverkaufs da offensichtlich von statten gegangen ist, nur, wer steckt dahinter? Ich persönlich habe da die Grünen in Verdacht, die für mich seit Einführung des Dosenpfandes gestorben sind, wobei ich mich natürlich diebisch darüber freue, dass sie und die SPD nun bei der Entscheidung zu einem Endlager des Atommülls eingebunden werden, denn ich gehe davon aus, dass der Macht wegen, wieder etliche grüne Ideale geopfert werden.
Mit großem Interesse verfolge ich den Aufstieg der Piraten, die für mich die Grünen von Heute sind. Zwar kommen sie, statt mit Turnschuhen und Strickzeug, mit Computern daher, aber, was will man, der Fortschritt lässt sich eben nicht aufhalten.
Aber ich war ja noch bei E 10.
Die Existenz dieses Kraftstoffes ist an sich schon ein Skandal, da wir angesichts der Hungersnöte in Teilen der Welt, Pflanzen anbauen, nur um sie in unseren Verbrennungsmotoren zu verheizen. Aus lebendiger, artenreicher Agrikultur wird eine Monokultur, die den Ausdruck Kultur nicht mehr verdient, denn welcher Bauer pflanzt schon gesunde, abwechslungsreiche Nahrung an, wenn er mit der Aussaat benzintauglicher Gewächse weit mehr verdienen kann?
So wie ich meinen Töchtern immer verboten habe, mit Nahrungsmitteln zu spielen, weigere ich mich, Brot in meinen Tank zu füllen.
„ Mit Essen spielt man nicht!“ Zu welchem Zeitpunkt ist diese alte Weisheit eigentlich verloren gegangen? Auch wenn wir in einem überreichlichen Angebot an Nahrungsmitteln schier ersticken, verliert dieser Befehl seine Gültigkeit nicht, und ich sehe jetzt schon Zeiten auf uns zukommen, in denen er aktueller sein wird wie nie zuvor. Wenn man sich die Bevölkerungsentwicklung auf der Erde ansieht, werden noch dunkle Tage auf die Menschheit zukommen, die sie schmerzhaft daran erinnern werden, dass wir Nahrungsmittel ohne Not einfach in unseren Tank gefüllt haben.
Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Kinder wir durch E 10 hungern lassen.
Was macht China, was macht Saudi-Arabien? In weiser Voraussicht kaufen sie riesige Flächen in Afrika auf, die für den Anbau von Nahrungsmitteln geeignet sind. Agrarflächen sind das Geldanlageprodukt par excellence. Diese Länder wissen, dass sie in gar nicht mehr zu ferner Zukunft ihre Bevölkerung nicht mehr ernähren können, wenn sie jetzt nicht die nötigen Maßnahmen ergreifen. Was macht der übersatte Europäer? Er tankt und erledigt die kürzesten Wege mit dem Auto.
Wenn demnächst in China ein Sack Reis umfällt, werden die Europäer bestrebt sein, den Reis aufzusammeln!
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24. April 2012
Das bayerische Reinheitsgebot datiert sich ziemlich genau auf den 23.04.1516, dass „allain gersten, hopfen un wasser genommen un gepraucht solle werdn.“ Hinzu kamen dann noch Malz und Hefe.
Wir sind nicht zwar mehr Europameister im Genuss der Gerstenkaltschale-die Tschechen haben uns überflügelt-aber immerhin mit Abstand noch guter Zweiter.
Um den Mädels das eher herbe Getränk ebenfalls schmackhaft zu machen, wird heutzutage allerhand süßes Zeug beigemixt, wobei in Bezug auf die verschiedenen Mischungen, Bier plus süße Brause, ein heilloses Namensdurcheinander entstanden ist. Radler, Schmutz, Spezi, usw., ich jedenfalls blicke da nicht mehr durch.
Gestern habe ich einen schönen Witz in der Welt gelesen:
Ein Kölner, ein Düsseldorfer und ein Dortmunder gehen zusammen in die Kneipe.
Der Kölner bestellt ein Kölsch, der Düsseldorfer ein Alt und der Dortmunder eine Cola. Auf die verwunderte Nachfrage seiner Kumpels gibt er zur Antwort. „Wenn ihr keinen Alkohol trinkt, dann trinke ich auch keinen.“
Mein Bruder hat dies noch krasser formuliert: „Wenn ich 10 Pils trinke und anschließend zur Toilette gehe, kommen dann locker 5 Kölsch dabei heraus.“
Ich bin ja der Meinung, die Klöster hatten in alten Zeiten nur deswegen einen derartigen Zulauf, weil in diesen Räumen der Kontemplation, vor allen Dingen, Bier gebraut wurde. Nach den Mengen, die die Mönche dann so täglich zu sich nahmen, hätte ich auch göttliche Visionen. Wer weiß, vielleicht haben wir die Reformation nur dem Bier zu verdanken, denn es ist davon auszugehen, dass Luther nicht ganz nüchtern war, als er seine Thesen formulierte, denn, wie jeder weiß, steigert mäßiger Alkoholkonsum die Kreativität ungemein.
Was nicht heißen soll, ich hätte jetzt ein Glas Bier neben meinem Laptop stehen, aber es würde die Sache doch erleichtern, wie ich aus Erfahrung berichten kann. Wie in Allem ergibt auch hier der weise Spruch des Paracelsus: Die Dosis macht das Gift, einen tieferen Sinn. Geringe Mengen bringen uns unserem wahren Wesen näher-Betrunkene und kleine Kinder sagen die Wahrheit-während wir uns, mit steigender Alkoholmenge, selbst oft nicht wieder erkennen. Besonders schlimm wird es, wenn wir uns am nächsten Morgen fragen, was für einen Blödsinn wir im Rausch verzapft haben.
Luther muss ein eher mäßiger Trinker gewesen sein, denn sonst hätte er seinen angegebenen Schnitt von: In der Woche Zwier, den Geschlechtsverkehr betreffend, nicht einhalten können, denn: „Vom Alkohol heißt es alletwegen, hebt das Verlangen, senkt das Vermögen!“
Wer schon einmal auf einer Kegeltour gewesen ist, kann darüber berichten, wie sich systematisch auf der Evolutionsleiter nach unten getrunken wird, sodass am Ende nur sabbernde Böcke zu beobachten sind, die Frau und Kind zuhause nicht mehr auf dem Schirm haben, die aber, dem Alkoholpegel sei Dank, erheblich von der Ausführung eines Fehltrittes abgehalten werden.
Wer jemals Zweifel daran hatte, dass der Mensch vom Affen abstammt, sollte sich in die Hochburgen der Kegelclubs begeben, wobei ich, an dieser Stelle, die Affen nicht beleidigen möchte.
Der Trinkspruch „Prost“ leitet sich vom lateinischen Wort „Prosit“ her, was so viel heißt wie, „es möge nützen“.
Vielleicht sollten wir diesen frommen Wunsch beim Trinken nicht aus den Augen verlieren.
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23. April 2012
Den Blick stur auf die Boliden, deren Reifen und den Belag der Rennstrecke gerichtet, mit Scheuklappen versehen, nicht nach rechts oder links sehend, ziehen die Betreiber der Formel 1 „ihr Ding durch“.
Wenn interessieren schon die politischen Belange des Landes, in dem man wüst im Kreis herum saust?
In Bezug auf die Fußball-EM in Polen und der Ukraine werden auch keine Fragen gestellt, obwohl in der Ukraine, die Kämpfer für Menschenrechte allesamt im Gefängnis sitzen.
Bahrain und die Ukraine, Diktaturen reinsten Wassers und die sportliche Farce, die in beiden Ländern abgezogen wird, erinnert doch stark an die Olympischen Spiele des Jahres 1936 in Deutschland.
Was wieder einmal beweist, es geht um Geld, Geld und noch einmal Geld auf dieser Welt, denn die Formel 1 ist ebenso wie die Europameisterschaft ein gigantisches Geschäft. Wer da noch an den hehren sportlichen Wettbewerb glaubt, ist nicht Kind unserer Zeit. Kann irgendjemand den genauen Zeitpunkt angeben, wann die Lüge und die Heuchelei das Ruder übernommen haben? Der Prozess war schleichend, doch mittlerweile ist der schöne Schein an die Stelle der Aufrichtigkeit getreten, und das nicht nur im „Big Buisiness“, sonder auch im banalen Alltag. Es geht darum, sich gut zu verkaufen, auch wenn man dafür zuerst seine Seele verhökern muss. Wer ist noch er selbst in diesem Sumpf der Scheinheiligkeit? Selbst die Kirche ist infiziert und wir hoffen und warten sehnsüchtig auf einen Erlöser, der diesen verhängnisvollen Prozess stoppt und uns alle wieder zur Aufrichtigkeit und zu verantwortungsvoll konsequenten Verhalten führt. Den Letzten haben wir gekreuzigt und, wenn der zukünftige Heilsbringer sich nicht sputet, wird ihn das gleiche Schicksal ereilen.
Wo man auch hinsieht, wir befinden uns im Meer der Lügen, und zwar nicht nur in Bezug auf die eigene Person, sondern auch auf die Menschen in unserer näheren und ferneren Umgebung, auf unsere Fähigkeiten und den Fähigkeiten der Menschen, denen wir die Lenkung der Welt überlassen, wobei wir uns jedes Mal verwundert die Augen reiben, wenn wir wieder und wieder enttäuscht werden. Das Wort Ent-täuscht drückt es wunderbar aus, dass wir einer Täuschung erlegen waren, die dringend einer Revision bedarf, dabei lassen wir uns so gerne täuschen, dient dies doch dem Seelenfrieden und dem erholsamen Schlaf in der Nacht.
Keiner von uns hat ein Problem damit, nach dem Anschauen der täglichen Nachrichten, dem ultrakurzen Erschrecken, wieder zur Tagesordnung über zu gehen, denn was gehen uns die Probleme der Anderen an. Dass die Probleme der Anderen, schneller als gedacht zu eigenen Problemen werden können, dafür gibt es eindrückliche Beweise in der Geschichte, aber, wer will sich schon mit der Historie befassen, denn wir haben genug damit zu tun, den eigenen schönen Schein aufrecht zu erhalten.
Manchmal kommt es mir so vor, als hätten sich die Leute, die in den Psychiatrien sitzen, einfach nur in Sicherheit gebracht, denn die wahrhaft Kranken befinden sich nicht in den Kliniken dieser Fachrichtung, sie befinden sich draußen!
Die Lüge macht krank, immer und überall auf der Welt.
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21. April 2012
Aus den Augen, aus dem Sinn,
ins Abseits da gehörte er hin.
Weit weg am Rande ihrer Stadt,
damit es seine Ordnung hat.
Nun geht sie täglich hin zum Gießen,
dort unten liegt er ihr zu Füßen,
was er im Leben niemals tat
und endlich seine Ordnung hat.
Treu folgt die Witwe ihren Pflichten.
Jetzt kann sie auf ihm Blumen züchten
und so bestraft sie den Verrat,
womit es seine Ordnung hat.
Die Fingern stets bei andren Frauen,
so brach er Ehe ung Vertrauen.
Die Injektion verlief ganz glatt,
womit es seine Ordnung hat.
So eine Dosis Insulin,
rafft auch den Stärksten roh dahin.
Die Obduktion fand gar nicht statt,
womit es seine Ordnung hat.
Die falschen Tränen sind versiegt.
Weh dem, der schamlos sie betrügt!
Ihm winkt die frühe Lagerstatt,
womit es seine Ordnung hat.
Schwarz ist die Farbe, die er mag.
Als Unterwäsche, nicht als Sarg.
Doch gab sie nur dem Letzt`ren statt,
Damit es seine Ordnung hat.
Sie spuckt aufs Grab und fühlt sich frei.
Ein böses Grinsen noch dabei.
Mein kleiner Hengst, jetzt bist du platt,
weil alles seine Ordnung hat.
Aus: Leben und Tod; Das Eine ist ohne das Andere nicht zu haben
20. April 2012
Ein Hoch auf die norwegische Staatsanwältin, die den Angeklagten nach und nach demaskiert, indem sie ihn als das behandelt, was er ist, ein in wahnhaften Hirngespinsten verwickelter, abgrundtief böser Junge. Schicht für Schicht trägt sie den zur Schau getragenen Realismus, die zur Schau getragene Überheblichkeit ab, und zurück bleibt ein Irrsinniger. Zunehmend nervös, sich in Widersprüchen ergehend, wird hier jemand skelettiert, der seinem Größenwahn erlegen ist, sodass am Ende die lebenslange Verwahrung in der Psychiatrie steht. Dies ist es übrigens, was der selbsternannte Rächer von Norwegen am meisten fürchtet, für den Rest seines Lebens seine Tempelritterphantasien nur noch unter Aufsicht ausleben zu können. Deswegen kämpft er um seine Zurechnungsfähigkeit und deswegen seziert ihn die Staatsanwältin nach allen Regeln der Kunst, damit am Ende nur noch das jämmerliche Häufchen Elend übrig bleibt, das Breivik Zeit seines Lebens war.
Man stelle sich vor, Hitler und Göbbels hätten es am Anfang ihres Aufstieges mit so einer Staatsanwältin zu tun gehabt! Hier überlasse ich dem Leser, seinen Phantasien diesbezüglich Raum zu geben.
Natürlich ist die breite Öffentlichkeit des Prozessgeschehens für die Hinterbliebenen schier unerträglich, aber der langwierige Prozess ist nötig, Breivik zu zertrümmern und ihm seine Unwichtigkeit vor Augen zu führen. Unwichtig, was gibt es Schlimmeres für einen Mann, der sich als strahlender Ritter sieht. Er hatte nie, nie Einfluss auf das norwegische System und wird es mit seinem grauenhaften Massaker auch nicht haben. Im Gegenteil, hier geht meine Hochachtung in vollem Umfang an die Norweger, die sich ihren Rechtsstaat nicht von Wahnsinnigen zerstören lassen, und die trotz und wegen der Morde fester in ihrer Liberalität zusammen stehen als zuvor.
Norwegen ist ein kleines Land, aber groß und vorbildlich in seiner Begegnung mit dem absolut Bösen.
Es mag sich zwar bei vielen der Magen umdrehen, im Angesicht der Tatsache, dass Rechtsstaatlichkeit auch bei denjenigen gilt, die sie vehement bekämpfen, aber anders ist der Rechtsstaat nicht zu haben, auch wenn er gefühlsmäßig zu teuer erkauft scheint. Die Norweger haben das begriffen, im Gegensatz zu den Amerikanern, die für Terroristen rechtsfreie Räume wie Guantanamo erzwingen.
Vor dem Gesetz ist jeder Mensch gleich, das tut weh, aber das muss ausgehalten werden, damit es auch so bleibt.
Meine Solidarität mit den Hinterbliebenen ist grenzenlos, besonders, wenn sie vor den laufenden Kameras versichern wie schwer und gleichsam notwendig die Auseinandersetzung mit dem Massenmörder ist.
Jeder regt sich über die Medienpräsens Breiviks auf, dabei gibt es für uns alle, am Beispiel der Norweger, so viel zu lernen, denn, was im Moment dort geschieht, ist gelebte Demokratie, gelebte Rechtsstaatlichkeit.
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g 143
19. April 2012
Zunächst einmal muss ich den Fehler von gestern korrigieren. Der Typ von Real Madrid heißt natürlich Ronaldo und nicht Rinaldo, wie ich fälschlicherweise getippt hatte, aber, man möchte es mir nachsehen, es war ja mein erstes Spiel der Champions League, das ich im Fernsehen verfolgt habe. In Bayern herrscht übrigens Skandal, den Ronaldos und Özils –den Namen habe ich jetzt sicherheitshalber gegoogelt, ansonsten hätte ich Morgen wieder über Fußball schreiben müssen-, wo war ich? Ach ja, Ronaldos und Özils Fußballschuhe sind entwendet worden, obwohl sie sich in einem Sicherheitstrakt der Bayern-Arena befunden haben. Die Aufregung ist groß, Polizei, Staatsanwaltschaft und die GSG 9 wurden auf den Plan gerufen, denn die Schuhe wurden vor dem Spiel gestohlen, was natürlich erklärt, warum die Madrilenen verloren haben, denn Ronaldo hätte mit Sicherheit den Ball im Bayerntor versenkt, wenn er in seinem gewohnten Schuhwerk hätte antreten können.
Ganz Spanien kommt nicht zur Ruhe. Erst den Elefantenmörder als König- er soll sogar auch noch eine 30 Jahre jüngere Geliebte deutsch-adliger Abkunft haben-und nun auch noch der Verlust der Schuhe!
Dieser Verlust hat jetzt bereits ein diplomatisches Nachspiel. Hoffen wir, dass die Diplomaten den Konflikt beilegen können, denn ansonsten wäre mit kriegerischen Handlungen zu rechnen, was zwar nicht schlecht wäre, denn auf diese Weise könnte Deutschland die Balearen endgültig in seinen Besitz bringen.
Andererseits stehen etliche griechische Inseln zum Verkauf, die man auch ohne militärischen Einsatz, zu Ramschpreisen erwerben kann. Schade, dass Europa noch nicht so zusammen gewachsen ist, wie es eigentlich sollte, denn dann wäre ein Austauschprogramm möglich, das darin besteht, die jungen Griechen zu uns zum Arbeiten kommen zu lassen, während wir im Gegenzug alle unsere Rentner für den Rest ihrer Tage in die Sonne Griechenlands abschieben könnten. Warum ist eigentlich noch keiner auf diese geniale Idee gekommen, frage ich mich.
Aber ich war ja noch beim Fußball.
Barcelona hat unglücklich gegen Chelsea-jetzt musste ich schon wieder googeln!-verloren, was deren Trainer zu der tiefsinnigen Bemerkung getrieben hat: „ Der Sinn eines Fußballspieles besteht darin, den Ball ins gegnerische Tor zu schießen.“
Sieh` einer an! Wer hätte das gedacht?
Es nützt natürlich überhaupt nicht, der Mannschaft erst nach dem verlorenen Spiel mitzuteilen, worum es bei diesem Spiel vor allem geht. Hätte Barca-Google!- gewusst, dass es Tore hätte schießen müssen, wäre das Ganze völlig anders ausgegangen, nehme ich einmal an.
Ich hoffe, Heynckes-Goggle!-teilt seinen Spielern diese einfache Regel vor dem Rückspiel gegen Real mit.
So in dem Sinne: „Nun noch einmal im Chor: Es geht darum Tore zu schießen.“
Dann dürften wir, die wir auf einmal alle Bayernfans geworden zu sein scheinen, dem Spiel in Spanien gelassen entgegen blicken können.
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log 142
18. April 2012
Gestern habe ich mir mein allererstes Spiel in dieser Klasse angesehen, unter heftiger Unterstützung meines Jack-Russel-Mix Richard Parker, denn der kleine Hund ist völlig von Sinnen, wenn im Fernseher ein Fußballspiel läuft. Jedes Foul, jedes Tor bringt ihn schlichtweg zur Raserei. Er rennt auf dem Wohnzimmersofa bis dicht vor die Flimmerkiste, schafft es jedes Mal, kurz vor dem Abgrund der Couchkante eine Vollbremsung hinzulegen und verbellt wie verrückt die dramatischen Ereignisse, die sich dort auf dem Rasen abspielen. Derart aus der Fassung gebracht, agiert er als Trainer, Schiedsrichter, Schiedsrichterassistent, wie es jetzt seit neuestem heißt, und Spieler in einer Person. Demnächst-spätestens bis zur Fußball-EM, muss ich ihm beibringen, für eine Mannschaft Partei zu ergreifen, denn bislang verteilt er seine Sym- und Antipathien recht neutral. Dies dürfte nicht allzu schwer fallen, denn schließlich handelt es sich bei Richie, wie er kurz genannt wird, um einen männlichen Hund.
Vielleicht würde es helfen, ihm pünktlich zur EM ein Deutschlandtrikot zu verpassen! Ich spiele mit dem Gedanken seine engagierten Aktionen demnächst bei Youtube einzustellen, um den Männern einmal vor Augen zu führen, wie sie sich bei einem Fußballspiel benehmen.
Ehre, wem Ehre gebührt! Das Spiel war recht kurzweilig, jedenfalls, wenn man dabei strickt und, nachdem Blindnase Gomez, nach etlichen Fehlversuchen, das gegnerische Tor offensichtlich(!) nach Gehör geortet hatte, was bis zum Ende des Spieles andauerte, konnten sich die Bayern über den verdienten Sieg freuen. Vielleicht sollte man ihm für das Rückspiel einen meterlangen weißen Stock mit auf den Platz geben.
Mein absoluter Liebling ist Lahm, der seinem Namen so gar keine Ehre macht, denn winzig klein und blitzschnell wurschtelt er sich du die Menge der namentlichen und körperlichen Fußballgrößen, frei nach dem Motto: Geschwindigkeit ist eben doch Hexerei. Rinaldo hatte ganz eindeutig den Neid des Kommentators geweckt, der vor einem Freistoß des Madrilenen anzüglich bemerkte, „der kann vor lauter Cojones kaum noch stehen!“, was ich natürlich als verbale Reviermarkierung auslegte. Mit dem Kommentar: „ Der hat in gegnerischen Strafraum seine melancholischen Momente“, konnte ich zunächst nichts anfangen, entdeckte aber einige Strickreihen später den tiefenpsychologischen Hintergrund. Wenn es darauf ankommt, kann man kämpfen, fliehen oder sich ducken! Übrigens war das Spiel äußerst stressig für meinen Gatten. Erstens, weil Richie alle Funktionen auf dem Platz auf einmal übernahm und zweitens, weil ich alle Sätze des Kommentators auf ihren Sinngehalt hin überprüfte. Ich vermute, Männer bekommen gar nicht mit, welcher sprachliche Blödsinn da im Hintergrund abgespult wird. Es handelt sich bei ihnen eindeutig um Augenmenschen.
Oder, was auch sehr wahrscheinlich ist, sie sind einfach nicht zum Multitasking fähig, denn gleichzeitig zu sehen und zu hören liegt weit jenseits ihres Horizontes. Man sehe nur mich an! Ich habe gestrickt, Richie beruhigt, jedes Wort des Sportreporters analysiert und mir ist trotzdem keine Sekunde des laufenden Spiels entgangen. Ganz davon abgesehen, dass ich schon im Kopf die Einkaufsliste für den nächsten Tag zusammengestellt, meine Tochter in Bezug auf ihr demnächst anstehendes Abitur beruhigt und in Umrissen den Text für heute Morgen entworfen habe.
Demnach ist es nur verständlich, dass ich mir das Rückspiel am nächsten Mittwoch auch ansehen werde, denn ich habe einiges zu erledigen!
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17. April 2012
Wie heißt es so schön in einem Volkslied? „Komm lieber Mai und mache die Bäume wie-hieder grün!“
Man achte auf die Monatsangabe. Wir sind es mittlerweile schon gewohnt, dass die Natur bereits im März machtvoll erwacht, obwohl: „Im Märzen der Bauer zunächst erst die Rösslein anspannt.“
1997 hatten wir zur gleichen Zeit, also im April, Temperaturen von 29° C, was uns völlig normal erschien, obwohl es uns Gruselschauer über den Rücken jagen und, ein derart aus dem Tritt geratenes Klima, alle Alarmglocken zum schrillen hätte bringen müssen. Was macht der Mensch? Er kauft sich ein großes Eis und legt sich in die Sonne, froh dass die allgemeine Umweltverschmutzung endlich einmal „positive“ Effekte mit sich bringt.
Dieses Jahr haben wir einen April, wie er eigentlich sein muss und alle Welt jammert über das Wetter, weil es, der Jahreszeit angemessen, eben noch kühl ist. Das Klima erwärmt sich; das ist eine Tatsache. Zwar meine ich, es ist zum großen Teil darauf zurück zu führen, dass wir uns am Ende einer Eiszeit befinden, denn die Hybris des Menschen, zu meinen, er könne die Erde nachhaltig verändern, ist weiterhin ungebremst. Die Erde hat noch immer ihre Bewohner verändert, ihnen große Anpassungsleistungen aufgezwungen und dadurch die Evolution angestoßen. Allein unsere Behauptung, es wäre unser Planet, ist an Hochmut kaum zu übertreffen, denn die Erde kam, bis auf jämmerliche 200.000 Jahre, als der erste Vormensch die Bühne betrat, 4.4 Milliarden Jahre lang hervorragend ohne uns aus und wird es auch in Zukunft tun, bis die Sonne in ca. 8 Milliarden Jahren ihren Brennstoff verpulvert hat. Es gibt für die Epoche des Menschen ein wunderbar anschauliches Bild. Wenn wir beide Arme waagerecht ausbreiten und wir uns diese Spanne als die Existenzdauer der Erde vorstellen, dann entspricht die Zeit der Menschen dem, was bei einem kurzen Strich einer Feile von einem Fingernagel anfällt. So gesehen, müssen wir noch einmal ernsthaft über unsere Rolle in diesem Universum nachdenken. Unser Planet, unser Sonnensystem, unsere Ozeane, unser.. unser…unser….
Zwar soll Gott gesagt haben: „Macht euch die Erde Untertan!“ Aber wer hier wessen Untertan ist, wird uns die Erde über kurz oder lang zeigen. Was wieder einmal ein Beispiel dafür ist, dass unser Gottesbild von Menschen, präziser gesagt, von Männern erschaffen wurde, denn ein derart irrwitziger Auftrag kann nur von einem Mann kommen. Eine Göttin hätte vielleicht gesagt: „Hier habt ihr ein wunderbares Geschenk, passt gut darauf auf!“, was von den Eigentumsverhältnissen her gesehen, auch nicht so recht hinkommt.
Im Prinzip sind wir nur Gäste auf der Erde und, was man mit Gästen macht, die sich von Anfang an daneben benehmen, weiß jeder gute Gastgeber. Man setzt sie vor die Tür!
Erst versucht man noch, sie auf ihr Fehlverhalten hin zu weisen, denn man will ja höflich sein, aber irgendwann einmal ist das Maß voll. Die Erde war bislang äußerst höflich. Sie winkt mit allen Zaunpfählen in Bezug auf unsere Unarten und es kann nicht mehr lange dauern, bis wir den Bogen überspannt haben.
Ein „dann gehen wir eben woanders hin“ , gibt es für uns nicht.
E.T. (!) hat es wundervoll ausgedrückt: „ Brav sein!“
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16. April 2012
Seit ich denken kann, war der Samstag beim männlichen Teil unserer Familie ab 18.00 Uhr ein geheiligter Tag. 18.00 Uhr, das hieß Sportschau, also keinerlei nicht zum Fußball gehöriger Lärm im Wohnzimmer, wo der damals einzige Fernseher stand. Ab einem bestimmten Alter waren meine Brüder bereits unheilbar vom Bundesligavirus infiziert, während bei mir eine Art von intrauteriner Impfung dafür sorgte, dass ich immun war und blieb. Also maulte ich herum, weil zur gleichen Zeit auf dem Zweiten zunächst Daktari und später Raumschiff Enterpreis lief.
Völlige Verständnislosigkeit rief bei mir das abendliche Sportstudio hervor, wo die gleichen „heißen Szenen“ der jeweils gezeigten Spiele noch einmal von allen Seiten beleuchtet und von den Männern mit ebensolch gespannter Aufmerksamkeit verfolgt wurden wie am Nachmittag.
Meinen damaligen Entschluss, in der Zukunft einen Mann zu heiraten, den die magische Zeit: Samstag 18.00 Uhr völlig kalt lassen würde, ließ sich, mangels Auswahlmöglichkeit, leider nicht in die Tat umsetzen. Doch meine Rache wird furchtbar sein! Sollten mein Vater, was sehr wahrscheinlich ist, oder mein Mann, was auch sehr wahrscheinlich ist, vor mir sterben, steht der Beerdigungstermin schon fest! Samstag 18.00 Uhr, selbst wenn ich sie eine knappe Woche lang auf Eis legen müsste.
Bei meinem Bruder würde ich dafür sorgen, dass sein Schalke-Käppi, das mit seinem Kopf bereits verwachsen scheint, gesondert bestattet wird.
Da ich keine Söhne, sondern nur zwei Töchter habe, bleibt die nächste Generation meiner Kernfamilie-Gott sei Dank- vom Bundesligavirus verschont, aber bei den Infektionen wird gerne einmal eine Generation übersprungen. Wie viel besser würden die Dinge laufen, wenn die Männer ihren Frauen und Töchtern die gleiche Aufmerksamkeit widmen würden wie der Bundesliga! Unsereins kann wegen einer akuten Lumbago-Hexenschuss-auf allen Vieren ins Wohnzimmer gekrochen kommen, ohne eines Blickes gewürdigt zu werden, da irgendein Fußballgott gerade einen kleinen Tritt abbekommen hat und kaum merklich humpelt. Mit mitleidig schmerzverzerrtem Gesicht sitzt Mann vor dem Fernseher, während er im Kreissaal kaum eine Miene verzogen hat. Da weiß Frau doch gleich, dass sie, tabellenmäßig betrachtet, immer im Bereich der Abstiegszone steht.
Da die meisten Hochzeiten samstags stattfinden, soll es Männer gegeben haben, die dem Pastor oder Pfarrer ins Wort gefallen sind, um ihr Jawort vor 18.00 Uhr über die Bühne zu bringen.
Gerade fällt mir eine Marktlücke auf! Warum gibt es eigentlich keine Reizwäsche in den jeweiligen Vereinsfarben? Wahrscheinlich, weil sich Frau ruhig derart aufregend gekleidet vor den Bildschirm räkeln kann; sie wird niemals auch nur für den Bruchteil einer Sekunde, den Blick auf sich lenken, da die Spieler in den Trikots weit attraktiver wirken. Sind vielleicht alle Männer latent schwul? Wobei die wahrhaftig homosexuellen Männer für alles Sinn haben, nur nicht für den Fußball. Verfolgen die Übrigen den Stand der Tabelle nur deswegen so gebannt, um nicht in falschen Verdacht zu geraten?
Frau weiß es nicht, aber der Gedanke hat etwas für sich. Da ich einige Zeit als Sportärztin tätig war, kam ich nicht darum herum festzustellen, dass die gewählte Sportart eng mit dem Intelligenzquotienten korreliert ist. Befand sich der I.Q. im Bereich der Raumtemperatur, lag die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Patienten um einen Fußballspieler handelt bei 99,99%. So wie der dümmste Bauer die dicksten Kartoffeln hat, werden bei uns die geistig Minderbemittelten am besten bezahlt, denn, wie ein deutscher Fußballstar ganz richtig bemerkte: Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel!
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13. April 2012
Sind wir nicht alle auf der Suche?
Ich zum Beispiel hatte pünktlich zu Ostern meine Brille verlegt-die Ostereiersuche musste Wichtigerem weichen- und sie erst nach einer Woche, also heute, wieder gefunden, was den Tag, obwohl Freitag der 13. ist, zu meinem Glückstag gemacht hat. Demzufolge muss ich heute unbedingt noch Lotto spielen, wobei ich für den auszufüllenden Schein noch die richtigen Zahlen suchen muss.
Die Nordkoreaner suchen nach einer Möglichkeit, eine Trägerrakete erfolgreich vom Boden aufsteigen zu lassen. Der Segen ihres himmlischen Führers schien nicht ausreichend zu sein.
In Trier suchen die Leute an diesem Wochenende ihr Heil bei einer Pilgerreise zum „Heiligen Rock“, der kostbarsten Reliquie Triers, wobei es sich um das Kleidungsstück handelt, das Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung getragen haben soll.
Norbert Röttgen ist immer noch auf der Suche nach seiner eigentlichen Heimat und kann sich nicht zwischen Berlin und Düsseldorf entscheiden. Die FDP sucht verzweifelt nach Wählern, wohingegen Piraten und Grüne auf der Suche nach einem Wahlkampfthema sind. Die SPD sucht nach einem Kanzlerkandidaten, während Angie weiterhin auf der Suche nach einem klaren Standpunkt ist.
Die Franzosen suchen einen neuen Staatspräsidenten, ebenso wie die Amerikaner.
China sucht nach dem verschwundenen, exorbitanten Wirtschaftswachstum, Russland nach der Zarenkrone, die dringend für Putin benötigt wird. Japan sucht in seinem Inselreich nach einer Stelle ohne Erdspalte für neue Atomkraftwerke und die ganze Welt sucht nach Endlagern für den Atommüll.
Grass sucht, ebenso wie ich, seine Brille, denn sein neuestes Gedicht scheint ohne deren Einsatz zustande gekommen sein, wohingegen die Israelis noch nach einer Verhaltensweise suchen, wie mit solchen Ergüssen umzugehen ist. Die SPD ist somit zweifach auf der Suche, denn sie sucht nach einem Endlager für ihr einstiges Zugpferd.
Bei all diesem Herum-gesuche erscheint es geradezu banal, dass unsere Bauern größtenteils unbeweibt sind, zumal sie sich erst auf die Suche nach einer Frau begeben, wenn sie alle EU-Subventionen zusammen gesucht haben.
Wir alle suchen nach einer Möglichkeit, unseren eigenen Weg in diesem ganz normalen Wahnsinn zu finden, wenn wir die Suche nach einer günstigen Tankstelle eingestellt haben.
Ich suche nach einem würdigen Abschluss für diesen wirren Text, und, wie so oft, findet sich der Weisheit letzter Schluss in der Bibel.
„Suchet, so werdet ihr finden!“
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12. April 2012
Der Dax-oder heißt es vielleicht Dachs?- ist das scheueste Tierchen auf unserem Erdball. Jedes Hüsteln, ach, was sage ich, Räuspern eines Konzerns, verschüchtert ihn derart, dass es augenblicklich zu einer kompletten Verhaltensänderung kommt. Ich schreibe diese Zeilen übrigens bei hermetisch verschlossenen Fenstern und Türen und im flackernden Licht einer einzigen Kerze, damit ich dieses zarte Geschöpf, das meiner Meinung nach schon lange auf die Abschussliste gehört, nicht verschrecke. Auf die Abschussliste gehört es deshalb, weil es nur noch um diesen Schmarotzer und nicht mehr um den Menschen geht. Dieses Vieh hat uns alle zu Leisetretern gemacht. Bevor man sich bewegt, auch wenn es ausnahmsweise einmal in die richtige Richtung gehen sollte, wird zunächst ein wachsames Auge auf diesen invasiven Parasiten geworden. Er stand meines Erachtens nicht auf Gottes Liste, als es um die Erschaffung des Tierreiches ging und ich glaube kaum, dass für ihn ein Plätzchen auf der Arche vorgesehen war. Es handelt sich eindeutig um einen Homunculus aus rein menschlicher Retorte.
Streng nach dem Motto, dass man die Geister, die man ruft, nur selten wieder los wird, treibt er sein Unwesen in den Köpfen und Herzen der Menschen. Ja, er hat sogar die Führung übernommen. Menschlich vernünftiges Handeln-wobei ich im Moment noch nicht sagen kann, ob dies nicht eine contradictio in terminis ist-hat er nahezu unmöglich gemacht.
Er ist unersättlich in seiner Gier und frisst alles, was von Ehre, Ehrlichkeit, Würde und Edelmut geprägt ist. Ganz schlimm nagt er auch am Mitgefühl und an der Verantwortung füreinander. Er ist zum Zweck an sich geworden, der jedes Mittel rechtfertigt.
Je mehr man ihn umsorgt, desto anspruchsvoller und empfindlicher wird er, wobei hier die Chance läge, ihn wieder zu dem zu machen, als was er gedacht war.
Vernachlässigung wäre die einzig hilfreiche Therapie, die ihn wieder robust und lebensfähig machen würde. Ihn einfach links liegen lassen und sich statt um Zahlen, um Menschen kümmern. Entscheidungen nach Sachlage treffen, rational und trotzdem Verantwortungsbewusst, nicht nur in Bezug auf Heute, sondern vor allem auch auf die Zukunft.
Ha, wie wird er angekrochen kommen, wenn wir uns einfach nicht mehr von ihm beeindrucken lassen!
Wie wird er lernen müssen, seine Gier zu zügeln, wenn wir ihn nicht mehr täglich überfüttern!
Leider funktioniert diese Maßnahme nur, wenn wir uns alle gemeinsam daran halten, aber es sollte-hoffentlich-doch noch genug gesunder Menschenverstand übrig sein, der uns zusammen an diesem Strang ziehen lässt, wobei wir uns natürlich beeilen müssen, denn genau dieser gesunde Menschenverstand ist der bevorzugte Leckerbissen des Dax.
Ich werde jedenfalls den ersten Schritt tun. Die Fenster und Türen weit öffnen, um die Frühlingsluft herein zu lassen, egal, was der Dax davon hält. Desweiteren werde ich diese Zeilen veröffentlichen, obwohl sie eigentlich zu unbedeutend sind, diese Chimäre zu erschrecken.
Aber man weiß ja nie!
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6. April 2012
Du sagst, du liebst Blumen und züchtest sie.
Du sagst, du liebst Tiere und dressierst sie.
Du sagst, du liebst mich, und ich bekomme Angst.
Aus Himmel und Hölle; Spielarten der Liebe.
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4. April 2012
Er fährt weg, er ist weg.
Warum ging er?
Die Gründe sind himmelweit.
Sie fährt weg, sie ist weg,
sie ist weg, zur Einsamkeit,
denn ohne Mutter herrscht Höllenzeit.
Sie fährt weg, sie ist weg,
die Tochter auf Zeit,
ich wollte doch gut sein,
der Weg war zu weit.
Ich bin weg, ich fahre,
in den Schmerz hinein,
unwürdig zu leben,
wertlos für das Sein.
Dies hätte ich auch gerne, Geld dafür, dass ich etwas nicht in Anspruch nehme. Ich bin, z.B., nicht besonders oft auf den deutschen Autobahnen unterwegs und fordere jetzt meinen Anteil an den zwei Milliarden, die das Betreuungsgeld kostet. Gleichzeitig, wie abartig, brauchen die Kommunen noch viel mehr Geld, um garantierte Krippenplätze zur Verfügung zu stellen!
Der Wahnsinn ist eigentlich Alltagsgeschäft, wie immer, und ich wundere mich darüber, dass ich mich überhaupt noch wundere.
Es gibt Städte in Deutschland, in denen man Friedhofsparzellen bezahlen muss, obwohl man sie, durch Seebestattung gar nicht braucht!
Das Argument dafür ist eine herrliche Blüte in Bezug auf die Blödheit unserer Bürokratie, weil die Bürohengste-aus welchem Grunde auch immer heißen diejenigen überhaupt Hengste, obwohl Wallach viel angebrachter wäre?-sie müssen meine Grabstätte vorhalten und das verursacht eben die anfallenden Kosten.
Ich habe also einen Grundbesitz, von dem ich, bis zum Zeitpunkt meines Todes, nichts erfahren und nichts gewusst hätte. Ich habe desgleichen einen reservierten Platz in den Theater- und Opernhäusern, nur wird mir der bezahlt, weil ich ihn nicht beanspruche. Also besser, man bleibt daheim, aber Vorsicht beim Sterben!
Wie doof kann eine Bundesregierung sein, die erwägt, Geld dafür zu bezahlen, dass Kinder vom allgemeinen Bildungsangebot fern gehalten werden? Mit Prämie!!!
Die Regierung erscheint mir bildungsferner zu sein als die Schichten, die sie mit Geld in Unwissenheit halten wollen. Erkenne ich da eine Methode?
Soll ein Volk ebenso dumm gehalten werden wie seine Regierung?
Und viel, viel dümmer vielleicht, damit wir die Pappnasen auch beim nächsten Wahlgang , wider allen besseren Wissens und trotz allem besseren Wissen noch einmal wählen.
Wir sind so träge, so verhängnisvoll träge, wir schenken Vertrauen, wo es überhaupt nicht mehr angebracht wäre.
Wir vertrauen, weil es einfacher ist, als sich selber Gedanken zu machen. Davon lebt und handelt die Adels- und Finanzelite. Daran kranken wir, zu tiefst überzeugt, dass sie schon alles richtig machen werden. Wer ist dieses Sie?
Adelige Hohlköpfe ?Geldgier erlegene Finanzhaie?
Wir lassen sie machen, so ähnlich wie die Grabstätte, die ich niemals beanspruchen werde, aber ich bezahle schon heute dafür.
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3. April 2012
Wer ist man, dass man verdammen kann,
die Anmaßung führt zu folterndem Schmerz
zeige mir die Guten, Frau oder Mann,
zeige mir ein wahrhaftig tapferes Herz.
Wer ist man, sich Herrscher der Welt zu nennen?
Welche Gnade Gottes gab uns den Schein?
Als Sieger im täglichen Rattenrennen,
vermuten wir ständig, es zu sein.
Wer ist man, über den Tod zu richten?
Wer gab uns diese vermeindliche Macht,
tränenvoll wird sie uns vernichten,
Historie, die nur über uns lacht.
Wer waren die Hitlers, die Stalins denn alle?
Mao, das menschenschlachtende Kind?
Opfer dieser Machtgierfalle,
die Ambitionen verwehen im Wind.
Wer sagt uns, dass nicht die Stummen und Stillen,
schweigend, man kann sie gar nicht hören,
Erfüller sind vom göttlichen Willen,
doch solche Gedanken würden nur stören.-
2. April 2012
Hoffentlich haben Sie die letzte Woche genossen, denn hierbei hat es sich um den Sommer 2012 gehandelt.
Ich jedenfalls streckte meine Nase bis an die Grenze zum Sonnenstich unserem Zentralgestirn entgegen. Obwohl mein Gatte mir permanent mit dem Aufziehen der Sommerreifen in den Ohren gelegen hat, habe ich doch lieber gemütlich auf meiner Sonnenliege auf der Terrasse gelegen und dem Vögeln beim Nestbau zugeschaut. Reichlich Baumaterial hatte ich ihnen ja zur Verfügung gestellt, indem ich die Unterwolle unseres Bernersennhundes nicht entsorgt, sondern für die emsigen Piepmätze in einen Behälter gefüllt und gut sichtbar platziert hatte, und, was soll ich sagen? Sie haben den ganzen Hund verbaut! Gegen Nachschub direkt von der Quelle hatte Winston Churchill-so heißt der Hund-aber denn doch einiges einzuwenden.
Leider hat die Sonne den Nachteil, dass sie im Haus jede staubige Ecke gnadenlos anstrahlt. Da braucht es schon einen starken Charakter, um nicht in die Frühjahrsputzwut zu verfallen, und still in der Sonne liegen zu bleiben, was ich auch meinem Ehemann haarklein auseinander gelegt habe, als er einmal eben mit dem Zeigefinger über das schwarz lackierte Klavier im Wohnzimmer fuhr, und nach draußen kam, um mir diesen Finger zu präsentieren. Aber ich sage nur-Willenskraft.
Ich habe sowieso den Verdacht, dass es sich bei dem plötzlich einsetzenden Reinigungstrieb der Hausfrauen um einen sublimierten Sexualtrieb handelt, was ich meiner besseren Hälfte auch ausführlich erläutert habe.
Unsere klimatischen Verhältnisse sind eben so, dass jeder schöne Tag ausgenutzt werden muss, denn, um sich warm zu arbeiten, gibt es Gelegenheiten genug. Außerdem hat es einen gewissen ästhetischen Reiz, wenn die Staubfäden im hellen Sonnenlicht tanzen, aber den meisten Männern fehlt ja jeder Sinn für Schönheit. Naja, die Sommerreifen habe ich aufziehen lassen, woraufhin der Wetterbericht Schnee- und Graupelschauer vermeldete. Aber so ist das männliche Geschlecht. Im prospektiven Gehorsam wird überstürzt gehandelt und was das für unsere Erde bedeutet, sieht man jetzt wieder überdeutlich am Gas-Leck der Bohrinsel. Da wird bis in tiefste Tiefen gebohrt, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie dort unten Reparaturen zu bewerkstelligen sind. Da wäre es doch besser gewesen, die Leute von Total hätten sich friedlich in die Sonne gesetzt, mit der einen oder anderen Solaranlage im Gepäck. Überstürztes Handeln birgt das Wort Sturz bereits in sich!
Eine Frau würde niemals eine Toilette erwerben, bei der es Stellen gibt, die man partout nicht reinigen kann. Einer Hausfrau im Team wäre die Unzugänglichkeit sofort aufgefallen!
Genau so, wie es mit jetzt im Nachhinein auffällt, dass wir besser ein weißes Klavier gekauft hätten.
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29. März 2012
Schönheitschirurgen passen das Äußere dem Inneren an.
Mein Entschluss in Bezug auf die Bademode 2012 steht fest, denn ich werde einen Bauchring tragen. Es wird langsam hohe Zeit, dass üppige Frauen, was sage ich, normal gebaute Frauen wieder gefragt sind. In Israel sind Magermodells bereits verboten und, wenn das Foto einer Frau massiv aufgehübscht wurde, muss diese Aktion auf dem Plakat angegeben werden. Früher war man mit Kleidergröße 38 bereits ein Hungerhaken, aber, ich habe mir sagen lassen, dass nur noch Größe 28 auf den Catwalk kommt. Wobei sich mir die Frage aufdrängt, ob man Frauen, die in eine derartige Konfektionsgröße hinein passen, überhaupt noch sieht. Theoretisch müssten diese Knochengerüste nachträglich per Bildbearbeitung mit ein wenig Muskel- und Fettmasse versehen werden, denn sonst weiß man nicht, ob auf den Fotos für Mode oder für Krebsvorsorge geworben werden soll.
Obwohl eigentlich bekannt sein sollte, dass Schönheitsoperationen nicht zu einem verschönerten, sondern eher zu einem merkwürdigen Aussehen führen, boomt die Branche. Ich kann mir das nur so erklären, dass hier schockierte Blicke mit komplimentierenden verwechselt werden.
Aber ich war ja noch bei meiner persönlichen Bademode.
Den Bauchring hatte ich bereits erwähnt. Fehlen nur noch leicht eingedellte Oberschenkel, einen nennenswerten Busen hatte ich, wegen strikter Silikonabstinenz, noch nie und da sich das Schlauchboot bereits in der ungefähren Gegend meiner Taille befindet, brauche ich es mir nicht in die Lippen spritzen zu lassen.
Botox lasse ich auch weg, weil ich ansonsten meine Augen, bei allzu starkem Sonnenlicht nicht zusammen kneifen kann. Die Zornesfalten werden auch nicht behandelt, denn wenn ich zornig bin, soll man es mir, verdammt noch einmal, auch ansehen.
Da regen sich die Frauen auf, dass Männer ihnen ihre Gefühle nicht im Gesicht ablesen können und sind Dauergast bei Dr. Botox!
Jedenfalls hat mir mein persönliches Bademodenkonzept sämtliche Frauenzeitschriften erspart, die vor Diättipps geradezu bersten. Ich falle auch nicht auf angebliche Wundermittel herein, die einem das „Friss weniger und bewege dich“ ersparen sollen.
Statt Tattoos trage ich Sommersprossen und damit wäre ich für den Sommer 2012 gerüstet. Fehlt eigentlich nur noch eine extrem verdunkelnde Sonnenbrille, damit ich die Männer, die sich niemals mit solchen Problemen beschäftigen, am Strand nicht allzu deutlich sehen muss.
Diese Brille werde ich auch tragen, wenn ich mich vor den Spiegel stelle, denn was Männer in Bademode verschönert, sollte bei mir kein Problem darstellen und, wenn die Personenwaage protestiert, kann es sich nur um ein physikalisch-lokales Phänomen der Schwerkraft handeln!
Was weiß ich denn, welche Neutrinos da gerade wieder ihr Unwesen treiben.
28. März 2012
Imperativ:
Hätte, könnte, sollte, müsste; wer sein Leben mit Konjunktiven vergeudet, steht völlig perplex vor dem letzten:”Du musst.”
Die Triefnasenzeit ist angebrochen, obwohl die meisten Pollen noch gar nicht in der Luft sind, was einmal mehr beweist, dass man einem Allergiker nur das Foto einer blühenden Wiese vor Augen halten muss, um einen herrlichen Allergieanfall zu provozieren. Jeder, dem jetzt, aus welchen Gründen auch immer, die Nase läuft und die Augen tränen, hält sich von der Volkskrankheit Nummer 1 befallen, wobei die Entscheidung, ob es sich wirklich um eine Allergie handelt, höchst einfach zu treffen ist. Frage: Jucken Augen und Nase? Wenn ja, dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Allergie, wenn nicht, dann eben nicht.
Bevor man daraufhin behauptet, gegen alles, was da krabbelt und fliegt, allergisch zu sein, empfiehlt sich ein einfacher Allergietest mit anschließender Desensibilisierung, die jetzt sogar schon ohne Einsatz von Spritzen zu haben ist, sodass man sich, nach drei Jahren, zu den Glücklichen zählen kann, die den Frühling aus vollem Herzen begrüßen.
Aber, bequem wie der Mensch nun einmal ist, jammert er lieber für den Rest seines Lebens die ganzen schönen Jahreszeiten hindurch und labt sich lieber am sekundären Krankheitsgewinn des bedauernswerten Allergikers, als sein Schicksal selber in die Hand zu nehmen.
Hat sich dann ein allergisches Asthma manifestiert, ist die Kuh nicht mehr vom Eis zu bekommen. Da werden, in der Annahme einer Allergie, cortison-haltige Nasensprays benutzt, bis die Schleimhäute bluten, ohne jemals abzuklären, warum denn die Nase läuft. Gerade bei älteren Menschen handelt es sich eher um eine chronische Rhinitis als um eine allergische.
Womit wir zum letzten Punkt kommen, die Psyche. Während ich dieses schreibe, läuft mir aus empathischen Gründen andauernd die Nase, weil ich eben nicht zu den Allergikern gehöre, aber im Moment durchaus nachvollziehen kann, wie sie sich fühlen müssen.
Aus ebendiesen empathischen Gründen entsteht dieser Artikel, denn, was nützt uns der ganze medizinische Fortschritt, wenn die Menschen ihn, aus welchen Motiven auch immer, nicht in Anspruch nehmen. Der alte Wahlspruch, dass „Vorsorgen besser als heilen ist“, hat mehr Gültigkeit denn je und zwar nicht nur in Bezug auf Allergien.
Die meisten Krebsformen sind heilbar, wenn man den Medizinern die Chance gibt, sie frühzeitig zu entdecken! Der Herzinfarkt ist ein vermeidbares Ereignis, wenn man sich nur früh genug zum Arzt begeben würde. Schlaganfälle wären ebenso zu verringern, wenn man sich einmal Gedanken über seinen Blutzuckerspiegel und sein Gewicht machen würde.
Jedes Symptom ist im Anfangsstadium durch eine Umstellung der Lebensweise, auch ohne Tablette in den Griff zu bekommen, was mich wiederum zum Thema Bequemlichkeit bringt, denn natürlich ist es einfacher, die Pharmaindustrie reich zu machen, als sein eigenes Leben zu bereichern.
Denn in allem gilt, wenn ich Paracelsus zitieren darf: „Die Dosis macht das Gift!“
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26. März 2012
Spruch des Tages:
Jedes noch so winzige Leben schafft ein Stück Ordnung im unendlichen Chaos des Universums.
Seit gestern laufe ich wieder bis Oktober Amok, weil unsere uneinsichtige Bundesregierung mir einmal wieder eine Stunde Zeit entwendet hat, ohne vorher anzufragen, was mir die Frage aufdrängt, ob es nicht möglich ist, eine einmal getroffene Entscheidung rückgängig zu machen, wenn es sich erwiesen hat, dass sie nichts bringt.
Als ich heute Morgen um sieben Uhr aufgestanden bin, war es natürlich schon acht Uhr und seitdem bemühe ich mich, die sechzig Minuten irgendwie wieder aufzuholen, begleitet von Flüchen und allerhand guten Wünschen an die Politik.
Wenn die Sonne ihren höchsten Stand hat, ist es für mich vom Gefühl und der Sonnenzeit her, genau zwölf Uhr, während mir das kleine politische Menschlein, das es besser als die Sonne weiß, vorgaukelt, es wäre schon eins.
Da wird sich einfach einmal über unser Zentralgestirn hinweg gesetzt. Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen, um eine überdimensionierte Sonnenuhr zu erwerben, die dann wahlweise entweder vor dem Bundestag oder vor dem Kanzleramt aufgestellt werden soll, aber ich habe da so meine Bedenken, ob dieser Wink mit dem gesamten Zaun überhaupt in die Berliner Betonköpfe vordringt.
In völliger Konfusion befand sich übrigens meine Schwägerin, die ihre Tochter zu einem Tanzwettbewerb begleiten sollte, denn der findige Busfahrer, der die Truppe fahren sollte, hatte die Abfahrtzeit in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf 2.30 Uhr festgesetzt, offensichtlich in Unkenntnis dessen, das es diese Uhrzeit infolge der Zeitumstellung überhaupt nicht gab! Wie das ganze letztendlich ausgegangen ist, muss ich im Verlaufe des heutigen Tages noch telefonisch klären, fällt mir da gerade ein.
Wie einfach Zeitreisen zu bewerkstelligen sind, hätte selbst Einstein sich nicht träumen lassen, denn wir alle haben ja eine solche per Gesetz hinter uns. Wir alle waren in der verlorenen Stunde schneller als das Licht. Worum sich die Neutrinos vergeblich bemühen, darüber kann unsere Regierung nur lachen, die menschliche Gesetze, ganz einfach einmal eben so, über physikalische stellt.
Da dachte man, die Zeiten, in denen die Erde eine Scheibe war und die Sonne um die Erde kreiste, wären lange vorbei. Was damals die Kirche unwiderruflich festlegte, worüber wir uns heute noch brüskieren, nehmen wir staatlicherseits unkommentiert hin, mit Ausnahme von mir, wenn ich es recht bedenke.
Jedenfalls werde ich dieses Jahr meinen Boykott der Sommerzeit rigoros durchziehen, wobei ich jetzt schon alle meine Freunde darauf hinweise, dass bei mir bis Oktober unbedingt mit sechzigminütigen Verspätungen zu rechnen ist. Jeder Empörung darüber kann ich mit einem kurzen Fingerzeig in Richtung Sonnensystem sofort den Wind aus den Segeln nehmen. Bei Bahnreisen wäre ich sowieso ungeschlagen im Vorteil, weil sämtliche Züge für mich auf einmal überpünktlich sind.
Nun kann ich auch endlich wieder langsamer werden, denn ich habe mir gerade sechzig Minuten Lebenszeit geschenkt.
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23. März 2012
Spruch des Tages:
Obwohl wir nicht sicher wissen können, ob wir abends heimkehren, gehen wir doch jeden Tag in die Welt hinaus.
Was für ein herrlicher Freitag! Zumal es der letzte dieser Woche ist, doch Spaß beiseite, Ben Wettervogel hat sich heute Morgen bei seinem Wetterbericht fast überschlagen. „Toll, prima, herrlich….“, dem Mann sind die Superlative förmlich knapp geworden.
Frühling, eben!
Bei mir läuft im Hintergrund die Vereidigung von Joachim Gauck als elften Bundespräsidenten und ich werde gleich, quasi live, eine erste Stellungnahme zu seiner Antrittsrede geben. Zurzeit versucht Lammert gerade Wulffs Ehre nachträglich wieder herzustellen, desgleichen anschließend Seehofer. Jetzt kommt sie, die heiß ersehnte Antrittsrede!
Nun ist sie auch schon vorbei und mir im Gedächtnis geblieben ist:
„Nur wenn wir sagen, wir sind das Volk, werden wir ein Volk, und, das Streben der Unterschiedlichen nach Gemeinsamkeit, und Vertrauen, Vertrauen und noch einmal Vertrauen, klare Rede bei den Politikern und Engagement bei allen Bürgern.“
Was fange ich nun damit an?
Zunächst einmal bei mir selbst. Vertrauen, klare Rede, der Glaube an die Selbstwirksamkeit, Unterschiede aushalten und sie nicht gegeneinander ausspielen, sondern sie verbinden. Nicht warten, bis mir jemand sagt, was zu tun ist, sondern selber tun. Mmh….
Somit wäre das Betreiben dieser Artikel der erste Schritt in die richtige Richtung. Einfach weiter machen, ohne zu wissen, ob überhaupt irgendjemand meine Zeilen liest. Sich jeden Morgen dazu aufraffen, diese wenigen Worte zu schreiben, auch wenn tausend Bequemlichkeitsgründe dagegen sprechen, obwohl es das einzige ist, von dem ich meine, dass dich es kann.
Weiter meine Gedichte und Sentenzen veröffentlichen, obwohl sie mir in den Wind geschrieben vorkommen, in der Hoffnung darauf, dass sie irgendwo ein kleines Echo finden.
Im Prinzip ist es gar nicht so schwer. Einfach sich selber fragen, welche besonderen Fähigkeiten habe ich und wie kann ich mich damit nützlich machen. Wer den Helfer oder den Beschützer in sich erkennt, hilft und beschützt eben. Wer Schönheit liebt, verschönert eben ein winziges Stück Welt. Wer gerne liest, liest vor, damit auch andere in die wunderbare Welt des geschriebenen Wortes eintauchen können. Wer gerne lächelt, lächelt eben nur und gibt dieses Lächeln weiter. Diese Liste wäre noch endlos fort zu setzen.
Was kann ich? Was mag ich? Wie kann ich andere daran teilhaben lassen?
Mehr ist gar nicht nötig.
So schaffen wir ein Land zu dem „unsere Kinder und Enkelkinder auch noch unser Land sagen können.“ (Joachim Gauck)
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22. März 2012
Spruch des Tages:
Es ist manchmal wirklich bedauerlich, dass es keine Hölle gibt.
Heute soll fraktionsübergreifend darüber diskutiert werden, wie denn die Sache mit der Organspende gesetzlich zu regeln sei. Ein Jahr lang dauert die Debatte schon an, ein Jahr, in dem täglich 3-4 Patienten, die dringend ein Organ benötigt hätten, gestorben sind. Die Herren und Damen Politiker rechnen aber fest damit, dass in weiteren sechs Monaten mit einem Gesetz zu rechnen ist.
So bald schon!
An die 12.000 Patienten warten im Moment auf ein rettendes Organ, dabei wäre die Sache ganz einfach zu regeln. Wer im Falle eines Falles selber ein Organ haben will, soll, verdammt noch eins, den A… endlich hoch bekommen, um sich einen Spenderausweis zu verschaffen! Nun soll das Ganze über die Krankenkassen geregelt werden. Jedes Mitglied wird einzeln angeschrieben und zunächst einmal über Organspende informiert werden, ob dann diesem Schreiben, jeweils ein Spenderausweis beigelegt ist, wird wohl von Kasse zu Kasse unterschiedlich sein. Auch die Verbindlichkeit, endlich einmal ein klares Ja oder Nein zum Thema Eigenspende abzugeben, liegt noch in himmelweiter Ferne, obwohl die Uhr für 12.000 Patienten gefährlich tickt.
Die niederländische und spanische Lösung des Problems-jeder, der nicht spenden will, muss dies schriftlich bei sich haben, alle anderen sind automatisch mit einer Spende einverstanden-ist erst einmal komplett vom Tisch. Typisch deutsch! Warum einfach, wenn man etwas kompliziert gestalten kann.
Jedenfalls sollen die Mitglieder der Krankenkassen immer und immer wieder angeschrieben werden, bis auch der letzte Trottel gemerkt hat, dass mit diesen lästigen Briefen, eine einfache Entscheidung von ihm erwartet wird. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich werfe Schreiben, die mich andauernd nerven, ohne sie zu öffnen in den Müll. Abgesehen von den Kosten, die diese Briefaktion verursachen wird, darf man die 3-4 Toten täglich nicht vergessen.
Man sollte auch nicht aus den Augen verlieren, welche Erleichterung es für die Angehörigen bedeutet, wenn man sich schon zu Lebzeiten eindeutig zur Organspende geäußert hat.
Aber so ist der Mensch! Dinge, die ihn nicht unmittelbar betreffen, interessieren ihn nicht. Vor allem nicht der Gedanke an den eigenen Tod, dabei wäre die Erwägung eines eigenen Organversagens durchaus nahe liegend, denn diese hochspezifischen Gewebe sind nun einmal nicht für die Ewigkeit gemacht. Die Allgegenwart der Bakterien und Viren kann uns da schnell eines Besseren belehren und in diesem Falle wäre es doch gut, wenn sich ein anderer frühzeitig Gedanken gemacht hat und verantwortungsvoll genug gewesen ist, sich zur Organspende zu entschließen.
Haben wollen wir alles, aber hergeben tun wir nichts!
Dabei wäre der Gedanke doch tröstlich, dass das eigene Herz, die eigenen Nieren, die eigene Leber, die eigene Lunge, die eigene Hornhaut der Augen nicht sinnlos unter der Erde verrotten oder zu Asche verbrennen, sondern Licht und neues Leben schenken.
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21. März 2012
Schwere Vorwürfe gegen BVB-Star: Hat Großkreutz Asamoah wegen der Hautfarbe beleidigt? http://t.co/NS3reUQL
Spruch des Tages:
Suchen hilft nichts, man muss sich nur daran erinnern, wann man etwas zuletzt besessen hat.
Es ist ein Kampf entbrannt zwischen Ost und West!
Nach dem Solidarpakt II sollen bis 2019, weitere 156 Milliarden Euro von West nach Ost fließen, obwohl die Städte des Ruhrgebietes bereits jetzt unter der eigenen Schuldenlast schier zusammen brechen. Da werden Schwimmbäder geschlossen und die Schulen befinden sich in einem derart desolaten Zustand, dass die Schulleiter erwägen, die Schüler nur mit Helm und Grubenleuchte ausgestattet, die Gebäude betreten zu lassen, was ja irgendwie zum Flair des Ruhrgebietes passt.
Es wird erwogen, den Straßenverkehr nach Untertage zu verlegen, da sich die noch vorhandenen Flöße und Stollen in einem weit besseren Zustand befinden als die Verkehrswege Übertage.
Mein Mann ist leidenschaftlicher Motorradfahrer und fährt bevorzugt auf den fabelhaft ausgebauten Landstraßen in Thüringen, auf denen er mit seiner Truppe weitgehend alleine unterwegs ist. Westdeutsche Landstraßen werden nach Möglichkeit umgangen, wegen der erheblichen Unfallgefahr. Es soll Ostdeutsche geben, die, wenn sie in den Westen müssen, die letzten Trabbis wieder in Betrieb nehmen, da diese Pappkameraden, abgesehen von Panzern, allein in der Lage sind, den maroden Straßen im Westen zu trotzen.
Man schickt einen Wagen der Oberklasse eben nicht ungestraft auf die Feldwege West!
Im Prinzip lernen die Westler jetzt ausführlich kennen, wie es ihren Brüdern und Schwestern zu DDR-Zeiten ergangen sein muss. Der Klassenraum meiner Tochter wurde von den Eltern in Eigenarbeit saniert, was erstens gut für die klamme Kasse unserer Kommune, zweitens unschätzbar für die allgemeine Solidarität war. Vielleicht hatte Berlin ja diesen Erziehungseffekt im Sinn, als der Solidarpakt bis 2019 verlängert wurde.
Tafeln, bei denen Bedürftige verköstigt werden, finden sich selbst bei uns auf dem Dorf an jeder Straßenecke und Frau Aigner empfiehlt den Westdeutschen bereits, sie sollen sich nur noch von abgelaufenen Lebensmitteln ernähren. Ich bin gespannt, wann die ersten Carepakete aus dem Osten bei uns eintreffen!
Westberlin ist dermaßen überschuldet, dass man im Ostteil der Stadt schon einmal ein kleines Mäuerchen in Erwägung zieht, sollen doch die herunter gekommenen Westler nicht die grandios sanierten Städte Ost mit ihrem Anblick verschandeln. Auf Rügen, das kaum wieder zu erkennen ist, wird den ausgebluteten Wessies denn auch eine saftige Kurtaxe abgenommen, damit sie kostenpflichtig bewundern können, was mit ihrem Geld da aus dem Boden gestampft wurde, nur um dann zu hören, dass zu DDR-Zeiten alles viel besser war. Ich spreche hier übrigens aus persönlicher Erfahrung! Die Preise in der Gastronomie kann sich der Otto-Normal-Westler kaum noch leisten, und deshalb haben mein Mann und ich beschlossen, auf das teure Pflaster Rügens- im wahrsten Sinne des Wortes-zu verzichten und mit dem heimelig herunter gekommenen Fehmarn vorlieb zu nehmen.
Als wir damals mit der ständigen Bedrohung aus Osten in Angst und Schrecken versetzt wurden, hatten wir dabei eigentlich an die Russen gedacht!
20. März 2012
Spruch des Tages:
Liebe ist un-bedingte Zu-neigung.
Siehe, er ist da, der Heilsbringer, der Retter!
Dass ausgerechnet ein erzkonservativer Pastor diese Rolle inne hat, lässt tief in deutsche Abgründe blicken, denn alle scheinen sich nach einer Vaterfigur zu sehnen, die endlich sagt, wo es lang gehen soll.
Ich habe mich selber dabei erwischt, dass ich bei seiner kurzen Rede nach seiner Wahl zum BP gebannt an seinen Lippen gehangen und gehofft habe, dass er jetzt gleich kommt, der erlösende Satz, der alles wieder zurecht rückt. Ganz Deutschland schien inne zu halten und zu lauschen. Wie dieser Mann es schafft, unter dieser Bürde der himmelhohen Erwartungen nicht zusammen zu brechen, ist nur denjenigen ein Rätsel, die nicht an Gott glauben, denn schließlich weiß Gauck Ihn hinter sich, der in allem das letzte Wort hat.
Den Glauben darf man nicht unterschätzen. Wenn man schon nicht an Gott glaubt, ist es enorm wichtig, überhaupt an irgendetwas zu glauben, und genau das ist es, was den Menschen in Deutschland zu fehlen scheint, der Glaube.
Ich will mich hier nicht als religiöser Eiferer präsentieren, denn oftmals reicht es schon aus, wenn man nur an sich selber glaubt. Dies schien in der vergangenen Zeit das Einzige zu sein, an das man noch glauben konnte, denn Politiker, der Verfassungsschutz, die dopenden Sportler, die Weltwirtschaft, die Banken, die europäische Gemeinschaft, das kränkelnde Amerika, die katholische Kirche, der Kommunismus und der Kapitalismus haben alle ihr Scherflein dazu beigetragen, unseren Glauben nachhaltig zu erschüttern und, wer am Existenzminimum herum krebst, mag noch nicht einmal mehr an sich selber glauben.
Dabei wollen wir doch so gerne glauben, auch wenn die meisten von uns sich das nicht eingestehen wollen, denn anders lässt sich die Tatsache der Vorschusslorbeeren für Gauck nicht erklären.
Wir wollen endlich wieder jemanden „beim Wort nehmen“ können!
So könnte der Themenkatalog des neuen BP, der aus Freiheit und Verantwortung besteht, noch um den Punkt Vertrauen erweitert werden, denn ohne Vertrauen ist alles nichts.
Der Glaube und das Vertrauen darauf, dass ich eigenmächtig mein Leben gestalten kann, ohne dass mir aus Profit- und Machtgier unnütz Steine in den Weg gelegt werden.
Nur wer an seine Zukunft glaubt und darauf vertraut, dass er auch eine hat, wird alles dafür tun, diese aktiv mitzugestalten.
Die allgemeine Unverbindlichkeit ist eine brüchige Hängebrücke, der man nur ungern sein Leben anvertraut und endloses herum lavieren war noch nie zielführend.
Nun also Gauck!
Erwarten wir gespannt seine Antrittsrede.
Die Sonntage werden wieder zerbrummt. Ach, was sage ich, zerröhrt, denn der Sonntag ist Formel 1 Tag. Was die Kiddies mit ihren I-Pots schaffen, nämlich sich die Ohren zu zerdröhnen, erledigen die Männer spielend, in dem sie stundenlang zuschauen, wie Boliden im Kreis herum fahren. Der Erfolg ist gleich dreifach, denn sie schädigen das Gehör der Ehefrauen und deren Nerven gleich mit.
Und diesen stumpfsinnig in die Glotze starrenden Typen hat Frau die Weltherrschaft überlassen!
Ich habe das Problem, dass sich quasi in jedem Zimmer unseres Hauses ein Fernseher befindet-vom Bad und der Gästetoilette einmal abgesehen-, sodass Mann von Raum zu Raum schreiten kann, ohne Wesentliches zu verpassen, denn die Fernseher laufen alle gleichzeitig und zeigen- natürlich- dasselbe Programm. Extrem wird es, wenn mein Vater des Sonntags zu Besuch ist, denn der ist schwerhörig! Die Konsequenz daraus ist, dass es sich, durch das, bis ans Lautstärkemaximum gestellte, Motorengeräusch der PS-strotzenden Gefährte, bei uns im Haus so anhört, als wäre ein Schwarm vom körperlich riesigen Killerbienen unterwegs.
„Wir schauen uns nur den Start an!“, lautet die schwache Ausrede, wenn meine Mutter und ich die Inbetriebnahme aller Fernseher gleichzeitig mit einer hochgezogenen Augenbraue quittieren. Ist es beim Start nicht zum spektakulären Crash gekommen, weswegen der Start überhaupt so gerne angesehen wird, muss weiter geschaut werden, denn irgendwen wird es doch im Verlauf des Rennens aus der Bahn werfen müssen!
Männer, eben!
Was mich direkt zu Michael Schumacher bringt, der in seinem Leben wahrlich genug Titel und, nicht zu vergessen das damit verbundene, horrende Preisgeld, gescheffelt hat. Seine Rückkehr auf die lebensgefährlichen Pisten kann ich mir nur damit erklären, dass er dem gleichen Glauben anhängt wie die ägyptischen Pharaonen, denn die konnten auch nicht genug Gold mit ins Grab nehmen, um für ein nächstes Leben mehr als gerüstet zu sein.
Die Formel 1 ist in meinen Augen nicht nur lästig, sondern auch gefährlich, denn jeder Mann, der ein PS-starkes Auto besitzt, hält sich auf den deutschen Autobahnen, Landstraßen und sogar im innerstädtischen Bereich, anscheinend selbst für einen Formel 1 Piloten. Wie man seine imaginären Gegner auf der Straße austrickst, um als Erster das Ziel zu erreichen, haben sie durch einen Crash-Kurs, der hier gerade seinem Namen alle Ehre macht, im sonntagnachmittäglichen Schulfernsehen für potentielle Raser gelernt.
Dieses unbedingte Streben nach der Pole-Position gilt natürlich auch für Motorradfahrer.
Frau bleibt demnach nicht anderes übrig, als gelegentlich einen Kleinwagen als Safety Car ins Rennen zu bringen.
Insgesamt sind die Rennen, von der spannenden Situation auf den deutschen Straßen einmal abgesehen, sowieso langweilig, weil am Ende irgendein Deutscher gewinnt, hieße er nun Schuhmacher oder Vettel. Dieser erhält dann dafür, dass er seine Millionen, am deutschen Fiskus vorbei, im Ausland in Sicherheit bringt, die höchsten Auszeichnungen, die der deutsche Staat zu vergeben hat und damit wird dann das Kreisgebrumme entgültig zum Tollhaus!
19. März 2012
Der Ehrgeiz trägt bevorzugt Fratze,
sanftmütig schnurrend, Krallentatze.
Panther-löwen-tigergleich,
verteidigt er bedeutungsreich,
vorgetäuscht Besonderheit,
wahnexistente Prächtigkeit.
Schaut zu mir auf, ihr Herdenvölker!
Dumpf stierende Parolenbölker.
Die Wahrheit ist mein Eigentum,
und sie begründet meinen Ruhm.
Bin und war das hellste Licht
bis zu Gottes Weltgericht.
Man tritt ein ins Himmelreich
und Gott fragt:”Wer warst du gleich?”
Spruch des Tages:
Die Konflikte im nahen Osten sind nicht militärisch zu lösen, sondern nur dadurch, dass man die… http://t.co/idEQmfgH
15. März 2012
Kann die Seele faltig werden?
Gerade so wie mein Gesicht?
Bekommt sie ähnliche Beschwerden,
wie wenn der Körper zu uns spricht?
Altert sie, genau wie ich,
ist sie zur Dauer doch bestimmt?
Wahres Dasein ewiglich,
etwas, das der Tod nicht nimmt?
So viele Fragen ohne Antwort,
vorsichtig hoffend, dass vielleicht,
an einem unbekannten Ort,
die Seele schließlich Gott erreicht.
Wenn das Volk sich einig ist,
aus Fremden, Freunde, Herz an Herz.
Etwas, das man nie vergisst,
Menschen gegen den Kommerz.
Menschen, die nur leben wollen,
nicht berühmt, jenseits der Macht.
Losgelöst vom fremden Sollen,
miteinander wird gelacht.
Wo Potentaten haltlos fallen,
breitet sich die Freude aus.
Wir sind das Volk! Die Rufe hallen,
weit über Grenzen noch hinaus.
Lautes Lachen unter Tränen,
Brüder, Schwestern, die wir sind.
Freiheit ist, was wir ersehnen,
damit das Leben neu beginnt.
Ha! Ich werde keine überteuerten Getränke mehr austeilen, wenn ich Gäste habe. Ich schenke einfach Super plus und Diesel in o,2 cl Schnapsgläschen aus. Meine Gäste werden sich hüten, dieses teure Nass zu trinken, was übrigens einen sehr wohltuenden Effekt auf die Verwüstung meiner Wohnung hat, denn äußerst betrunkene Gäste haben nun einmal einen Hang zum Vandalismus.
Meine Partys werden die beliebtesten von allen, denn man kann sich durch einen einfachen Besuch, die Spritrechnung der folgenden Woche sparen. Am Morgen gibt es keinen Kater, mit der verzweifelten Frage, was habe ich gestern eigentlich noch alles angestellt?
Man kann mit seinen Gästen über ernsthafte philosophische und psychologische Themen, die mit steigender Betrunkenheit sowieso auf der Liste stehen, endlich einmal vernünftig reden und einigen der Besucher klar machen, dass ihre behauptete Tiefgründigkeit nicht weiter ist, als ein Vollrausch.
Die lallenden Weltverbesserer werden endlich einmal in ihre Schranken verwiesen, denn in der Trunkenheit phantasierte Revolutionen, werden zumeist in das Klo gekotzt.
Die Benzinpreise können gar nicht hoch genug sein, wenn sie mich davor bewahren, am nächsten Morgen eine Toilette putzen zu müssen, bei der mehr daneben als hinein gegangen ist.
Es wäre eine zu bedenkende Alternative, wenn wir den Ethanol statt in uns, in unseren Tank kippen würden. Lösungsmittel werden nicht mehr geschnüffelt, sondern den immer kleiner werdenden Ressourcen zugefügt. Nagellacke, Dauerwellen und dergleichen chemischen Unsinn mehr werden eingestampft.
Warum gibt es eigentlich noch Formel I Rennen?
Die könnten doch genauso gut auf Pferde umsteigen!
Aber dies war ja das gestrige Thema, denn ich war noch bei den häuslichen Einsparungen.
Wenn wir die Aussage: „Jeder Gang macht schlank!“, noch nicht verinnerlicht haben, geschieht uns ganz recht.
Autos scheinen die Funktion von Avataren zu haben, denn wer sich nicht mit sich selbst identifizieren kann, tut es über sein Auto. „Seht her, ich bin zwar nicht viel wert, aber: „ Obacht!“, seht, welch ein Auto ich fahre! Da kommen mir gleich die Testosteron-überfrachteten Fahrer der Luxusautos in den Sinn. Anstatt die eigene Frau nach Strich und Faden zu verführen, um diese hormonelle Last los zu werden, steigen sie lieber in ihre Kampfmaschine und machen auf der Autobahn alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Bevorzugt Frauen, die einfach nur ans Ziel kommen wollen und darüber hinaus keine unbewussten Absichten haben.
Irgendwie, sorry, ihr Männer, ergibt sich aus meinen Ausführungen, dass die Benzinpreise gar nicht hoch genug sein können.
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Jetzt ist es soweit! Ich steige wieder auf das Pferd um, das zwar nur ein P.S. hat, aber dafür verirrt man sich nicht im Dschungel des neuen Strafpunktesystems in Flensburg. Ich muss mich nur noch erkundigen, welche Plakette ich für den Innenstadtbereich benötige, denn der Methanausstoß eines Pferdes mit Neigung zu Blähungen ist nicht unerheblich. Weiterhin muss ich in Erfahrung bringen, ob es, entsprechend den Tüten für Hundekot, etwas größere Behältnisse für Pferdeäpfel gibt. Ein Rennpferd müsste es sein, denn dieses würde eine ausreichende Geschwindigkeit zustande bringen, die für die Benutzung von Autobahnen erforderlich ist.
Frauen sind einmal mehr die Vorreiter, im wahrsten Sinne des Wortes, denn welches Geschlecht fängt mit spätestens Ende zwanzig an zu reiten?
In dieser Altersklasse sind genügend Erfahrungen vorhanden, frei nach dem Motto: Wer die Männer kennt, steigt auf das Pferd um!
Da die Benzinpreise im Moment so hoch sind, dass man davon problemlos mindestens zwei Pferde finanzieren könnte, sehe ich für meinen Mann keine Möglichkeit, vernünftige Argumente gegen die Anschaffung von mindestens zwei Tieren aufzubringen.
Wenn ich an die Reitkünste meines Gatten denke, wäre der zusätzliche Erwerb eines Ochsens in Erwägung zu ziehen, was jetzt keine Anspielung sein soll.
Natürlich ist der Zeitaufwand, um von A nach B zu kommen nicht unwesentlich größer, aber eine allgemeine Ent-schleunigung würde uns allen gut tun. Im Prinzip haben wir die Zeitersparnis, die das Auto mit sich brachte, darin investiert, immer mehr Autos zu bauen, nur um anschließend diese scheinbar gewonnene Zeit, missmutig im Stau zu verbringen. Eine Nullnummer, wenn man so will.
Kriege wären auf Schlachtrössern plötzlich wieder überschaubar, wenn sie überhaupt stattfinden, denn natürlich müssten diejenigen, die einen Krieg für unabdingbar halten, höchstpersönlich an der Spitze mit reiten, wie die Kriegshelden vergangener Tage. Damit wären auch die Atomkriege ad acta gelegt, denn so eine Atombombe passt kaum in eine Satteltasche und wenn sie in Zukunft einmal hinein passen sollte, wird sich derjenige, der sie mit sich führt, drei Mal überlegen, ob er sie auch zündet.
Was für herrliche Zeiten kämen auf uns zu, stiegen wir auf Pferde um! Frauen hätten endlich einen vernünftigen Ansprechpartner, OPEC und Zapfsäulen könnten uns egal sein und auch der katastrophale Zustand westdeutscher Straßen wäre kein Problem mehr, denn ein Pferd nimmt deren Hindernisse ohne Rücksicht auf Reifen, Radaufhängung, Stoßdämpfer und dergleichen mehr nehmen zu müssen.
Navigationssysteme wären überflüssig, denn ein Pferd findet immer in seinen Stall zurück. Alkoholritte gestalten sich ebenfalls völlig unkompliziert, denn wenn der Reiter das Denken einstellt, übernimmt automatisch das Pferd, das sowieso den größeren Kopf hat.
Nun werde ich diesen Text beenden, denn ich muss an einem diesbezüglichen, ausgefeilten Konzept arbeiten, das sofort beim Bundesverkehrsministerium eingereicht werden muss.
Jetzt ist es soweit! Ich steige wieder auf das Pferd um, das zwar nur ein P.S. hat, aber dafür verirrt man sich nicht im Dschungel des neuen Strafpunktesystems in Flensburg. Ich muss mich nur noch erkundigen, welche Plakette ich für den Innenstadtbereich benötige, denn der Methanausstoß eines Pferdes mit Neigung zu Blähungen ist nicht unerheblich. Weiterhin muss ich in Erfahrung bringen, ob es, entsprechend den Tüten für Hundekot, etwas größere Behältnisse für Pferdeäpfel gibt. Ein Rennpferd müsste es sein, denn dieses würde eine ausreichende Geschwindigkeit zustande bringen, die für die Benutzung von Autobahnen erforderlich ist.
Frauen sind einmal mehr die Vorreiter, im wahrsten Sinne des Wortes, denn welches Geschlecht fängt mit spätestens Ende zwanzig an zu reiten?
In dieser Altersklasse sind genügend Erfahrungen vorhanden, frei nach dem Motto: Wer die Männer kennt, steigt auf das Pferd um!
Da die Benzinpreise im Moment so hoch sind, dass man davon problemlos mindestens zwei Pferde finanzieren könnte, sehe ich für meinen Mann keine Möglichkeit, vernünftige Argumente gegen die Anschaffung von mindestens zwei Tieren aufzubringen.
Wenn ich an die Reitkünste meines Gatten denke, wäre der zusätzliche Erwerb eines Ochsens in Erwägung zu ziehen, was jetzt keine Anspielung sein soll.
Natürlich ist der Zeitaufwand, um von A nach B zu kommen nicht unwesentlich größer, aber eine allgemeine Ent-schleunigung würde uns allen gut tun. Im Prinzip haben wir die Zeitersparnis, die das Auto mit sich brachte, darin investiert, immer mehr Autos zu bauen, nur um anschließend diese scheinbar gewonnene Zeit, missmutig im Stau zu verbringen. Eine Nullnummer, wenn man so will.
Kriege wären auf Schlachtrössern plötzlich wieder überschaubar, wenn sie überhaupt stattfinden, denn natürlich müssten diejenigen, die einen Krieg für unabdingbar halten, höchstpersönlich an der Spitze mit reiten, wie die Kriegshelden vergangener Tage. Damit wären auch die Atomkriege ad acta gelegt, denn so eine Atombombe passt kaum in eine Satteltasche und wenn sie in Zukunft einmal hinein passen sollte, wird sich derjenige, der sie mit sich führt, drei Mal überlegen, ob er sie auch zündet.
Was für herrliche Zeiten kämen auf uns zu, stiegen wir auf Pferde um! Frauen hätten endlich einen vernünftigen Ansprechpartner, OPEC und Zapfsäulen könnten uns egal sein und auch der katastrophale Zustand westdeutscher Straßen wäre kein Problem mehr, denn ein Pferd nimmt deren Hindernisse ohne Rücksicht auf Reifen, Radaufhängung, Stoßdämpfer und dergleichen mehr nehmen zu müssen.
Navigationssysteme wären überflüssig, denn ein Pferd findet immer in seinen Stall zurück. Alkoholritte gestalten sich ebenfalls völlig unkompliziert, denn wenn der Reiter das Denken einstellt, übernimmt automatisch das Pferd, das sowieso den größeren Kopf hat.
Nun werde ich diesen Text beenden, denn ich muss an einem diesbezüglichen, ausgefeilten Konzept arbeiten, das sofort beim Bundesverkehrsministerium eingereicht werden muss.
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12. März 2012
Streng nach dem Motto, dass der Prophet im eigenen Lande nichts gilt, haben die deutschen Biathleten die WM in Ruhpolding ungewohnter Weise in den Sand, bzw. in den Schnee gesetzt. Im Prinzip kann man nur davon ausgehen, dass sie sich als gute Gastgeber erweisen wollten, denn als solche lässt man den Gästen gerne den Vortritt.
Ich kann dieser Sportart nichts abgewinnen, da wird Ski gelaufen, im Liegen und im Stehen geschossen und wieder Ski gelaufen.
22 Fehlschüsse sollen sich die deutschen Damen erlaubt haben, wie ich zufällig aus dem, ständig im Hintergrund laufenden, Fernseher (Männer!) erfahren habe, und das nur, weil die Windfahnen nicht geweht haben! Nun wird eifrig ermittelt, wer dem letzten Waschgang der Fahnen zu viel Stärke zugefügt hat. Wurde der Auftrag, die Banner zum Strahlen zu bringen, gar einer russischen oder norwegischen Leiharbeitsfirma erteilt?
Man weiß es nicht.
Wie dem auch sei, ich bin jedenfalls froh, dass ich mir das ständige Hopp, hopp, hopp aus der Flimmerkiste nicht mehr anhören muss.
Der Televisionsdurchbruch dieser merkwürdigen Sportart geht ja eigentlich auf den Erfolg zurück, den die biathletischen Damen und Herren in der fernen Vergangenheit hatten. Plötzlich war es populär anderen beim Langlauf mit beigefügtem Scheibenschießen zu zusehen.
Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen darüber heilfroh gewesen sein, dass sie sich ganze Tage keine Gedanken über die Programmgestaltung machen mussten. Einen ähnlichen Effekt hatte die Leistung des Jan Ulrich in Bezug auf das Radeln. Stundenlang konnte man sich ansehen, wie schwitzende Herren die höchsten Alpenpässe per Rad erstrammelten, was in meinen Augen schon abartig genug ist, besonders, wenn man ohne systematisches Doping, diese Leistung gar nicht erbringen kann!
Ich habe schon Angst, dass demnächst die Kegler oder Kloatscheeter( eine nordische Saufsportart, bei der man halb- bis volltrunken eine Holzscheibe mit einem Kern aus Blei über die Landstraßen rollt) international auf die Spitzenplätze rücken.
Vielleicht auch noch die Angler. Stundenlanges kontemplatives Zusehen, wie jemand einen Stock mit Bindfaden in einen Fluss oder Kanal hält, hätte dann zwar keinen Unterhaltungswert, wäre aber durchaus entspannend.
Gibt es eine WM im Meditieren? Einfach nur still herum zu sitzen und nichts zu tun, käme mir durchaus gelegen und, wenn mein Mann dann sich über das Fernsehprogramm aufregt, wird er ruhig gezischt, so wie ich bei der Biathlon-WM, da er kein einziges Hopp, hopp, hopp verpassen wollte.
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10. März 2012
An allem sind nur die Mütter Schuld,
am fehlenden Frohsinn und Lebensgeduld.
Wer gab uns die Macht, die wir niemals hatten?
Über jedem Unglück der Mutter Schatten.
Über jedem Misslingen die deutliche Warnung,
hier arbeitet Mutter mit erfolgreicher Tarnung.
Jede Verantwortung abgelehnt,
weil man sich in den Uterus sehnt.
Sie verdarb uns bereits die ersten Schritte,
verhinderte eine ruhende Mitte.
Mit 60 noch wird angeklagt,
eigenes Leben wird gerne vertagt.
Und da liegt sie im Grabe, machtlos wie immer,
doch ihr letzter Abschied macht alles nur schlimmer.
Sie gab uns das Leben, sie gab uns Verstand,
und jegliches Glück hat man selbst in der Hand.
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Elke Balthaus-Beiderwellen •

12:31 •

Allgemein •
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9. März 2012
Spruch des Tages:
Es gibt mehr empfindsame Nerven im Bauch als im Gehirn.
Wir blicken alle in eine strahlende Zukunft, im wahrsten Sinne des Wortes, denn es braucht mindesten 100.000 Jahre, bis der letzte Brennstab ungefährlich geworden ist.
Genau ein Jahr ist es her, dass Fukushima, ein Ort, von dem keiner bislang wusste, wo er überhaupt liegt, Opfer einer Nuklearkatastrophe wurde. Trotzdem planen Amerikaner, Chinesen, Franzosen und, der Witz des Jahrtausends, Japaner neue Atomkraftwerke. Ängstlich kuschend, wie die Deutschen nun einmal sind, steigen wir, kaum Erdbeben gefährdet, aus der Atomkraft aus. Fukushima bereitete den Grünen einen Höhenflug sonder gleichen. Ich möchte die vehementen l Atomkraftgegner einmal sehen, wenn Hochspannungsmasten dereinst ihren Vorgarten verunstalten, denn diese sind bei der alternativen Energie unerlässlich.
Noch heuchlerischer ist die Tatsache, eigene Atomkraftwerke still zu legen, um Atomstrom dann reichlich zu importieren.
Was also tun?
„Keine verbrauchte Energie zum Mars, denn Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück!“
Kleiner Scherz am Rande, Entschuldigung.
Im Bereich, was also tun, ist jeder einzelne gefragt, denn hier liegt das größte Einsparpotential für jedwede Energie. Also nicht über die Politik wettern, sondern selber etwas tun. Der Stand-by-Modus ist ein Stromfresser ohne gleichen und, aus lauter Bequemlichkeit, schalten wir Geräte nicht mehr endgültig aus. Wir gehen mit der Energie um, als gäbe es noch einen zweiten und dritten Planeten Erde. Drei davon werden wir mindestens brauchen, wenn der Energiehunger so weiter ansteigt.
Wenn man des Nachts die Erde aus dem Weltall betrachtet, leuchten Europa, Australien, die USA, Teile von Russland und China hell wie die Sonne, während in den übrigen Landstrichen vollkommene Finsternis herrscht. Warum herrscht diese Finsternis in der Nacht nicht überall? Brauchen wir die Großstadtbeleuchtung, wenn wir sowieso mit geschlossenen Augen in unserem Bett liegen und schlafen?
Brauchen wir schillernde Glitzerwelten, die uns nur darüber hinweg täuschen, dass es bald stockfinster wird?
Die Suche nach alternativen Energiequellen ist unabdingbar, aber bis dahin hilft nur sparen, sparen und noch einmal sparen.
Bevor ich also als überzeugter Atomkraftgegner auf die Straße gehe, sollte ich zumindest überprüft haben, ob alle Elektrogeräte in meinem Haus auch richtig ausgeschaltet sind. Ich müsste mein Haus ausreichend isoliert haben, keinen Spritfresser fahren, in der Nacht, die Dunkelheit, Dunkelheit sein lassen und mich nicht darüber aufregen, dass die Straßenbeleuchtung nur mangelhaft ist.
Vor dem Fernseher wird nicht mehr eingeschlafen, stattdessen ab ins Bett und Licht aus!!
http://elke-balthaus-beiderwellen.de
8. März 2012
Der Weltfrauentag ist der Mann sich trauen Tag.
Witz des Tages:
Der mann kommt morgens in die Küche, die Frau steht am Herd. “Ich brauche sofort Sex”, sagt sie…. http://t.co/tP77ik9C
http://t.co/pfIGzS8T Zapfenstreich http://t.co/lIin6fNG
empfiehlt http://t.co/f2AtYfxY auf XING. Zapfenstreich
Heute findet es also statt, das große Ereignis, das ich den Streich des Zapfens nennen möchte, denn was man Wulff auch immer vorwerfen kann, er war immer auf der Siegerseite. Als kleiner Biedermann hat er sich in die Welt der schillernden Figuren geschlichen. Er ist der erste Kurzzeitpräsident, der mit gerade einmal 52 Jahren den Rahm des Lebens abschöpft. Natürlich besteht er, entgegen seiner Meinung vor Amtsantritt, vehement auf alle die Annehmlichkeiten, die einem Altpräsidenten zustehen.
Die heuchlerischen Absagen, was diesen gestreichelten Zapfen betrifft, nehme ich nicht ernst, denn die Führungspolitiker der SPD, der Grünen und die noch lebenden ehemaligen Bundespräsidenten hatten vorher die Chance, einzugreifen, taten sich schwer mit eindeutigen Rücktrittsforderungen und haben sich letztendlich erleichtert in Gaucks Schoß fallen lassen.
Der kindliche Kaiser der FDP befindet sich, seitdem seine Ehefrau den Vorschlag gemacht hat, Gauck als Anwärter auf das Präsidialamt zu benennen, gleich einem aufgeblasenen Ballon, im Höhenflug, wobei er die kleinen Nadeln übersieht, die Angie bereits in ihrem dreigeknöpften Blazer hat.
Der Politzirkus hat niemals zuvor seinen Namen solche Ehre erwiesen. Das deutsche Volk bekommt, in die Zuschauerrolle gedrängt, vor Erstaunen den Mund nicht mehr zu, und die Verblüffung sorgt dafür, dass aus diesem bereits geöffneten Mund, kein Wort heraus kommt.
Der Zapfenstreich ist die größte militärische Ehrung in Deutschland. Gut, dass sie hinter dem Schloss Bellevue stattfindet, denn davor darf sich der zu ehrende nicht mehr blicken lassen.
„Somewhere over the rainbow“, ist das Lied, dass sich unser Abschiedspräsi gewünscht hat, wobei er zum ersten Mal dem deutschen Volke aus dem Mund spricht, denn ehrliche, konsequente, unbeirrbare, allein am Wohl des Volkes interessierte Politiker scheinen nur irgendwo hinter dem Regenbogen zu wohnen.
Will er sich mit dieser Liedauswahl eigentlich selber verhöhnen?
Denn zu dieser Zukunftsvision hat er überhaupt nichts beigetragen.
Oder glaubte er an das Märchen, dass sich am Ende eines Regenbogens ein Goldschatz befindet? Die Regenbogenpresse hat er diesbezüglich reichlich eingespannt, doch deren Gold verwandelt sich zwangsläufig, wenn man nicht mehr nach deren Regeln spielt, in einen stinkenden Sumpf.
Dieser Sumpf hat ihn hinab gezogen, so wie er alle hinab zieht, die nicht stark genug sind, ihm entgegen zu treten.
Franz Josef Strauß hätte bei einer solchen Attacke gesagt: „Schiebt euch euer Blatt in den A….“
Willi Brandt hätte ebenso reagiert.
Leider scheint es zu unserer Politikerausbildung zwingend dazu zu gehören, die Kunst des Leisetretens in extenso zu beherrschen.
Wenn ich jetzt noch weiter aushole und zitiere, dass jedes Volk die Regierung hat, die es verdient, dann ist hohe Zeit, dass wir alle einmal in uns gehen.
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7. März 2012
Spruch des Tages:
Intelligent ist, wer intelligentes tut, im Umkehrschluss zu Forrest Gump.
http://t.co/Yl5C8a9q Lachen ist gesund! http://t.co/miHs3D8Q
empfiehlt http://t.co/AlBklB1x auf XING. Lachen ist gesund!
Was der Volksmund schon lange wusste, ist jetzt wissenschaftlich erwiesen. Lachen stärkt das Immunsystem, hält Herz und Kreislauf in Schwung, lindert alle Krankheiten der inneren Organe und der Psyche, wie Depressionen und Neurosen. Es gibt nun Lachtrainer und Therapeuten, es gibt die Hasya-Yoga, die Lachyoga, gibt 148 Lachclubs in Deutschland, 13 in Österreich und 12 in der Schweiz. Desweiteren gibt es den europäischen Verband für Lachyoga und Humor-Training. Dies alles ist kein Scherz, also bitte nicht lachen!
Humor schafft die nötige Distanz zu allen Dingen des Alltags, die uns unnötig auf den Geist gehen, und ein Lächeln im Gesicht wird gleich ans Hirn gemeldet, wo dieses dann quasi auf Befehl von oben erhalten bleibt. Man kann mit einem freundlichen Lächeln, das man völlig Unbekannten auf der Straße schenkt, eine wahre Kettenreaktion des Lächelns auslösen. Man kann schreien vor Lachen, weinen vor Lachen und man kann sich krümmen vor Lachen, wobei Letzteres sogar einen wissenschaftlichen Namen hat, denn es handelt sich hierbei um den sogenannten Lachkollaps oder, fachlich ausgedrückt, Kataplexie.
Im Jahre 1962 hatte es in Tangajika die erste Lachepidemie gegeben. Infektionsherd war eine Schule, von der aus das unkontrollierte Lachen sich in mehreren Gemeinden ausbreitete. Um diese Epidemie zu stoppen, wurden sogar Schulen geschlossen. Dies ist übrigens auch kein Scherz, also bitte noch nicht lachen! Die Gelotologie, die Lehre vom Lachen ist, dem Himmel sei Dank, auf dem Vormarsch. Wie das Lächeln unseres Gegenübers unsere Meinung über ihn beeinflusst, erkennt man am deutlichsten bei den Delphinen, die überall heiß geliebt werden, weil sie dieses freundliche Grinsen in Gesicht tragen, das streng genommen gar kein solches ist. Um böse zu gucken, muss man dreimal so viele Gesichtsmuskeln in Gang setzen als beim Lächeln, eine echte Energieersparnis, auf die die Delphine schon lange gekommen sind. Auch große Wale scheinen zu grinsen, und ich habe den Eindruck, sie lachen uns aus!
Nichts verbindet mehr als gemeinsames Lachen und der Humorist ist der Glücklichsten einer. Man kann ein falsches Lächeln von einem echten gut unterscheiden, denn beim ersteren lacht nur der Mund, während beim Zweiten auch die Augen mit einbezogen werden. Fünf Minuten herzhaftes Lachen verbrauchen so viel Energie wie ein Sprint, was mich auf die Idee einer Lachdiät bringt. Wer Kalorien zählt, sieht selten glücklich aus, also warum darben, wenn man die Pfunde einfach weglachen kann?
Da habe ich doch lieber einen Muskelkater in der Bauchmuskulatur, der von einem Heiterkeitsausbruch stammt, als einen, der auf öde Sit-ups zurück zu führen ist. Diktatoren und unfähigen Politikern wird schnell der Wind aus den Segeln genommen, wenn man einfach über sie lacht. Vielleicht hätte man Hitler damals weglachen sollen, denn seine Ansichten waren grotesk genug. So ein deformiertes Männlein wie Goebbels hätte wahre Lachorgien verdient, wenn er nur den Mund aufmachte.
Im „Namen der Rose“ von Umberto Eco ist dieser Effekt, dass Lachen absolute Autorität unmöglich macht, ausführlich beschrieben.
Wobei meiner Ansicht nach der Gipfel der Lachkunst darin besteht, über sich selbst lachen zu können.
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6. März 2012
Spruch des Tages:
Leistungen, die nicht geldwert sind, scheinen keine solchen mehr zu sein.
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Der 6. März ist in Amerika-wo auch sonst-ein ganz besonderer Tag, denn es ist der „National Frozen Food Day“ und dem Erfinder eingefrorener Nahrung gewidmet, dem Biologen Clarence Birdseye. Die Bevölkerung der USA würde glatt verhungern, gäbe es keine Tiefkühlpizza, eingefrorene Mikrowellengerichte und auf Eis gelegtes Fast Food aller Art. Die Amerikaner sind ja seit jeher für ihre ausgefeilte Kochkunst bekannt!
Ronald Reagan hatte diesen größten aller nationalen Feiertage einst eingeführt, denn am 6. März 1930 gab es die erste Pizza, die ohne jeglichen Zeitaufwand zubereitet werden konnte.
Dieser pfiffige Birdseye kaufte sich damals für 7 Dollar das nötige Equipment, samt Ventilator und verscherbelte seine Erfindung, die übrigens nicht seine war, denn dies ist den damaligen Bewohnern der Arktis geschuldet, für sage und schreibe 22 Millionen Dollar.
Ein echter Amerikaner eben!
Wenn die Amerikaner so weiter machen, werden sie in Zukunft noch nicht einmal die Mühe auf sich nehmen, tiefgefrorenes Essen überhaupt noch aufzutauen. Das wäre der endgültige Zeitpunkt, einmal gründlich darüber nachzudenken, ob man, wie bisher, jeden Blödsinn, der über den Atlantik schwappt, unhinterfragt übernimmt.
Ja, ja die Amis! Überall Rauchverbot aussprechen, aber selber den Koran verbrennen, was ungleich gefährlicher ist.
Aber ich war ja noch bei der Tiefkühlkost.
Sie hat den Vorteil, dass sie es unmöglich macht, den eigentlichen Ursprung der Nahrungsmittel noch erkennen zu wollen. Sie ist ein großer Wirtschaftsfaktor, da sie zu Sitzverbreiterungen in allen öffentlichen Verkehrsmitteln zwingt. Sie ist der Garant dafür, dass man während der Zubereitung des Essens und dessen Konsum, vor dem Fernseher hocken bleiben kann, was den Fernsehanstalten zu Gute kommt. Sie schützt davor, beim Einkauf das Gehirn einschalten zu müssen und entbindet einen vollkommen davon, sich über gesunde Ernährung Gedanken zu machen. Wofür gibt es schließlich Multivitaminpillen! Sie liefert alle Kalorien, die man im Monat braucht, in einer Mahlzeit und entrümpelt die Küche, da sie in Zukunft nur noch eine Mikrowelle beinhalten muss.- Haben die Amis eigentlich auch die Mikrowelle erfunden?- Dadurch entsteht der dringend benötigte Platz für weitere Großbildfernseher. Die Lebensmittelindustrie muss nicht mehr auf Qualität und Aussehen ihrer Produkte achten, da eh alles zu einem Matsch verarbeitet wird, der dann in den Schockgefrierer kommt.
Ein „National Frozen Food Day“ wäre in einigen Ländern Europas noch, die Betonung liegt auf noch, undenkbar.
Hier ist nun vorbeugend Protest gefragt. Transparente müssen her, auf denen steht: „Tiefkühlpizza go home!“
5. März 2012
Spruch des Tages:
Eine eindeutige Grenze zu ziehen, kann auch etwas verbindendes haben.
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In Russland scheint es Versandkataloge zu geben, mit denen man Wahlergebnisse bestellen kann. Putins Bestellung wurde prompt geliefert.
So meldeten einige Provinzen eine Wahlbeteiligung von 100(!)%mit einem Stimmanteil für ihn von 99,9(!)%. Wo die vertrackten 0,1 Prozentpunkte hin verschwunden sind, weiß man nicht. Die Webcams in den Wahllokalen hielten im Bilde fest, dass Putins Anhänger nicht nur einen Wahlzettel in die Urne warfen, sondern so viele wie sie wollten.
Somit geht der neue russische Zar zuversichtlich davon aus, bis 2024 zu regieren. Glühende Anhänger befinden sich eigentlich nur noch unter der Landbevölkerung. „Ich wurde unter Stalin geboren und werde unter Putin sterben“, lautet das resignierte Motto der Alten.
Die Oligarchie der Milliardäre tanzt weiterhin in den Ballsälen der Macht, während die Armen verhungern. Im Grunde genommen die gleichen Verhältnisse, wie vor der Oktoberrevolution.
Revolutionen enden damit, dass neuer Dreck an die Oberfläche gespült wird, denn soweit man auch in der Geschichte zurück blickt, ein Gegenbeispiel wird man nicht finden.
Vieles ändert sich, aber ändern tut sich nichts!
Was natürlich resignierter Bequemlichkeit geschuldet ist. Wenn der Wutanfall vorbei ist, lehnt sich das Volk erschöpft zurück und steht noch dümmer da als zuvor.
Im Kleinen wir im Großen, denn haben Sie schon einmal versucht, eine Revolution in der Familie, in den Bildungseinrichtungen, oder am Arbeitsplatz durchzusetzen?
Wenn der Wutanfall vorbei ist,……..
Die Putins dieser Welt scheinen unsterblich zu sein und das, was sie unsterblich macht, ist Geld und Geld und nochmals Geld.
Unser Ex-BP wird auch in die Annalen der Geschichte eingehen. Nicht aufgrund irgendwelcher Heldentaten, sondern nur aufgrund des Ehrensoldes. Die Hand aufzuhalten erfordert einen weit geringeren Muskeleinsatz, als sie entschlossen zur Faust zu ballen.
Und so regieren die schlaffen Händeaufhalter die Welt, abhängig von den wenigen die die Faust ballen, aber nur, um die eigene Macht fest darin einzuschließen.
Solange diese Symbiose weiter besteht wird sich nichts ändern. In aeternum, Amen.
Die Übrigen sind maledicti in ignem aeternum, Verdammte im ewigen Feuer.
Da im Grunde genommen alles nur auf den kleinen Bindestrich zwischen Geburts- und Todesdatum hinaus läuft, lohnt es sich nicht, für die Gegenwart zu kämpfen, wobei wir vollkommen aus den Augen verlieren, dass jeder Kampf nicht für die Gegenwart, sondern für die Zukunft ist.
Lutter hat es sehr schön ausgedrückt: „Wenn Morgen die Welt unterginge, ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“
Wobei bei ihm Nomen Omen ist, denn sein Name bedeutet so viel wie lauter!
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2. März 2012
Neue gesammelte Sprüche beim Friedrich Haller Verlag unter Minutenphilosophien von Elke Balthaus-Beiderwellen.ISBN 978-3-934917-30-9
Spruch des Tages:
Die anderen sind so lange schuldig, wie unser Verhalten sie schuldig macht.
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Das lupenrein demokratische Russland wählt. Die Bevölkerung des Irans ist bereits zur Wahlurne geschritten, aber das Ergebnis dieser Wahl ist eher langweilig. Wobei mir gerade auffällt, in Russland ist es ebenso. Die Inszenierung dieser Wahl hätte Hollywood alle Ehre gemacht. Da werden fünf Gegenkandidaten ins Rennen geschickt, von denen vier der Kreml für die Rolle der Opposition ausersehen hat, womit nur ein, wenig ernst zu nehmender Gegner, bleibt. Die aussichtsreichsten Vertreter der außerparlamentarischen Opposition wurden gar nicht erst als Anwärter auf das Präsidialamt zugelassen.
Beim großen Stadionsauftritt Putins wurde Jubeln mit 10 Euro vergütet, was Studenten gerne in Anspruch genommen hatten. Um die Spannung zu erhöhen und Putin als Märtyrer erscheinen zu lassen, wurden Ermittlungsergebnisse eines angeblichen Anschlages erst kurz vor der Wahl bekannt gegeben. Ich sage ja, Hollywood kann noch viel lernen.
Insgesamt eine großartige Wettbewerbssimulation, die die vermeintliche Simulation der USA in Bezug auf die erste Mondlandung um Längen schlägt. Die Mondlandung hat übrigens tatsächlich stattgefunden, wie neuere Bilder von der Mondoberfläche beweisen.
Aber ich war ja noch in Russland.
Ähnlich wie Deutschland in Bundesländer, ist Russland in Provinzen eingeteilt, unter Führung eines Gouverneurs. In den Provinzen bekommt derjenige dieser Gouverneure, der die meisten Stimmen für Putin einheimst, einen Preis. Da wäre also ein rudimentärer Wettbewerb vorhanden! So werden dann regelmäßig eine Wahlbeteiligung von 99% und ein Stimmanteil für Putin von 90% nach Moskau gemeldet. Die restlichen 10% sind anscheinend vom Kreml gewollt herein gefälscht, denn 100%Putin-Wähler wären sogar in Russland unwahrscheinlich.
Putins Stammwähler sind Beamte(!), Parteimitglieder und die Landbevölkerung. Durch die parallele Info-Welt des Internets kann sich die im Aufbau begriffene Mittelschicht in den Städten neben dem Staatsfernsehen frei Informationen verschaffen, was Putin irgendwie aus den Augen verloren hat. Er ist eben nicht der Zar, denn der Zar sah alles!
Dadurch ist eine Protestbewegung entstanden, mit der man in diesem Ausmaß nicht gerechnet hat. Also, ein Hoch auf die bürgerliche Mittelschicht! Ein Hoch auf das Internet!
Einige Schulen bieten nun Kurse für die gezielte Aufdeckung von Wahlfälschungen an. Es werden demnach Schüler unterwegs sein, die ein Argusauge auf die Wahllokale richten.
Hollywood pur, wenn man so will.
Auf diese Weise kommt die Wahl in Russland wie ein gut gemachter Spielfilm daher, den man sich aber nicht zu Ende ansehen will, da man den Schluss schon kennt.
Dann wird es eben langweilig.
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1. März 2012
Spruch des Tages:
Wutbürger entstehen nur bei Störungen in der direkten Nachbarschaft.
wunderlichewelten.de Krankenhaushygiene
Dies ist der Planet der Bakterien, nicht unserer, was wir immer noch nicht ganz einsehen möchten. Sie haben die Sauerstoffatmosphäre geschaffen, die uns umgibt. Sie leben in und auf uns und tun sogar als Energielieferanten in jeder einzelnen Zelle ihr gutes Werk. Als Mitochondrien leben sie mit eigener Erbinformation in den Körperzellen.
Sie sind immer und überall da, was bei einigen menschlichen Zeitgenossen noch nicht angekommen sein scheint. Da sind in einem Bremischen Krankenhaus fünf Frühchen gestorben. Die letzten beiden Babys, obwohl die Intensivstation renoviert und gründlich desinfiziert wurde. Es handelt sich um Klebsiellen, also menschliche Darmkeime und wo befinden sie sich? Im menschlichen Darm. Die Infektionsquelle befindet sich demnach, wie selbst jeder medizinische Laie sich denken kann, nicht in den Räumlichkeiten, sondern in einem Menschen, der dort arbeitet.
Der Hygienebeauftragte, der diese Sanierung der Station angeregt hat, war Biologe und, auf wessen Seite er steht, ist doch wohl klar. Hygienebeauftragter wird man übrigens durch einen ausführlichen Kurs, der sage und schreibe ganze 40 Stunden umfasst.
30.000 Menschen sterben pro Jahr an Krankenhauskeimen. Eine Zahl, die sich durch einfaches Hände desinfizieren deutlich senken ließ.
Nun wird das Krankenhauspersonal mehr und mehr herunter gefahren, wodurch Zeitmangel entsteht und auf der Strecke bleiben, wenn es wieder einmal sehr schnell gehen muss, die einfachsten hygienischen Maßnahmen wie simples Waschen der Hände. Der Mundschutz wird nur flüchtig angelegt und lässt die Nase meistens frei. Sehr gerne wird er auch unter dem Kinn getragen, wo er seinen Sinn dann komplett verloren hat.
Der Vorkämpfer der Hygiene, Ignaz Philipp Semmelweis, würde in seinem Grabe rotieren, wenn er mit bekäme, dass seine Erkenntnisse auch heute noch nicht in allen Köpfen angekommen sind. Ebenso Robert Koch, nach dem ein Institut benannt wurde, das sich auch mit Hygieneverfehlungen beschäftigt.
Aber da zeigt sich wieder einmal die menschliche Hybris. Was ich nicht sehen kann, ist folglich auch nicht da.
Ich kann es nur noch einmal betonen. Dieser Planet gehört nicht uns, sondern den Bakterien. Sie waren lange vor uns da und werden auch noch da sein, wenn wir, ähnlich wie die Dinosaurier, schon längst verschwunden sind.
Über unsere Antibiotika lachen sich die meisten dieser Gattung heute bereits- leider eben nicht- tot.
Ich denke, der Kampf zwischen uns ist entschieden und wir haben nicht gewonnen!
Dabei wäre es völlig ausreichend, diese kleinen, zähen Lebewesen nicht aus dem Gedächtnis zu verlieren, denn ein Gegner verschwindet nicht durch bloßes ignorieren.
Da nützt auch der ganze technische Aufwand nichts. Es gibt bereits Lampen unter denen man erkennen kann, welche Stellen an den Händen noch nicht ausreichend mit Desinfektionsmittel bedeckt sind.
Nur, wer in Zeitnot ist, denkt weder an das Desinfektionsmittel, geschweige denn, an die Lampe.
Insgesamt bleibt für uns nur eine sehr erschreckende Schlussfolgerung. Wir brauchen die Bakterien. Die Bakterien brauchen uns nicht!
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29. Februar 2012
Spruch des Tages:
Intoleranz ist innere Unsicherheit.
wunderlichewelten.de Frankfurter Allerlei
Das mache ich jetzt auch! Ich gründe meine eigene Gewerkschaft und, wenn ich meine Interessen nicht durchsetzen kann, hole ich die unabkömmlichen Fluglotsen mit ins Boot, damit sie mit mir solidarisch streiken, womit ich meinen Forderungen den nötigen Nachdruck verleihe.
Soweit der schöne Plan der 200 Vorfeldmitarbeiter des Frankfurter Flughafens. Leider vom Landesarbeitsgericht mit der Begründung „unverhältnismäßig“ gestoppt, denn die Folgen dieser Solidaritätsaktion der „Splittergewerkschaft“ GdF wären unabsehbar. Wo kämen wir denn da hin, wenn Deutschland durch eine kleine, aber, wirtschaftlich betrachtet, sehr wichtige Gruppe lahm gelegt werden kann? Die Politik schaut auch durchaus ängstlich gen Frankfurt, denn dort entscheidet sich im Moment grundsätzliches. Dem Streik der Vorfeldmitarbeiter wurde durch Ersatzmannschaften der Wind aus den Segeln genommen, aber wenn Piloten oder Fluglotsen streiken, ist das eine ganz andere Sache!
So steht dann auch Verdi auf der Seite von Fraport, dem Flughafenbetreiber, denn der Sinn einer Gewerkschaft ist Solidarität aller Arbeitnehmer. Auch ein Grund, warum sich mehr und mehr kleine Gewerkschaften einiger Berufsgruppen bilden, die Deutschland quasi erpressen könnten und ihre Tarife nur für sich erkämpfen. Das hatten wir schon einmal in England, bis die „eiserne Lady“ eisern zuschlug.
Damit noch nicht genug! Zusätzlich kam noch eine Bombendrohung hinzu, die sich dann glücklicherweise als ein einfach zurück gelassener Rucksack erwies. Die Nerven liegen blank in Frankfurt, denn natürlich wurde gegen das Gerichtsurteil sofort Einspruch eingelegt. Was mich natürlich interessiert, ist, ob sich die Fluglotsen tatsächlich an dem Streik beteiligt, oder sich nach dem Motto: Was gehen uns eure Probleme an! , achselzuckend abgewendet hätten.
Gestern habe ich erfahren, dass Hebammen und Erzieherinnen bei uns sträflich unterbezahlt sind. Es soll Kavaliere unter den Fluglotsen geben! Wenn dann auch noch ein Fluglotse mit einer Hebamme oder Erzieherin verheiratet ist, kann sich Deutschland schon einmal warm anziehen.
Vielleicht zeigt sich der eine oder andere Fluglotse auch erkenntlich, weil sein Sprössling heil auf die Welt gebracht wurde, oder besonders gut erzogen ist. Man weiß ja nicht.
Schwule Fluglotsen würden der entsprechenden Bewegung erst den nötigen Schwung verleihen, transsexuelle ebenso. Man sieht, der Möglichkeiten sind viele.
Da müht und müht man sich ab, um seine Meinung erfolgreich unter das Volk zu bringen. Dabei wäre es so einfach! Man wird Fluglotse!
Ich spiele mit dem Gedanken, meine Töchter in die entsprechende Berufsrichtung zu drängen. Sie könnten natürlich auch Herzspezialisten werden und eine Minigewerkschaft gründen, was ungleich komplizierter wäre.
Sind Schönheitschirurgen für Deutschland auch überlebenswichtig? Die Antwort dürfte davon abhängen, welche Altersgruppe man befragt.
Ich sehe schon eine eigene Gewerkschaft der Botox-Spritzer auf uns zurollen!
Im Übrigen weiß ich jetzt auch, warum Fußballspieler bei uns heillos überbezahlt sind.
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28. Februar 2012
Spruch des Tages:
Wenn der Frühling kommt, geht vieles, das sowieso unwichtig war.
wunderlichewelten.de Verkehrssünderkartei
Manchmal hat man den Eindruck, Bürokraten und Politiker müssen beweisen, dass ihre Stellen nicht zu Unrecht besetzt sind. Also rufen sie sich mit Versuchsreformen in Erinnerung. Ramsauer gehört auch in diese Kategorie, denn was er da als große Reform des Punktekataloges in Flensburg verkauft, ist auch so ein Aufschrei nach dem Motto: Ich bin auch noch da!
Diese ansatzweise Neuordnung fällt eher unter die Rubrik Verwaltungsunklarheit, denn die zuständigen Bürokraten kommen mir ihren eigenen Regeln nicht mehr zurecht, im Sinne von: Sie wissen nicht mehr, was sie einst taten. Vom eigenen Regelungswirrwarr völlig überfordert, wird ein System eingeführt, das auch der Dümmste noch verstehen kann.
Große Verstöße wie Geschwindigkeitsüberschreitungen werden mit einem Punkt geahndet. Gefährdungen wie Drängeln und das Überfahren einer roten Ampel mit zwei Punkten, fertig. Dafür ist „der Lappen“ bereits bei acht Punkten statt 18 Punkten weg. Punkte werden einzeln gelöscht und summieren sich nicht mehr auf. Nach dieser Vorgehensweise hat ein notorischer Raser mit 15 Punkten, wenn ich richtig rechne und den Zeitfaktor mit einkalkuliere, nur noch zwei Punkte.
Schnellfahrer freut euch! Es brechen herrliche Zeiten für euch an!
Notorisches langsam Fahren, sowie die Missachtung des Rechtsfahrgebotes, besonders auf dreispurigen Autobahnen, werden demnach völlig außer Acht gelassen, was nun mich wiederum stört, denn ich wohne in einer Gegend, in der viele Niederländer den Straßenverkehr mit ihren höchstens 20 Km/h fast zum Erliegen bringen. Hat man eine Stunde lang an einem schwarz-gelben Nummernschild, das nicht von ungefähr in den Farben der Blindenbinde gehalten ist, geklebt, ist es vorbei mit dem europäischen Gedanken und man sieht der Klimaerwärmung mehr als hoffnungsvoll entgegen. Diese Safety-cars aus dem Nachbarland verdienen diesen Namen eigentlich nicht, denn man wird unausweichlich zu halsbrecherischen Überholmanövern gezwungen, will man keinen Nervenzusammenbruch riskieren.
Aber ich war ja noch bei Ramsauer. Da bricht der Flugverkehr am Frankfurter Flughafen fast vollständig zusammen, was nicht in den Aufgabenbereich des Bundesverkehrsministers zu fallen scheint. Der Straßenverkehr wäre noch jahrelang auch ohne „Reform“ weiter gerollt, meines Erachtens sogar besser als nach diesem Eingreifen von oben. Man sieht die Prioritäten! Lieber ein bisschen herum pfuschen als sich durch beherztes Eingreifen Mund und Finger zu verbrennen.
Meine Verkehrsreform sähe ganz anders aus. Striktes Überholverbot für LKW auf Autobahnen. Wer eine Autobahn benutzt, sollte in den Lage sein, mindestens 80 Km/h schnell zu fahren. Tempolimit auf Autobahnen und die Anweisung, Rechts zu fahren. Geschwindigkeitskontrollen nur dort, wo sie Sinn machen und nicht dort, wo sie das Säckel des Landkreises füllen sollen. Also, ein Verbot der Wegelagerei. Wo auch nur annähernd die Möglichkeit besteht, dass Kinder auf die Fahrbahn geraten, höchstens (!) 20 Km/h. Kostenloses, verpflichtendes Fahrtraining für jedermann in angemessenen Abständen. Einführen, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen auch und vor allen Dingen für Motorradfahrer gelten. Psychologisches Training für diejenigen, die in ihrem Auto kein Verkehrsmittel, sondern ein Machtmittel sehen. Rasen in Kombination mit Einsatz der Lichthupe führt zum sofortigen Verlust des Führerscheins. Wer Auto fährt, fährt Auto und sonst nichts!
Alkohol oder Drogen am Steuer führen zum Verlust des Führerscheins auf Lebenszeit. Nach diesem persönlichen Maßnahmenkatalog möchte ich einmal die Statistik über die Verkehrstoten sehen!
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27. Februar 2012
Spruch des Tages:
Wenn man die Generationen llange genug zurück rechnet, sind wir alle miteinander verwandt.
Der große Abräumer beim diesjährigen Hollywood-Selbstbeweihräucherungs-Spektakel war, wen wundert`s, ein Stummfilm!
Selbst die Filmindustrie scheint bemerkt zu haben, dass wir in einer Zeit leben, in der viel zu viel geredet und viel zu wenig gehandelt wird. Ein Film, in dem nur agiert und nicht herum parliert wird, kam beim Publikum wie bei den Kritikern gleichermaßen gut an. „The Artist“-Der Künstler, auch der Titel ist Programm, denn der wahre Lebenskünstler verschwendet seine Zeit nicht mit sinn- und nutzlosem Gerede, er handelt, auch wenn die einzige Handlung darin besteht, sich einfach die Freiheit zu nehmen, nicht mehr hinzuhören, wenn die zunehmende Masse der Marktschreier ihre Halbweisheiten lautstark heraus posaunt. Ich habe schon ein paar Mal bemängelt, dass dir Natur uns nur Augenlider und keine Ohrenlider mit auf den Weg gegeben hat. Wahrscheinlich dachte sie, sie hätte uns mit genug Verstand ausgestattet, der uns die Möglichkeit gibt, unsere Ohren willentlich vor all dem Unsinn zu verschließen, der täglich auf uns einprasselt. Besonders Mikrophone haben da eine äußerst schädliche Wirkung, denn kaum hält man einem A, B oder C-Promi ein solches vor die Nase, gibt er alles von sich, was er besser für sich behalten hätte, wobei schon der gute, alte Volksmund wusste, dass Reden Silber und Schweigen Gold ist. Auch die alten Lateiner berichten, „Sic tacuisses, philosophus manisses“, frei übersetzt: „Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Weiser geblieben.“
Irgendwie scheint das Mundwerk mehr und mehr vom Großhirn entkoppelt zu werden, ohne dass ersichtlich wäre, was die Evolution mit dieser Maßnahme im Sinn hat. Da man sich leicht „um Kopf und Kragen reden kann“ tendiert sie bestenfalls in Richtung der großen Schweiger, die genau bedenken, ob und wann sie etwas Erbauliches zu sagen haben. Die Logorrhoiker, also diejenigen, die an Wortdurchfall leiden, werden nach und nach ausgemerzt, was die Menschheit insgesamt wieder handlungsfähiger macht.
Man kann sich leicht den „Mund verbrennen“, die Hände eher weniger, weil bei ihnen sofort ein autonomer Schutzreflex greift. Diesen Schutzreflex sollten wir, wenn er nicht beim Mund greift, wenigstens bei unseren Ohren trainieren, bis er in den Bereich der Autonomie gelangt, was bedeutet, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken müssen, wann es höchste Zeit ist, seine Hörorgane in Sicherheit zu bringen. Die beste Methode, einen faselnden Redner aus dem Konzept zu bringen, war seit jeher, nicht hinzuhören und einfach weg zu gehen. Dies ist und bleibt unser gutes Recht! Wie viel Unglück wäre auf diese Weise auf der Welt verhindert worden. Demagogen wird durch einfaches weg hören, der Wind komplett aus den Segeln genommen.
Ein kurzes hin hören, schon greift der antrainierte Reflex und die Ohren sind zu.
Die wichtigste Voraussetzung für effektives Nachdenken ist, man kann es sich eigentlich denken, absolute Stille, denn nur wenn die Außenwelt schweigt, kommt die Innenwelt zu Wort. Wir sind schon so an akustische Dauerberieselung gewöhnt, dass wir ohne sie nicht mehr auszukommen scheinen. Wenn das beständige Hintergrundrauschen einmal nachlassen sollte, greifen wir zum Handy und der gerade in Gang kommen wollende eigene Gedankenfluss wird sofort gestoppt. Es ist fast so, als hätten wir Angst, mit und in unserem eigenen Kopf alleine zu sein. Naja, wenn da nichts ist, läuft man natürlich Gefahr, verloren zu gehen.
23. Februar 2012
Spruch des Tages:
Kultiviertheit erkennt man am Sinn für Humor.
wunnderlichewelten.de Schweigeminute
Heute um 12.00 Uhr legt ganz Deutschland eine Schweigeminute gegen Fremdenfeindlichkeit ein, was mich dazu veranlasst, über den Sinn dieser Aktion nachzudenken. Die Absurdität liegt im zweiten Teil des Wortes: Minute! 60 kurze Sekunden einhalten und man widmet sich wieder dem Alltagsgeschäft. „Man solle in sich gehen, inne halten“, meinte jedenfalls heute Morgen DGB-Chef Sommer. Ganze 60 Sekunden lang?
Es ist jetzt genau zwölf Uhr, der Verkehr an der Hauptstraße, an der ich wohne, stört sich nicht an diesen Aufruf des DGB. Nebenan wird lautstark eine Hecke geschnitten, die Autos rollen völlig unbeeindruckt an meinem Küchenfenster vorbei auf den Praxisparkplatz. Soviel zum Thema Deutschland hält inne.
Ich werde den Verdacht nicht los, dass diese Aktionen nur den Sinn haben, das schlechte Gewissen zu beschwichtigen. 60 Sekunden an die Opfer der Zwickauer Nazizelle denken und die gute Tat für den heutigen Tag ist abgehakt.
Das ist die Crux dieser Schweigeminuten. Sie geben uns die Möglichkeit, ein Thema abzuhaken. Wir waren solidarisch, eine Minute lang, was kann man denn noch von uns verlangen?
Kurze Staatsakte gehören in dieselbe Kategorie. Die Ablassbriefe unserer Zeit, wenn man so will.
Innehalten und gedenken ist das Gegenteil von handeln. Einem ausländischen Mitbürger, den man zufällig auf der Straße trifft, eine Nettigkeit zu erweisen, einfach so, das wäre einmal eine Aktion. Die Gäste in unserem Land mit der Höflichkeit zu behandeln, die wir Hausgästen auch erweisen, weil es die gute Erziehung gebietet, wäre schon der nächste Schritt.
Warum galt das Motto: „Zu Gast bei Freunden“ nur für die Zeit der Fußball-WM?
Die Aufregung über die „Döner-Morde“-für mich ein Kandidat für das Unwort des Jahres-ist schon längst abgeflaut und mit dieser verkrampften Schweigeminute-Aktion, soll sie uns für ganze 60 Sekunden noch einmal ins Gedächtnis geholt werden.
Toleranz ist keine Frage von Minuten, sondern eine lebenslange Einstellung. Toleranz lässt sich nicht an-oder abschalten wie zur Zeit der WM. Das hat mit Toleranz nichts zu tun. Wirklich tolerante Menschen müssen nicht durch Schweigeminuten an sie erinnert werden. Sie gehört selbstverständlich zum Alltag.
Die Notwendigkeit solcher Aktionen ist vielmehr ein eindeutiger Beweis dafür, dass wir noch weit davon entfernt sind, in einer toleranten Gesellschaft zu leben.
22. Februar 2012
wunderlichewelten.de politischer Aschermittwoch
Nun dreschen sie wieder aufeinander ein, die Politgrößen der verschiedenen Parteien, anstatt einmal reuevoll in sich zu gehen und sich zu fragen, was man selber hätte besser machen können, wird der „schwarze Peter“ mit Vehemenz den anderen zugespielt.
Da wird noch einmal kräftig auf den bereits geschlagenen Christian Wulff eingedroschen, ohne zu hinterfragen, mit welchem Genuss man ihn zur Schlachtbank geführt hat.
Aschermittwoch dient der Buße, der eigenen und nicht der der anderen, aber wir sind zu einer richtigen „Verschiebekultur“ geworden. Positives schreiben wir uns gerne selber auf den Deckel, Negatives, vor allen Dingen negative Folgen, auch unseres eigenen Handelns, werden dem Gegner in die Schuhe geschoben. So entsteht ein endloser Ringelreihen, bei dem jeder Schuld und Verantwortung weiter gibt.
Wenn ich einen unserer großen Propheten frei zitiere, der da meinte: „Entferne erst einmal den Balken aus deinem Auge, bevor du den Splitter aus dem Auge deines Nächsten entfernst!“, so wird „augenfällig“, dass wir uns nur noch bevorzugt um Splitter kümmern.
Gauck ist noch gar nicht im Amt, da wird schon jede seiner Taten, jedes seiner Worte auf die Goldwaage gelegt. Aber wie ich immer schon meinte: Die größten Sünder werfen die größten Steine! Man sollte öfter einmal die Bibel zur Hand nehmen, fällt mir da gerade auf, wenn schon nicht aus religiösen Gründen, sondern aus ethisch-moralischen. Aschermittwoch, der religiöse Sinn, Asche auf sein EIGENES Haupt zu streuen, gehört wahrhaftig in alttestamentarische Zeit.
Da ich gerade bei der Religion bin-gestern sind tausende von Afghanen auf die Straße gegangen und haben lautstark gegen die Verbrennung der Korane durch amerikanische Soldaten protestiert, deren General sich dann auch gleich für die „unsachgemäße Entsorgung religiösen Materials“ entschuldigte, als handelte es sich um eine Art von Sondermüll.
Dabei kann man in Bibel, Thora oder Koran allerhand erbauliches finden und sogar den einen oder anderen Wegweiser, selbst in unserer hektisch-technisierten Welt-doch ich gerate ins Predigen.
Seehofer will sich bei seiner Aschermittwochschelte zurück halten, da er zur Zeit kommissarisch die Funktion des Bundespräsidenten übernommen hat und Polemik passt nicht zur Würde des Amtes, wobei sich mir die Frage aufdrängt, ob man erst ein Amt inne haben muss, um auf Polemik zu verzichten, oder reicht es einfach nur aus, ein Mensch zu sein?
Vielleicht ist es das, was wir wieder lernen müssen.
Nicht nur Respekt vor dem Amte oder der Stellung, sondern Respekt vor dem Menschen.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“-diesmal kein Bibelzitat, sondern schlicht und ergreifend Paragraph I unseres Grundgesetzes, dessen „Väter“ sich bestimmt etwas dabei gedacht haben, sonst hätten sie diesen Grundsatz nicht an die erste Stelle gesetzt.
Es müssen gute Menschenkenner gewesen sein!
21. Februar 2012
Spruch des Tages:
Ärger ist vor allen Dingen reflexiv.
wunderlichewelten.de JoachimXI
Nein, es handelt sich hier nicht um den kölschen Karnevalsprinzen, obwohl das Gerangel um Christian X. und seinem Nachfolger eher einer närrischen Veranstaltung glich, als einer politisch souveränen Findung eines neuen Bundespräsidenten. Da zog der kindliche Kaiser der FDP mal kurz an der ziemlich kurz gehaltenen Schoßhündchenplüschleine und bellte für Gauck, wobei Angie verblüfft feststellen musste, dass sie doch wohl besser ein Stachelhalsband benutzt hätte. Anders war ihr Gesichtsausdruck bei der Präsentation von Joachim Gauck als neuen BP nicht zu deuten. Die SPD konnte sich das höhnische Lachen besser verkneifen als die Grünen, aber am verkniffensten wirkte die Herrin Europas, die den heimischen Narrenverein völlig aus den Augen verloren hatte.
Ähnlich wie die echten Jecken, die ihre Rosenmontagszugswagen fast stündlich ändern mussten, verwarf ich einen Text nach dem anderen, bis ich schließlich entnervt aufgab und erst mal in Ruhe abwartete, wer jetzt für oder gegen wen, und warum.
Ich hoffe, sie sind jetzt fertig, aber da ich heute Morgen noch nicht dazu gekommen bin, mir eine Nachrichtensendung anzuschauen, schreibe ich diesen Text ins Blaue hinein.
Dass Joachim Gauck bei seiner Vorstellung noch aufrecht sitzen konnte und nicht unter der Last der Vorschusslorbeeren schlichtweg zusammen brach, war schon die erste, eines BP würdige Leistung. An seinen Reden muss er noch feilen, denn dass er noch nicht gewaschen war, hat mich nun gerade nicht besonders interessiert. Ehrlich gab er daraufhin sofort seine Verwirrung zu, sodass ihm dieses intime Detail wohl verziehen werden muss.
Jedenfalls kam es mir bei den Lobeshymnen so vor, als würde Deutschland demnächst die Monarchie ausrufen, denn die Sehnsucht nach einem deutschen Kaiser scheint doch recht groß zu sein. Kaiserwetter hatten wir am Rosenmontag schon und himmlische Zeichen sollten stets beachtet werden.
Es wird sogar gemunkelt, dass sich die BRD nach der Ernennung des neuen BP in ein tropisches Paradies verwandelt.
Milch und Honig werden fließen und Gauck soll sogar schon probiert haben, ob er Rhein auch bei Plusgraden begehbar ist.
Wenn ich mich recht an das neue Testament erinnere, werden Heilsbringer gerne gekreuzigt, wenn sich die überschießenden Erwartungen nicht erfüllen, oder wie war das bei Gaucks Vorgänger?
Wer war das nochmal?
20. Februar 2012
Kaum lehnt man sich über die Karnevalstage ein wenig zurück und lässt Deutschland ohne Kommentar, überschlagen sich gleich die Ereignisse!
Der Bundeschristian hat sich doch nicht als so sturmfest und amtsverwachsen gezeigt, wie es einem gebürtigen Niedersachen laut Hymne eigentlich ansteht. Kaum wendet man den Kopf, haben wir schon einen neuen Präsidenten. Hätte man das Volk gleich gefragt, hätten wir uns die teure Schau erspart, wobei noch nicht abzusehen ist, ob es für den deutschen Steuerzahler noch ein wenig teurer wird, denn Ehrensold ist Ehrensold.
Alles hängt jetzt an der kniffeligen Frage, ob Wulff aus politischen, oder aus persönlichen Gründen zurück getreten ist, denn im ersteren Fall wäre dieser Ehrensold zu zahlen.
Pikanterweise soll er sich, vor seiner Berufung zum Bundepräsidenten abfällig über die Höhe dieses Salärs geäußert haben, indem er es als viel zu hoch einschätzte.
Man darf gespannt sein, was nun passiert.
Ist er ein zweiter Dirk Niebel,, der zunächst für die Abschaffung des Entwicklungshilfeministeriums eintrat, und, kaum selber Chef dieses Ressorts das Budget erhöhte?
So knapp bei Kasse, wie der arme Christian stets war, tendiere ich natürlich zu dieser Möglichkeit.
Warten wir es ab!
Dann muss ich erfahren, dass Deutschland jetzt einen Rettungsschirm aus Griechenland namens Rehhagel braucht, der Hertha BSC im Alleingang retten muss. Im Austausch könnte man ja Wulff nach Griechenland schicken, denn wenn einer weiß, wie man auf Pump lebt, dann ist es doch unser ehemaliger BP.
Im heutigen Morgenmagazin wurde bereits ein Wettbewerb zum Thema: Treffen sich Wulff und Skibbe in einer Bar ausgerufen!
Beide könnten sich zu ihrer Abfindung gratulieren, beide könnten sich darüber freuen, dass sie endlich die über 70-jährigen wieder ans arbeiten bekommen. Von wegen demographischer Wandel, die Jungen stümpern kurz, bekommen die „dicke Kohle“ und holen dann die Alten aus dem wohlverdienten Ruhestand!
Da diese dann sowieso nicht mehr so „lange machen“, spart man enorme Ruhestandgehälter, die dann den Jungspunden zu Gute kommen.
Was braucht so ein Alter denn noch an Geld? Die machen keine teuren Reisen mehr, die Hütte ist durch lebenslange Arbeit bereits abbezahlt, allzu viel essen und trinken können sie auch nicht mehr, perfekt!
Die Alten wissen noch, wie es sich anfühlt, nur mit dem Geld auszukommen, das man tatsächlich ehrlich verdient hat. Auch eine Art von Lebenserfahrung, wenn man so will.
Mehr sein als scheinen, eine Lektion, die die Jungen noch nicht gelernt haben.
elke-balthaus-beiderwellen.de
15. Februar 2012
Da hocken sie nun auf den Bäumen wie die Affen, die immer noch verbliebenen Gegner des Projektes Stuttgart 21! Muss ich jetzt Stuttgart 21 plus sagen, bzw. schreiben?
Wie dem auch sei, die Volksabstimmung, ein Einzelfall in den Geschichte Deutschlands, wenn man von der Zeit zwischen 1939-1945 einmal absieht.
Wo war ich gerade? Ich hatte mich im Wirrwarr dieser glamourösen Zeit verloren…….
Ach ja, bei der Volksabstimmung! Die hat den Bahnhof-ich verstehe in Bezug auf Stuttgart nur eben diesen- ganz klar befürwortet- welch ein schreckliches, deutsches Wortgeflecht, wobei Geflecht genau so schlimm ist.
Bleiben nur noch die Bäume im Schlossgarten. 100 davon müssen gefällt, 70 davon müssen verpflanzt werden.
Bei den Baumhockern im Schlossgarten möchte ich gerne einmal wissen, wie dort die Zimmerpflanzen der heimischen Wohnung aussehen
Leben sie oder geben sie es nur vor?
Das Problem bei den Gutmenschen ist ja, dass sie sich zu Moralaposteln der Menschheit aufspielen, also besser als gut sind.
2000 Polizisten sind im Einsatz um die Schlossgartenbaumhocker zurück zu ihren Zimmerpflanzen zu bringen. Von den Kosten dieses Einsatzes hätte man ein gewaltiges Stück Regenwald retten können!
Wenn man jetzt Wolfsburg betrachtet, wo die Bahn noch nicht einmal anhält, können die Stuttgarter, eben weil das Projekt jeden finanziellen Rahmen sprengt, zuversichtlich davon ausgehen, dass der Tiefbahnhof von allem und jeden besucht wird, nur nicht von einem Zug!
Aber ich war ja noch bei den sinn- und wertlosen Einsätzen der Gutmenschen in Stuttgart.
Ich liebe Bäume, ich habe davon regelrechte Riesen in meinem Garten. Ich besitze(!) sogar den schönsten Baum in unserem Dorf-so die einhellige Meinung.
Eine Rotbuche, riesengroß und in immer wieder in neuen Farben strahlend.
Vielleicht sollten wir die Philosophie der Bäume annehmen.
Wunderschön, stark verwurzelt, ein Leben lang an einem Ort, der nur gut tut.
Groß und stark wie wir eigentlich auch sind, flüchten wir uns in die Gegenden, die uns am meisten schaden.
Bäume können und Bäume wollen das nicht.
Im Verlaufe dieses Textes bin ich auch zum Bäumebefürworter geworden, habe mir eine Bahncard(!) per Internet gekauft, weil ich eine Reise nach Stuttgart plane. Ich bin zwar schon alt, aber auf einen Baum komme ich immer noch hinauf!
13. Februar 2012
Spruch des Tages:
Alternativlosigkeit offenbart einen eklatanten Mangel an Phantasie.
http://t.co/Yl5C8a9q Whitney http://t.co/FPsntpZv
http://t.co/Yl5C8a9q Whitney http://t.co/aW8bYAMj
Hinterher ist die Betroffenheit immer groß. „Wir haben jemanden aus unserer Familie verloren“, wie der Moderator bei der Grammy-Verleihung so schön und so völlig falsch bemerkte. Ein kurzes Gebet und dann business as usual, wenn man so will. Eine Sängerin versuchte sich mehr schlecht als recht an Whitneys größtem Hit und das war es dann.
Diesen „plötzlichen“ Todesfällen von Popstars ist zu Eigen, dass ausgiebig nach den Umständen des Ablebens geforscht wird, quasi, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Der Niedergang ist wohl eine kurze Schlagzeile wert, aber Ursachenforschung wird nicht betrieben. Ich erinnere an die Krokodilstränen bei Amy Winehouse, Michael Jackson, oder auch Robert Enke. Bei diesen völlig überraschenden Todesfällen, habe ich bereits einen ähnlichen Nachruf geschrieben. Wobei mir auffällt, was für ein schreckliches Wort „Nachruf“ doch ist. In ihm drückt sich die ganze Vergeblichkeit im Angesicht des Todes aus.
Die Götter treiben ihr grausames Spiel mit denjenigen, die sie vor allen anderen ausgezeichnet haben. Schönheit gepaart mit einer Stimme, die bis heute ihres gleichen sucht, reichlicher Segen bringt reichlichen Fluch, möchte man meinen.
Jetzt kann man das Schicksal dafür verantwortlich machen, sich kopfschüttelnd zurück lehnen und darauf verzichten nachzufragen, was diese Häufung von gescheiterten Existenzen über die Musik- und Filmindustrie aussagt.
Eben genau das, dass sie nichts weiter ist als eine Industrie, der jede Mitmenschlichkeit abhanden gekommen ist. Wir sind es, nicht irgendwelche missgünstigen Götter, die Stars zu Stars machen und sich anschließend neiderfüllt an deren Niedergang zu weiden.
Erinnert sich noch jemand an Karen Carpenter? Haben wir uns je gefragt, warum Agnetha der Gruppe ABBA sich so gründlich aus dem Musikgeschäft(!) zurück zog. Von den Beatles hat auch nur Paul McCartney so richtig überlebt.
Was ist mit Elvis? Kann sich noch jemand an die strunzbesoffenen Auftritte von Johnny Cash erinnern?
Wer nicht mehr abliefert, ist geliefert.
Aber, was ist denn mit all denjenigen, die Heil bleiben in dieser Branche(!)? Nennt mir zehn wahrhaft Große, die unbeschadet daraus hervor gingen, und ich lasse den Zwischenruf gelten.
Aber ich komme ganz von Whitney Houston ab, der ich, was immer das auch wert sein mag, an dieser Stelle meine Hochachtung aussprechen möchte, denn ich habe noch keine Frau so singen hören.
Diese Hochachtung verdient sie nicht trotz, sondern auch gerade wegen ihres Scheiterns, wobei dahin gestellt sein mag, ob dieses Scheitern selbst verschuldet war.
10. Februar 2012
Spruch des Tages:
Bei allem, was wir tun, ist immer eine Menge Glück mit im Spiel, die sich bevorzugt mit Entschlusskraft paart.
www.wunderliche welten.de Griechische Tragödie
Was keinem noch aufgefallen ist, das griechische Finanzschauspiel folgt streng dem Aufbau der klassischen griechischen Tragödie. Einzig und allein der Zeitrahmen von zwei Jahren geht diesem Konzept entgegen.
Die klassische griechische Tragödie war dem Weingott Dionysos gewidmet. Aha!
Das Volk war schuldlos schuldig( Quelle Wikipedia). Aha!
Es folgt der Prolog:
Mit Tricksen und Trügen wird sich in die EU geschlichen.
Es folgt die Episode zwischen zwei Chorliedern: Ehemals mahnend, zukünftig auch mahnend.
Ehemals mahnend der eigene Chor, zukünftig mahnend die Troika.
Es folgt der Exodus, der Teil nach dem letzten Chorlied, gesungen von Merkel und Sarkozy!
Tragische Helden sind Papandreou und Papadimos, die durch den Willen der Götter der EU nichts anderes können, als scheitern.
So gesehen halten sich die Griechen streng an das klassische Skript. Nur die Laufzeit wurde ein wenig verändert, denn die klassische griechische Tragödie war nur ein abendfüllendes Programm, wohingegen die Neuauflage immerhin schon zwei Jahre anhält.
Was daran liegen kann, dass es einfach keine Helden mehr gibt.
Drückeberger, Schleimscheißer, Profitgeier beherrschen die Szene, wobei ich Merkel und Sarkozy, Wulff und Papadimos und alle Politiker meine, die das Wort „Politiker“ zum Schimpfwort gemacht haben.
Der klassische Chorus müsste Einzug halten, bestehend aus dem Volk, den Guten und Gerechten, wenn es sie noch gibt.
Sorry, aber ich könnte kotzen, wenn ich mit bekomme, dass ein Präsidentschaftskandidat in den USA, der gegen Abtreibung, selbst nach Vergewaltigung ist, der für die Folter eintritt, der den Afghanistankrieg fortführen will, mehr als nur eine einzige Stimme bekommt.
Ich könnte kotzen, wenn ich mitbekomme, dass griechische Eltern ihre Kinder in Heimen abgeben müssen, weil sie sie nicht mehr ernähren können.
Gleichzeitig erfahre ich, dass das Exportvolumen der Bundesrepublik Deutschland erstmals die Billionen geknackt hat.
Ich verfolge alle Nachrichtensendungen und habe darin noch nie einen Hauch von Menschlichkeit entdeckt.
Einzig und allein der Niedergang scheint erwähnennswert.
Das Böse und niederträchtige hat eine Bühne, weil wir ihm immerzu Applaus spenden.
5
8. Februar 2012
Spruch des Tages:
Allzu gute Menschen stolpern immer wieder über die bösen.
http://t.co/W0k91IK2 Macho contra Softie http://t.co/1JMa6q4o
http://t.co/hyV8Fc4Z Macho contra Softie
Die Universität von Nottingham hat heraus gefunden, dass Frauen weniger von einem athletischen Körper bei Männern beeindruckt werden als von einem goldbronzenen Gesicht. Nun mag man sich fragen, für welche Banalitäten da Forschungsmittel eingesetzt werden, aber ich bin dankbar, liefern mir diese Ergebnisse doch ein herrliches Thema für den heutigen Tag.
Wie bekommt man einen goldbronzenen Teint?
Ich sage nur Möhren, Möhren und noch einmal Möhren, in jedem Aggregatzustand: Geraspelt, gerieben, gepresst, gekocht, roh oder tiefgefroren als Eis am Stiel ohne Stiel, quasi.
Auch auf die Gefahr hin, dass spätestens Morgen sämtliche Möhren und die mit pürierten Möhren gefüllten Babygläschen ausverkauft sind und etliche Kleinkinder wochenlang auf diese gesunde Kost verzichten müssen, gebe ich gerne diesen Tipp.
Fitnessstudios werden in Möhrenbars verwandelt, denn Mann ist ja immer dankbar, wenn er einen zuverlässigen Hinweis bekommt, wie die holde Weiblichkeit zu erobern ist.
Dabei wird ein entscheidender Faktor oft vernachlässigt: Die Anti-Baby-Pille!
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Frauen in ihren fruchtbaren Tagen dem Machotypen den Vorzug geben, der durch sein Äußeres starke Gene repräsentiert.
Hat die Befruchtung stattgefunden, schwenken Frauen dann zum Softietypen um, denn Frau will ja samt Kind gehegt und gepflegt werden.
Hier kommt nun die Pille ins Spiel, die dem Frauenkörper während der Einnahme suggeriert, bereits schwanger zu sein, mit der Folge, dass Softies immer hoch im Kurs und Machos eben im Regen stehen.
Dieser künstliche Eingriff in hormongesteuerte Vorgänge hat dazu geführt, dass in der Männerwelt das reinste Chaos herrscht, was das Rollenverständnis betrifft.
Der breitschultrige, schmalhüftige Macher ist immer weniger gefragt, außer bei Frauen, die eben auf anderem Wege verhüten.
Softies werden bevorzugt geheiratet und wenn Frau während der Ehe die Pille absetzt, schmachtet sie zwar in den gewissen Tagen den Kerlen mit den besseren Genen hinterher, muss sich aber, wenn sie sich ihres Eheschwurs bewusst bleibt, mit dem heimischen Schmusekater paaren.
Auf diese Weise werden die Machogene nach und nach heraus gemendelt, es sei denn, Kuckuckskinder bekommen die Überhand.
Während der fruchtbaren Tage, sind fremd gehende Frauen somit rein hormonell entschuldigt.
Hier kommt jetzt die Gesichtsfarbe zum Zuge. Selbst der softeste Softie erscheint mit goldbronzenem Teint wie ein griechischer Gott, denn anders kann ich mir die Forschungsergebnisse nicht erklären.
Wie im Tierreich gehen die Menschenmännchen dazu über, mit prächtigen Farben zu beeindrucken, was enorme Auswirkungen auf die Kosmetikindustrie haben wird, denn in Zukunft wird sich keine Frau mehr schminken müssen. Das übernehmen dann die Männer!
7. Februar 2012
Spruch des Tages:
Jegliches Denken scheint sich im Nach-Denken zu erschöpfen.
http://t.co/W0k91IK2 Dementenwg`s http://t.co/7vkwZq4v
http://t.co/hyV8Fc4Z Dementenwg`s
Da hat der Gesundheitsminister von der FDP einmal mehr eine Spitzenidee gehabt!
Er fordert, dass pflegebedürftige ältere Menschen Wohngemeinschaften bilden sollten, und er hat dabei vornehmlich diejenigen im Auge, die an einer Altersdemenz leiden.
Diese Wohngemeinschaften stelle ich mir sehr kurzweilig vor, zumal sich die Leute dann jeden Tag neu gegenseitig vorstellen müssen.
Es kann aber auch sein, dass Bahr die verbliebenen FDP-Wähler damit meinte, denn diese sind ja nachweislich dement und passen ganz bequem in eine einzige Wohngemeinschaft.
Hier kommen jetzt wieder die von der Linken geforderten Kiffer-Klubs ins Spiel, denn wenn man diese mit den Altenwohngemeinschaften kombiniert, wäre ich die Erste, die sich dort anmelden würde.
Gerade im Alter sollen Drogen der reinste Segen sein. Keine Gelenkschmerzen, Appetit wie ein zum Tode Verurteilter bei seiner Henkersmahlzeit- was will man mehr?
Wie Freud bereits ausführlich lehrte, bringt Kokain die „grauen Zellen“ richtig noch einmal in Schwung und vorbei sind die Gedächtnislücken.
Zu befürchten bleibt allerdings, dass Frauen ihre Männer erst einmal sehr sorgfältig ins Grab pflegen, bevor sie sich einer derart lustigen Truppe anschließen.
Welche Rentenersparnis das brächte!
Wie einstmals die Klöster, die sich aus gutem Grund hauptsächlich mit dem Brauen von Bier und dem Weinanbau beschäftigten-sogar der Kaffee wurde von einem Mönch entdeckt-! werden den Altenwohngemeinschaften große Flächen zugeteilt, die dem Anbau von Hanf und Kokapflanzen dienen werden.
Da stört es auch nicht weiter, wenn die Riester-Rente im Endeffekt weit weniger üppig ausfällt als eigentlich zugesagt.
Wie der Volksmund bereits in sein Repertoire aufgenommen hat: „Ich will keine Riester-Rente, ich will Riesters Rente“!
Die Pflegeversicherung wird überflüssig, denn die pflegenden Angehörigen gehen freiwillig mit in diese Einrichtungen. Wie man sieht, sind die politischen Folgen von Bahrs Vorschlag durchgehend positiv, wenn man sie mit dem Vorschlägen der Linken nahtlos zusammen fügt.
Bleibt also nur zu hoffen, dass bei den nächsten Bundestagswahlen eine tiefdunkelrot-gelbe Regierungskoalition an die Macht kommt.
6. Februar 2012
Spruch des Tages:
Die erste Lebenshälte drängt uns zur Peripherie, die zweite holt uns ins Zentrum zurück.
http://t.co/W0k91IK2 Staatenhenker http://t.co/FciD06GD
http://t.co/hyV8Fc4Z Staatenhenker
Sorry, ich meinte natürlich Staatenlenker. Allen voran der syrische Staatspräsident Assad, dem nun vom Sicherheitsrat-mit Ausnahme von China und Russland natürlich-das Prädikat 007 verliehen wurde, von dem jedermann weiß, dass dies die Lizenz zum Töten ist.
Diesem Präfix ist Assad in den letzten elf Monaten mehr als gerecht geworden, hat er doch über 7000(!) seiner Untertanen massakrieren lassen. Die Nacht in Homs hat wieder etliche Tote und Verletzte eingebracht und mehr als einen drohenden Zeigefinger bringt die UN nicht zustande.
Den Russen geht es um florierende Waffengeschäfte mit Syrien, deshalb die Weigerung Sanktionen gegen Assad in Kraft zu setzen und, um ein ganzes Volk auszurotten, braucht es eine Menge Waffen.
Den Chinesen geht es-dreimal dürfen sie raten-um Öl und Gas, wer hätte das gedacht?
Es geht immer um pekuniäre Interessen, eigentlich nichts Neues, aber immer wieder neu durch seine brutale Realität. Unsereins fühlt sich genau so lange schlecht, bis die Berichterstattung über das Leiden eines Volkes in den Nachrichten vorbei ist. Danach gehen wir zur Tagesordnung über und vergessen Syrien bis zur nächsten aktuellen Meldung über weitere Todesopfer.
Nach dem Motto: „Der werfe den ersten Stein“, sind wir alle nicht frei von Schuld.
Aber, was können wir tun?
Es öffentlich machen, immer und immer wieder! Unsere Aufmerksamkeitsspanne länger als einige Fernsehminuten währen lassen.
Den Oppositionellen im Land das Gefühl geben, dass sie gehört und nicht vom Rest der Welt vergessen werden.
Das ist so wenig, aber doch viel mehr als wir im Moment tun. Hinschauen und solange nicht mehr weg sehen, bis alle Missstände aufgezeigt sind. Mithilfe der neuen Medien die Verbindung zu den Opfern dieses Terrorregimes aufrecht erhalten.
Die Fotos und Aufzeichnungen ihrer Leiden öffentlich machen und darin nicht nachlassen.
Allein das Wissen darum, dass die Welt mitfühlt, ihre unbedingte Solidarität, kann Stärke verleihen.
Dies hört sich jetzt zwar sehr pathetisch an, aber was bleibt uns sonst?
Es sind immer die Vergessenen, die uns anklagen, weil unsere Aufmerksamkeit nicht weiter als „unsere Nasenspitze reicht“, wie die Geschichte zeigt.
Die „Was geht mich das an? -Haltung“ sitzt tief in uns drin und ist im Zeitalter der Globalisierung ein Anachronismus, der so nicht mehr aufrecht erhalten werden kann und darf.
3. Februar 2012
http://t.co/5cFlFbQk Ägypten http://t.co/ucuMQTZB
http://t.co/hyV8Fc4Z Ägypten
Das Ende aller Diplomatie endet im Krieg. Dass es auch in einem Fußballspiel enden kann, war mir völlig unbekannt.
Aber, man lernt gerne noch dazu. Port Said setzt neue Maßstäbe, was die Auseinandersetzung zwischen politischen Gegnern betrifft. Über 70 Tote, mehr als eintausend Verletzte ist die Bilanz eines FUßBALLSPIELES!
Warum führen wir überhaupt Kriege, wenn man dasselbe Ergebnis mit einer einfachen sportlichen Veranstaltung erzielen kann?
Welche Ersparnis beim Militäretat!
Abgrundtief feindliche Gruppen wählen jeweils elf Spieler aus, die gegeneinander antreten, und die dazu gehörigen Fans erledigen dann den Rest!
Atombombe unnötig! Militärs unnötig! Panzer und das ganze drum und dran eines Krieges vollkommen unnötig!
Wer jemals daran gezweifelt hat, dass der Islam eine fortschrittliche Religion ist, wird hier eines Besseren belehrt.
Die Engländer werden sich diesem Konzept sofort anschließen, denn „Good old Britania“ hat schon einige Versuche in dieser Hinsicht erfolgreich propagiert.
Der Ruhrpott hängt da noch ein wenig hinterher, aber ich denke, er wird ebenfalls diese positive Entwicklung von der Politik zum Sport gerne aufnehmen.
Wenn Schalke gegen Dortmund antritt, ist man es ja nicht anders gewohnt, dass da Tote und Verletzte anfallen, was natürlich auf den kriegerischen Ursprung der christlichen Religion zurück zu führen ist.
Dem Papst fehlt auch ein wenig Feuer in dieser Hinsicht, denn er könnte sich durchaus zum absoluten Bayernfan entwickeln und exkommuniziert alle gegnerischen Vereine und deren Anhänger.
Die Amerikaner sind da schon einen Schritt weiter, denn deren Laune orientiert sich am Wohl und Wehe der heimischen Baseball- und Footballmannschaften. Warum die USA überhaupt noch Kriege führen, ist mir schleierhaft.
Was für ein Erfolg der Evolution, wenn kriegerische Auseinandersetzungen nur noch in Sportstadien ausgeführt werden!
Die Anzahl der Toten bewegt sich in einem tolerablen Bereich und die Verletzten stecken wir so weg.
Nur ein Problem muss noch in Erwägung gezogen werden, denn wer will bei diesen Auseinandersetzungen Schiedsrichter sein?
Da wären dann Imame, Geistliche und oberste Bundesrichter gefragt, notorische Weltverbesserer, naive Gutmenschen wie die Grünen und die Linken kämen dann auch richtig zum Zuge.
Dann könnten sie endlich lernen, zu was der Mensch an sich fähig ist.
2. Februar 2012
Spruch des Tages:
So richtig gut fühlt man sich, wenn man jemanden nach Herzenlust schlecht machen kann.
http://t.co/W0k91IK2 Alzheimer http://t.co/VJ8udOUW
http://t.co/BuX6d6l5 Alzheimer
Was ist das für ein Tanz um mich herum?
Wer bin ich und was waren meine Ziele?
Vorsichtig tastend, denn sonst gelte ich als dumm,
spiele ich mit, im komplizierten Spiele.
Wer sind die Menschen, die ich täglich sehe?
Mein Spiegelbild ist völlig unbekannt.
Wer wagt sich da in allernächste Nähe?
Bei welchem Namen hat er mich genannt?
Ist das mein Bett, in dem ich Nächtens ruhe?
Und die Person, ganz nah und neben mir?
Tief eingeschlossen, geheimnisvolle Truhe,
hatte je den Schlüssel ich dafür?
Ist Heute, Heute oder Morgen?
Oder ist Gestern? – Zeitverzicht.
Hatte ich je Kummer oder Sorgen?
Ich weiß, ich weiß, ich weiß es nicht.
Der Mann im weißen Kittel-gut?, oder doch nur böse?
Der fremde Mensch, der stets mich zu ihm bringt,
will er, dass man ich erlöse?,
weil mir das Leben nicht gelingt.
Wie kann ich denken?- Keine Worte.
Lebe ich, oder bin ich lang schon tot?
Die vielen Zettel, die ich horte,
sind sie ein Ausweg aus der Not?
Ich, ich, ich, wer sagt das Wort?
Wer ist dies ich, das zu mir spricht?
Nicht in mir, doch an welchem Ort?
Ich weiß, ich weiß, ich weiß es nicht.
Das Tage-Nächte-Karussell dreht sich,
dreht sich, dreht sich rund,
mal ist es dunkel und dann hell,
die Zeit zieht-wen?-in ihren Schlund.

Elke Balthaus-Beiderwellen •

11:36 •

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1. Februar 2012
Spruch des Tages:
Die Zukunft liest man nicht aus dem Kaffeesatz, sondern aus der bitteren Neige eines Glases.
http://t.co/W0k91IK2 Absoluter Nullpunkt http://t.co/DTHHaF5E
http://t.co/hyV8Fc4Z Absoluter Nullpunkt
Sie ist wieder da, die gefühlte Temperatur! Zwar wundert sich jeder in Deutschland darüber, dass im letzten Monat des Hochwinters eben Winter herrscht, aber das stört die Witterung natürlich wenig. Der eiskalte Ostwind führt bei mir dazu, dass die gefühlte Temperatur für mich bei -273,15° Celsius liegt, was auch 0° Kelvin entspricht, also dem absoluten Nullpunkt. Dass meine Stimmung noch nicht dort angekommen ist, liegt am strahlend blauen Himmel und an der Sonne, die mir beim Hinaussehen suggerieren, es wäre bereits Frühling, die aber vom Außenthermometer Lügen gestraft werden. Wobei Außentemperaturfühler an und für sich ihren Sinn verloren haben, denn es geht, wie eingangs erwähnt, nicht mehr um objektiv gemessene, sondern um subjektiv gefühlte Temperaturen.
Während ich dieses schreibe, sehe ich wiederholt aus dem Fenster und sehe meinen bereits reichlich mit Knospen versehenen Kamelien beim Frieren zu. Jede Knospe eine kleine Kameliendame, wenn man so will, denn diese Dame wurde ja auch schwindsüchtig dahin gerafft, wenn man Alexandre Dumas Glauben schenken will. Lauter Greta Garbos, die vorwurfsvoll im Eiseswind hin und her schwanken. Ich hatte die Wolldecken schon in der Hand, brauche sie aber IM Haus selber, und, so weit geht meine Liebe zur Flora denn doch nicht.
Aber ich war ja noch bei den gefühlten Temperaturen. In jedem Nachrichtenmagazin überschlagen sich die Meteorologen mit rekordverdächtigen Minusgradschätzungen.
„Wenn es sich um ein Hochtal handelt, ein wenig Schnee liegt, jedoch mehr als zwei Zentimeter, der Wind schnurgerade aus Sibirien kommt, dann können gefühlte(!) -30°C entstehen“, vernahm ich heute Morgen von einem Angehörigen der Wetterzunft und habe mir daraufhin sofort eine zweite Strickjacke angezogen.
„Ich habe die Kälte aber schon vor 14 Tagen vorausgesagt, denn die Maulwurfshaufen in meinem Garten sind höher als gewöhnlich, sodass auch die Maulwürfe mit strengen Bodenfrost gerechnet und sich tiefer als gewöhnlich eingegraben haben“, hörte ich weiter. Wobei sich mir die Frage aufdrängte, warum überall im Land teure meteorologische Stationen betrieben werden, wenn wir einfach nur die Maulwürfe beobachten müssen.
Meine dummen Kamelien waren nicht so schlau, was natürlich daran liegen kann, dass wir keine Maulwürfe im Garten haben.
Jedem, der bei diesem Wetter draußen tätig ist, wird zurzeit ein Mikrofon vor die Nase gehalten, vor allem natürlich den Marktbetreibern. Ein herrlicher Beweis dafür, in was für einem weitgehend sorgenfreien Land wir eigentlich leben, wenn der einzige Aufreger ist, dass im Winter, Winter herrscht.
Selbst die öffentlich-rechtlichen Sender widmen in ihren Nachrichten den gefühlten Temperaturen kostbare Sendezeit. Ich erfahre, dass den Zooelefanten Füße und Ohren mit Babyöl eingepinselt werden, damit diese nicht rissig werden und womöglich sogar abfrieren. Bei Eisbildung werden die Elefanten natürlich in ihren Häusern gehalten, da es sehr schwer ist, einen Elefanten aus einem unfreiwilligen Spagat wieder hoch zu hieven, das sehe ich natürlich ein, hätte aber trotzdem gerne etwas mehr über die Lage in der übrigen Welt erfahren.
Aber es kam noch schlimmer!
Die gefühlten Temperaturen sind für eine hochempfindliche Spezies noch viel niedriger als für Mensch und Tier.
Autobatterien!
31. Januar 2012
Spruch de Tages:
Ohne Innenwelt wird man zum Gejagten der Außenwelt.
http://t.co/W0k91IK2 Containern http://t.co/JTER461g
http://t.co/hyV8Fc4Z Containern
Die Mittelschicht hat eine neue Sportart entdeckt. Sie bringt drei Dinge auf einmal, wie die berühmt-berüchtigten Eier: Spannung, Sparen, Speisen!
Die Rede ist hier von containern, auch mülltauchen genannt. Bei Nacht und Nebel schleichen sogar gut situierte Bürger in die Hinterhöfe der Supermärkte-bevorzugtes Ziel sind übrigens Bioläden- und durchforsten die Mülleimer nach Essbarem. Die Ausbeute ist reichlich, sogar der Feinschmecker-was für ein idiotisches Wort, wie mir gerade auffällt- kommt hier auf seine Kosten, denn durchaus noch genießbare Lebensmittel werden bei uns in Deutschland zuhauf einfach weggeworfen.
Da findet sich edles Gemüse, exotisches Obst, der Inhalt ganzer exquisiter Käsetheken wird entsorgt und macht die nächtlichen Höfe der Geschäfte, die sich auf nicht ganz so gängige Lebensmittel spezialisiert haben, zum Gratismarkt für diejenigen, die ihn eigentlich nicht bräuchten.
Während sich die wahrhaft Bedürftigen in den sogenannten Tafeln mit dem Nötigsten versorgen-natürlich auch Restbestände-.
Mit Staunen habe ich gestern den Bericht über containern, bzw. mülltauchen, verfolgt. Mir, wie jetzt hoffentlich auch meinen Lesern, stellt sich da doch zwangsläufig die Frage, in was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, die es sich leisten kann, mehr als ein Drittel aller Nahrungsmittel einfach so auf den Müll zu werfen?
Für diejenigen, die es noch immer nicht verstanden haben, Haltbarkeitsdaten auf Lebensmittelverpackungen sind MINDESThaltbarkeitsdaten.
Eine Predigt, die ich beinahe täglich meiner Familie halte, wenn der einen Tag über der Zeit befindliche Joghurt angewidert in den Mülleimer wandern soll. In diesem Sinne bin ich schon lange ein Mülltaucher, ohne es gewusst zu haben! Denn alles, was abgelaufen ist, landet in meinem Magen und, da ich bislang noch nicht verendet bin, geht auch keine unmittelbare Gefahr von den Dingen aus, die ich da im Laufe eines Monats so zu mir nehme.
Natürlich kaufe ich bevorzugt Lebensmittel, die bereits abgelaufen sind, besonders, wenn ich meine Brille beim Einkauf nicht dabei habe, was den Argwohn meiner Familie in Bezug auf Haltbarkeitsdaten ins Unermessliche gesteigert hat. Natürlich gebe ich mein Versäumnis nicht zu, da esse ich doch lieber mit stoischer Miene alles auf, dessen Daten ich, aufgrund meiner Fehlsichtigkeit, im Laden einfach nicht entziffern konnte.
Gerade durch diese Taktik bin ich ja gerade „vom Saulus zum Paulus geworden“, denn, was ich da esse ist absolut genießbar und von der Qualität her einwandfrei. Gelegentlich-bitte nicht weitersagen-etikettiere ich sogar um, indem ich das originäre Haltbarkeitsdatum in passender Farbe überschreibe. Zur Altersfehlsichtigkeit kommt ja auch die Altersvergesslichkeit, gerade in Bezug auf die Brille, wenn man das Haus verlässt.
Jedenfalls werde ich mir beim heutigen Einkauf eine richtig gute Taschenlampe besorgen, mehr nicht! Den Wecker werde ich mir auf 2.00 Uhr in der Nacht stellen, leise aufstehen, mich ebenso leise anziehen und dann mülltauchen gehen. Mal sehen, was die örtlichen Container so bieten. Vorher muss ich natürlich noch Erkundigungen einholen, ob man bei diesen nächtlichen Streifzügen eine Bankräubermaske braucht, oder ob es reicht, sich das Gesicht zu schwärzen.
30. Januar 2012
Spruch des Tages:
Der religiös befeuerte Hass schlägt den “normalen” um Längen.
http://t.co/Yl5C8a9q Doping http://t.co/yGu0uAdf
http://t.co/Yl5C8a9q Doping
Welche Überraschung! Sportler dopen! Wer hätte das gedacht?!
In Erfurt wurde reichlich Blutdoping betrieben, wie jetzt zum blanken Staunen und Entsetzen für jedermann heraus kam.
Dem Sportler wird Eigenblut entnommen, das ihm nach einiger Zeit wieder infundiert wird. Die Blutentnahme erhöht den Spiegel eines Stoffes, der dafür sorgt, dass mehr rote Blutkörperchen gebildet werden, die, wie allgemein bekannt, für den Sauerstofftransport im Körper sorgen. Bekommt er dann die entnommenen roten Blutkörperchen zurück, verfügt er theoretisch über mehr Sauerstoffträger.
Für mich als Ärztin geht der physiologische Effekt dieser Maßnahme gegen Null, aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge.
Der Placebo-Effekt, das heißt, die Wirkung von Scheinmedikamenten ist wissenschaftlich so ausreichend bewiesen, dass ich hier nicht näher darauf eingehen muss.
Claudia Pechstein hat allen voran ihrem Namen wieder einmal Ehre gemacht, denn zweimal beim Doping erwischt zu werden, ist schon ausgesprochenes Pech.
Erfurt wird zur Hochburg des Dopings. Andreas Franke, der Sportmediziner entpuppt sich als Doping-Papst. Wahrscheinlich wurde wieder einmal die DDR-Nostalgie ein wenig übertrieben.
Was mich nur wundert, ist, dass sich überhaupt noch jemand wundert.
Persönlich bin ich für die Freigabe jeglichen Dopings-es sei denn, Minderjährige oder Tiere sind in die Sportart involviert.
Dann weiß man doch endlich, welche Chemie- und Pharmariesen offiziell bei Wettkämpfen gegeneinander antreten, und der Sieger ist dann verpflichtet, die nächsten internationalen Vergleiche zu sponsern, denn Geld genug haben sie ja.
Die olympischen Ringe würden durch das Logo des Pharmaunternehmens ersetzt, dass die besten Dopingmittel produziert, was wenigstens ehrlich wäre.
Unvergesslich ist mir der Anblick der ostdeutschen Schwimmerinnen bei der Olympiade 1972 in München, die natürlich keinesfalls gedopt waren, aber bei denen man zweimal hinschauen musste, um heraus zu finden, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelte.
Das zwischenmenschliche Kräftemessen ist schon lange zum Kräftemessen der Medikamentencocktails verkommen, wobei die Fairness natürlich als erstes auf der Strecke blieb.
Bringen wir wenigstens Ehrlichkeit und Fairness zurück. Jeder Sportler trägt ein Trikot, auf dem genau vermerkt ist, was er „eingeworfen“ hat.
Eine lebende Packungsbeilage, wenn man so will, nicht zu vergessen der berühmte Satz: Zu Risiken und Nebenwirkungen…………..
27. Januar 2012
Wie zukunft-zukunft-zukunftsvoll,
sog ich an ihrer prallen Brust.
Die stete Quelle jäh versiegt,
und so lernte ich Verlust.
Wie wiss-und wiss-und wissbegierig,
trat ich ein in diese Welt,
um äußerst schmerzhaft nur zu lernen,
Verstand siegt niemals über Geld.
Wie eifrig-eifrig-übereifrig,
versuchte ich die Welt zu retten,
um zu sehen, Weltgeschick,
entscheidet sich in schwülen Betten.
Hoffnungs-hoffnungs-hoffnungsvoll,
erwarte ich das nächste Leben,
doch die Erfahrung flüstert still,
dies wird es für dich auch nicht geben.

Elke Balthaus-Beiderwellen •

16:06 •

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Spruch des Tages:
Wenn man sein eigenes Leben gründlich gegen die Wand gefahren hat, pfuscht man ausgiebig in dem der anderen herum.
http://t.co/Yl5C8a9q Wulff http://t.co/GBL4n2r3
http://t.co/Yl5C8a9q Wulff http://t.co/aW8bYAMj
Und täglich grüßt der Bundespräsident, möchte man sagen.
Wie weit müssen seine Vertrauensumfragewerte noch sinken, bevor er ins Grübeln kommt?
Ich bin das Thema eigentlich leid, komme und komme aber nicht darum herum.
Lediglich in Niedersachsen, wohin es mich notgedrungen verschlagen hat, genießt er noch einige Sympathie, obwohl sie auch hier schwindet, wenn ich die Meinungsumfragen richtig deute.
„Salamitaktik“ wird wohl das Unwort dieses Jahres werden. Warum sie immer noch angewendet wird, trotzdem sie in den Abgrund führt, ist mir leider nicht schleierhaft, denn die Wahrheit könnte Konsequenzen haben, doch die stückweise noch viel mehr.
Wie in kleinen, so im großen, wie ich zu sagen pflege. Familiäre Heuchelei, steigert sich zur Heuchelei gegenüber Freunden. Der Chef wird sowieso belogen.
Da hat doch ein gewieftes Unternehmen im Internet ein Spiel entwickelt, damit dem Boss nicht auffällt, dass man nicht arbeitet, sondern ein Computerspiel spielt.
Es erscheinen statistische Säulen auf dem Bildschirm, denen man nicht ansieht, dass es sich um eine neue Variante von Tetris handelt.
„Der werfe den ersten Stein“ gilt nicht nur zu biblischen, sondern auch in unseren Zeiten. Insgeheim ist man empört über das eigene Verhalten und, umso mehr sich diese Empörung steigert, wird sie auf andere übertragen.
Als Blitzableiter, wenn man so will.
Die Blitzableiterfunktion ist die wichtigste unserer Tage, warum hätte Wulff wohl seinen „siamesischen Zwilling“ Glaeseker sonst entlassen sollen?
Man redet immer von „Bauernopfern“, die nichts anderes sind als Blitzableiter.
Wenn in mir ein persönliches Gewitter tobt, tue ich doch gut daran, wenigstens die Blitze von mir abzulenken, unbeachtet der Tatsache, dass, wenn sich ein Unwetter nicht an Ort und Stelle entlädt, es immer wieder kommt.
Wenn man die eigene Negativität nicht selber schultert, wird sie nach und nach zu einem Bleigewicht, das man den anderen auferlegt, weil man es selber nicht mehr tragen kann.
Federleichte Probleme werden zu tonnenschweren Unmöglichkeiten, wenn man sie nicht sofort angeht.
Was wir bis heute nicht begriffen haben-die Physiker sind uns da um Jahre voraus-ist das Gesetz der Polarität.
Wir sind immer beides: Gut und Böse, männlich wie weiblich, dunkel und hell, perfekt und chaotisch.
Wer den Teufel in sich nicht erkennt, verteufelt die anderen, was ich nicht in Anführungszeichen setzen muss, denn es stammt von mir.
26. Januar 2012
Spruch des Tages:
Weil wir nur denken können, wofür wir auch Worte haben, steuern wir auf eine Generation der… http://t.co/HUPXYaIu
http://t.co/Yl5C8a9q Nordlichter http://t.co/wv3BgY8p
http://t.co/Yl5C8a9q Nordlichter http://t.co/aW8bYAMj
Ich bin es leid!
Jetzt habe ich doch glatt zwei Nächte bei klirrender Kälte von -1 Grad halb drin, halb draußen verbracht, weil mir die Holländer- wir leben direkt an der Grenze zu Holland, wir sind von den Niederlanden geradezu umzingelt-mir prophezeit haben, auch in unseren Breitengraden wären Nordlichter zu sehen.
Nun sind die Niederländer, was das flüssige Medium Meer betrifft, in aller Welt gefragte Fachleute. Ich sage nur Costa Concordia!
Gibt es irgendwo auf unserem Planeten in den Ozeanen etwas zu retten oder zu flicken, ist man wohl beraten, wenn man sich an dieses winzige Land wendet.
„Schuster bleib` bei deinen Leisten“, sage ich nur, denn vom Himmel haben sie offensichtlich keine Ahnung! Dem Medium der Luft, wenn man so will.
Selbst meinen beiden Hunden, Winston Churchill-ein riesiger Berner Sennen-Hund und- und Richard Parker- ein winziger Jack-Russel-Mix, wurde es zu langweilig, ihr Frauchen dabei zu beobachten, eben nichts zu beobachten.
Dabei wünsche ich mir nichts mehr, als die Aurora borealis einmal in Echtzeit zu erleben.
Auf die Aurora australis, das südliche Gegenstück, kann ich gerne verzichten, weil es einen tagelangen Flug zur Folge haben würde, und ich bin nun einmal Raucher.
Der Flug zum Nordpol wäre also ebenso schwierig für mich wie der Flug zum Südpol.
Da ist man als Raucher doch mehr als glücklich, wenn einem die dortigen Naturschauspiele frei Haus geliefert werden.
In drei Decken gehüllt ,harrte ich also auf dieses für Norddeutschland ungewöhnliche Phänomen, wobei ich natürlich an die Maya dachte, die für der 21.12.20012 den Weltuntergang, verursacht durch die Sonne, voraus gesagt haben.
Persönlich denke ich zwar, sie haben sich dabei um einige Milliarden Jahre vertan, aber, was sind im Zeitalter der Finanzkrise Milliarden noch wert?
„Peanuts!“
Was unsere Banker schaffen, sich in diesem gewaltigen Nullenbereich zu verrechnen, sollte man den Maya deshalb nachsehen.
Aber ich war ja noch bei den Nordlichtern.
Früher Zeichen des Unheils, Zeichen des Wirkens der Götter. Genau wie heute, denn sie stören Fernsehsender, Internet, Handys und GPS-Satelliten. Ein richtiges Untergangsszenario, weil unsere aktuellen Götter entmachtet sind.
Je mehr man den Computern überlässt, desto größer wird der Schaden, wenn sie einmal nicht funktionieren. Kennt man noch jemanden, der weiß wie eine handschriftliche Banküberweisung funktioniert?
Kennt man noch jemanden, der weiß wie ein handgeschriebener Brief seinen Adressaten erreicht?
Kennt man noch jemanden, der weiß wie man seine Freizeit ohne Bits und Bits gestaltet?
Da wirkt sich so ein Sonnensturm natürlich ebenso verheerend aus wie in alten Zeiten.
25. Januar 2012
Spruch des Tages:
Wahrheit ist nur der zurzeit vorherrschende Irrtum.
http://t.co/Yl5C8a9q Die Linke http://t.co/BbUdn1mD
http://t.co/Yl5C8a9q Die Linke
Jeder dritte Abgeordnete der Linken wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Eine Tatsache, die unsere Justizministerin derart rasend macht, dass sie es als „unerträgliche Wahrheit“ bezeichnet, sollte wirklich es an dem sein.
Was unseren Innenminister zu der hoffnungsvollen Aussage veranlasste, im Justizministerium müsste es doch wenigsten Einen geben, der der zugehörigen Ministerin die geltenden Gesetze erklärt. Meines Erachtens handelt der Verfassungsschutz sehr bibeltreu, in dem Sinne, dass die linke Hand niemals wissen sollte, was die rechte so treibt.
Vielleicht fordert deshalb die Linke die Einführung von Kiffer-Clubs in Deutschland, in denen man ausgiebig und völlig legal, sich dem Cannabisrausch hingeben kann.
Das ist kein Scherz!
Ich kann mir nur vorstellen, dass die Partei da vornehmlich den Verfassungsschutz im Visier hat, damit er das ganze linke Vorgehen ein wenig lockerer sieht.
Die Linke muss dabei den Bundestag als ersten und größten deutschen Kiffer-Club im Sinn haben, damit mal ein wenig Bewegung in dieses sinnvernebelte Haus Einzug hält.
Bellevue wäre dann der zweite Kiffer-Club, denn unser BP kann seine Stellung eigentlich nur behaupten, wenn er permanent „auf Droge“ ist.
Es ist natürlich möglich, dass dies bereits der Fall ist, denn ich habe noch keinen Menschen erlebt, an dem jeder Vorwurf derart folgenlos abprallt.
Wer Geburts- und Todestage linker Diktatoren mit einer Feierstunde würdigt, muss sich nicht wundern, wenn der Verfassungsschutz kurz das linke Auge öffnet. Natürlich wäre hier das Motto des ZDF angebracht. „Mit dem zweiten sieht man besser“, wie es da so schön heißt. Dementsprechend wäre links wie rechts eine Lidamputation erforderlich.
Aber ich war ja noch bei den Kiffer-Clubs.
Endlich eine Partei die ernsthafte und volksnahe Politik betreibt!
Ich war heute Morgen, gleich nachdem ich die Forderung nach legalem Cannabiskonsum gehört hatte, kurz in meinem Garten und habe ein großes Beet für die entsprechenden Pflanzen abgesteckt, denn mit Berlin als Hauptabnehmer, schlummern in diesem Projekt ungeahnte Verdienstmöglichkeiten.
Wenn dann auch noch Brüssel nach zieht, werde ich den ganzen Garten für den Anbau von Cannabis opfern.
Die Völker Europas werden der Linken noch zu ewigen Dank verpflichtet sein, denn dann könnten sich die Politiker nicht nur dem eigenen Machtrausch, sondern einem viel effektiveren Rausch hingeben und würden uns endlich in Ruhe lassen.
24. Januar 2012
Spruch des Tages:
Manchen Menschen hat man so weh getan, dass man sie ein Leben lang meiden muss.
http://t.co/Yl5C8a9q Gottschalk live http://t.co/7aE9jvkC
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Ich wollte es mir nicht antun. Wäre ich doch nur dabei geblieben! Der tägliche Talk mit Gottschalk verkam in meinen Augen zu einer „ Dauerwerbesendung“. Kaum war das Gespräch mit Herbig so richtig schön im Fluss, kam Werbung. Also fingen die beiden immer wieder bei null an, was in einer Art von Puzzleunterhaltung endete.
Der Zuschauer konnte die Satzfetzen dann mühsam ordnen und zusammen setzen, um einigermaßen ein Gesamtbild zu erhalten. Nun ja, ich habe genau bis zur Einblendung des Wetters durchgehalten, nachdem mir der wiederholt eingespielte Werbe- Count down die Stimmung schon reichlich vermiest hatte.
Die Privaten sind wenigstens so ehrlich und kennzeichnen eine Dauerwerbesendung als solche im durchlaufenden Ticker. Die Öffentlich-Rechtlichen heucheln in diesem Punkt immer noch sehr gerne.
Irgendwie war ich auch sehr erleichtert und dankbar, für diesen, in meinen Augen misslungenen Start, da ich nun nicht von Montags bis Donnerstag um 19.20 Uhr vor der Flimmerkiste hocken muss.
Ob Gottschalk sich mit diesem Sendeplatz einen Gefallen erwiesen hat, sei dahin gestellt, denn dies ist seine Entscheidung.
Mein Wohnzimmer bleibt auf jeden Fall werbefrei.
Präsentiert wurde das ganze übrigens von Haribo-Goldbären, was mich nicht weiter überrascht hat.
Vermisst habe ich allerdings die übervolle Schale mit diesen Tierchen, aber das kommt vielleicht noch.
Die Werbebranche hat zwar verstanden, dass im Zeitalter der Fernbedienungen ein Knopfdruck genügt, um Sendungen weitgehend störungsfrei zu halten, denn warum hätten sie sonst ihre Programmunterbrechungen synchronisiert?
Was sie einfach nicht verstehen will, ist, dass witzige und intelligente Werbung vom Zuschauer sogar gerne angeschaut wird. Ich erinnere nur, an die „Witzigsten Werbespots der Welt“.
Jedes Volk bekommt augenscheinlich die Werbung präsentiert, die es verdient, und ich mag gar nicht daran denken, welches Bild der Deutschen hinter diesem langweiligen, uninspirierten Quatsch steht, der uns da serviert wird.
Aber ich war ja noch bei Gottschalk.
Löblich war nur, dass er seine Sendung zur Finanzkrisen-, Wulff- und kochfreien Zone erklärt hat.
Wenn er sie auch zur werbefreien Zone erklärt, bin ich vielleicht wieder dabei.
Wie eklatant niedrig müssen unsere Rundfunk- und Fernsehgebühren doch sein, da die ARD es nicht schafft, eine halbe Stunde Werbeenthaltsamkeit zu üben.
Wenn schon dieses Konzept, dann aber auch konsequent!
Es läuft 30 Minuten lang Werbung, die immer wieder von ein bis zwei Sätzen von Gottschalk unterbrochen wird, während der Count-down Ticker eingeblendet wird.
Das wäre wenigstens ehrlich und ließe den Zuschauer nicht mit dem Gefühl zurück, offensichtlich zum Trottel gemacht worden zu sein.
23. Januar 2012
http://t.co/Yl5C8a9q Casting-Shows http://t.co/zG9ekZx3
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Da haben wir so ein wunderbares Instrument bei der Hand und nutzen es nicht.
Kanzlerkandidaten und Bundespräsidenten stellen sich einer Jury. Dieter Bohlen und Bruce Darnell sind natürlich mit von der Partie, ebenso wie die jetzt unterbeschäftigte Supernanny und Margot Käßmann, die sich zur Moralpredigerin der Nation aufgeschwungen hat. Zumindest kann man von letzterer lernen, wie man mit Anstand zurück tritt. Die Supernanny wäre für unbedingte Wahrheitsliebe und gutes Benehmen zuständig.
Dieter Bohlen brächte angemessene Kritik an den Kandidaten ins Spiel, mach dem Motto: Du siehst scheiße aus, redest nur Scheiße, so einen oder eine wie dich brauchen wir hier nicht.
Das klärt doch sofort die Fronten!
Bruce wäre für die Tränenflut über die abgewiesenen Bewerber vonnöten. Habe ich noch ein wichtiges Jurymitglied vergessen? Aber ja, Eckart von Hirschhausen gehört als Vertreter der Rubrik Philosophie und Psychologie light unbedingt auch dazu.
Will jemand Lehrer werden, gehört er vor eine Jury aus Kids der sozialen Brennpunkte. Zukünftige Eltern werden von Kindern beurteilt, bei denen sogar die Supernanny versagt hat.
Banker gehören vor ein Gremium bestehend aus Obdachlosen und Heiratswillige vor eines aus Scheidungsanwälten.
Unzählige Fehlentscheidungen würden auf diese Weise elegant umgangen.
Der Papst müsste sich vor einer Auswahl von unbelehrbaren Atheisten behaupten, sollte er sie überzeugen, wäre er DER Mann für den Vatikan. Dass in diese Auswahl eine Frauenquote von mindestens 50% gehört, versteht sich von selbst.
Neugeborene auf den Entbindungsstationen werden von kritischen Eltern in Augenschein genommen, bevor diese entscheiden, welchen der kleinen Schreihälse sie mitnehmen wollen.
Die Möglichkeiten der Casting-Veranstaltungen sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft, wie man sieht.
Verantwortungsvolle Verbraucher holen sich doch auch eine breit gefächerte Palette von Angeboten ins Haus, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen.
Warum sollte man es bei den elementaren Dingen im Leben nicht auch tun?
Verantwortung ist das Kernthema.
Wie wir uns auch immer entscheiden an den Schlüsselstellen unseres Lebens. Wir müssen uns von vorne herein über die möglichen Folgen im Klaren sein.
Das gilt für die oben eher scherzhaft genannten Personen wie für uns alle.
Jeder ist, in diesem Sinne, seine eigene Casting-Jury!
20. Januar 2012
Spruch des Tages:
Die zunehmende Spezialisierung fördert Dilettantismus der besonderen Art.
http://t.co/Yl5C8a9q S-M-Spiele http://t.co/0sjxBwNU
http://t.co/Yl5C8a9q S-M-Spiele http://t.co/aW8bYAMj
Ha! Reingefallen!
Schwarze Phantasien sind hier nicht gefragt. Sarkozy-Merkel-Spiele schon eher.
Finanzmarkttransaktionssteuer lautet das buchstabenreiche Projekt. Sarkozy muss sie einführen, da er sich im Wahlkampf befindet, während Angie noch darauf hofft, dass ihr die zweiprozentige FDP dieses Projekt vermasselt.
Die Schweden haben es schon einmal ausprobiert, scheiterten aber an den Ratten, die das sinkende Schiff zuerst verlassen. Also weltweit, oder gar nicht, möchte man S-M zurufen.
„Splendid isolation“, lautete schon immer die Maxime der Briten in Bezug auf die ganze Welt. Sie wären die Gewinner einer solchen Steuer, weil sie nicht im Traum daran denken, sie einzuführen.
Wieder einmal triumphiert Geldgier über die reine Vernunft.
„Business as usual“, wenn man so will.
Die Vernunft zieht sich deswegen immer weiter zurück, weil sie sich nicht bezahlt macht.
Ein Emanuel Kant konnte noch die menschliche Vernunft einfordern, weil sie noch nicht an das Geld gekoppelt war.
Irgendwann, in nächster Zukunft, werden wir feststellen müssen, „Dass man Geld nicht essen kann“.
Geld treibt uns und verbleibt uns am Ende aller Zeiten.
Vielleicht werden wir die Gerippe der Bäume mit Banknoten dekorieren. Vielleicht werden wir auf den verseuchten Meeren irgendwann einmal laufen können.
Wann werden wir verstehen, dass die Erde ein lebender Organismus ist?
Alles strebt der Mitte, dem Gleichgewicht zu, nur der Homo sapiens steht sich selber im Weg. Sollte er Mutter Erde im Weg stehen, sind die Folgen nicht absehbar.
Was wir eigentlich verdient hätten, denn wir haben einen wunderbaren Planeten geschenkt bekommen, wissen aber heute und blöderweise in Zukunft nicht, dieses Geschenk zu würdigen.
Ich will jetzt und hier nicht die bereits mehrfache Version des Krebsgeschwürs der Erde erwähnen, komme aber nicht darum herum.
Genau so wenig, wie wir den Insekten sagen würden, wie sie es besser machen könnten, wird Gott das mit uns tun.
Wobei die Insektenstaaten eigentlich wunderbar funktionieren, besser als unsere jedenfalls.
Wir könnten erkennen, was wir tun, tun es aber nicht, weil es viel zu anstrengend wäre. Die Vernunft ist ein Substrat in unseren Köpfen, das die Evolution vollkommen sinnlos eingebaut hat.
19. Januar 2012
Spruch des Tages:
Sturheit wird von Beharrlichkeit nur durch den schmalen Grat der Vernunft getrennt.
www.wunderlichewelten Beharrlichkeit
www.wunderlichewelten Beharrlichkeit
Zwischen Sturheit und Beharrlichkeit liegt nur der schmale Grat der Vernunft.
Diesen Spruch sollte man unserem BP um die Ohren hauen!
Ich habe lange überlegt, ob ich mir im Internet das Frage- und Antwortspiel mit über zweihundert Fragen und den Antworten des BP antun soll.
Ich habe darauf verzichtet, denn ein kurzer Blick in seine Augen, zwei Sekunden nach dem Anfang seines unglücklichen Fernsehinterviews, genügte mir.
Wobei sich mir natürlich die Frage aufdrängte, in welchem Lebensalter entsteht eigentlich die Zäpfchenform des typischen Politikers.
Ist sie angeboren?
Oder entsteht sie durch den Schleifvorgang, der von statten gehen muss, will man sich aus der Lokalpolitik zu nationaler Bedeutung aufschwingen?
Braucht man genetische Grundvoraussetzungen, um Politiker zu werden?
Wenn ja, dann sind die Chromosomen auf einem völlig falschen Weg.
Wir alle lechzen nach Führernaturen, die uns sagen, wo es lang gehen soll. Die Geschichte ist voll davon, im guten, wie im schlechten Sinne.
Wir sind dankbar für jeden, der uns das eigenständige Denken abnimmt und unsere Interessen dort vertritt, wo wir viel zu feige sind, dafür einzustehen.
Der Leitwolfgedanke ist aus unseren Genen noch nicht heraus „gemendelt“.
Warum eine Schafherde ausgerechnet einem Wolf die Verantwortung überlässt, ist mir schleierhaft.
Es gibt eben nicht genug „schwarze Schafe“!
Ein „schwarzes Schaf“ zu sein, hat immer noch einen Beigeschmack der Negativität, aber so war und ist es im Bereich der Weiterentwicklung immer. Wer neue Gedanken einbringt, ist ein Kuriosum, wenn er Glück hat, denn wenn er zu nachdrücklich wird, wird die Menge ihn schlachten.
Dabei brauchen wir Querdenker mehr denn je.
Die Konformen haben es geschafft, unsere Erde an den Rand der Katastrophe zu bringen, die Nicht-Denker allen voran.
Es wäre wirklich an der Zeit, zu überlegen, ob wir als Schafherde wirklich einen Wolf als Hirten brauchen.
18. Januar 2012
Spruch des Tages:
Eine einzige Ausnahme bricht jede Regel.
http://t.co/Yl5C8a9q Gestammelte Weisheiten http://t.co/R3LFi6TY
Der Spruch des Jahres 2012 steht für mich bereits fest. Er stammt
vom ungarischen Regierungschef Viktor Orban.
„Wir werden uns der Macht und nicht den Argumenten beugen“,
sagte er in Bezug auf die EU. Was zwingend voraussetzt, dass dem ungarischen
Volk, plötzlich und unerwartet, die Denkfähigkeit abhanden gekommen ist. Der abrupte
„Rechtsruck“ des Balkanstaates ist nur ein weiteres Indiz.
Platz zwei bei den Sprüchen stammt vom Kapitän der Costa
Concordia. Hoch und trocken in Sicherheit sitzend, fragte er den Mann von der
Küstenwache: „Wie viele Leichen sind es denn?“ Der fassungslose Adressat konnte
nur noch schreien: „Das müssen Sie doch wissen, es ist doch Ihr Schiff!“
Immerhin ist die italienische Regierung so schlau, sofort
einen Drogentest bei diesem geistig verwirrten Mann anzuordnen, was sich beim
ungarischen Volk etwas schwierig gestalten würde.
Platz drei belegt unser BP Wulff. „Ich werde in Zukunft ein
guter Bundespräsident sein“, äußerte er sich bei seinem Fernsehinterview.
Wann beginnt diese Zukunft, werden sich nicht nur Deppendorf
und Schausten gefragt haben. Jedenfalls war die gute Bettina von dieser
demütigen Verteidigungsrede derart aus dem Konzept gebracht, dass sie einen
Fauxpas beging, indem sie behauptete, für die Übernachtungen bei Freunden stets
zu bezahlen. Man muss es der Journalistin nachsehen, denn die Ausführungen
Wulffs hätten den größten Rhetoriker Deutschlands aus dem Konzept gebracht. Ob
Wulff nun einen Drogentest absolvieren muss, entzieht sich jetzt meiner
Kenntnis.
Mein Bruder teilte mir gestern telefonisch mit, wenn Wulff
demnächst erwähnen sollte, der Repräsentant aller Deutschen zu sein, möchte er
namentlich mit Angabe der Adresse als Ausnahme benannt werden. Dem würde ich
mich natürlich sofort anschließen.
Das Jahr 2012 scheint das Jahr der Sprücheklopfer zu werden.
Noch keinen Monat alt, schon hagelt es Eseleien. Ich werde natürlich am Ball
bleiben, um mir keine davon entgehen zu lassen.
Außer Konkurrenz für den Spruch des Jahres läuft Gregor Gysi
mit, der harte Bedingungen für eine eventuelle Koalition mit der SPD stellt,
ohne sich vorab erkundigt zu haben, ob diese überhaupt koalieren will. „Abschaffung
von Hartz IV, eine bezahlbare Gesundheitsreform und das Ende aller
Kriegseinsätze“ sind nur ein Ausschnitt aus seinem Forderungskatalog.
Ich sage nur, Drogentest!
Jedenfalls fällt mir das Versäumnis der Evolution in Bezug
auf unsere Ohren bei diesem Schwachsinn wieder einmal schmerzlich auf. Sie
schenkte uns lediglich Augenlider, die Ohrenlider hat sie leider vergessen.
Wenn das Jahr und seine Redner allerdings weiterhin das
Hörzentrum zum Kochen bringen sollten, denke ich, sie wird es als eindeutigen
Überlebensvorteil in Erwägung ziehen, uns Ohrenlider zu verschaffen. Geben wir
ihr Zeit, das ist alles, was sie braucht.
17. Januar 2012
Spruch des Tages:
Unachtsamkeit führt immer zu Fehlverhalten
http://t.co/Yl5C8a9q Dschungelcamp http://t.co/VDA14MiQ
Im Prinzip ist das ganze Leben ein einziges Dschungelcamp.
Man muss sich also nicht, wie gewisse Z-Promis extra in ein Camp dieser Art
verbringen lassen. Fragen Sie einmal unseren BP, der ganz Bellevue als solches
empfinden muss.
Jede Warteschlange an der Supermarktkasse, jeder Stau auf
der Autobahn, jeder notorische Langsamfahrer schafft es, uns auf Primatenniveau
zurücksinken zu lassen. Wobei mir gerade auffällt, dass sich Primaten häufig
sittlicher Benehmen als der Homo sapiens.
Die drei oligopolmäßig zuschlagenden Rating-Agenturen aus den USA bringen, indem
sie einmal kurz hüsteln, ganz Europa auf die Palme, Dschungel eben.
Der Firnis der Zivilisation ist hauchdünn.
Nehmen wir einmal den Kapitän eines gewissen
Kreuzfahrtschiffes. Ein durch einen Navigationsfehler geschlagenes Leck in
seinem Luxusliner verwandelt ihn augenblicklich in eine Ratte, die als erstes
das Schiff verlässt.
Ein angedrohter Artikel und unser BP brüllt unter Umgehung
der Großhirnrinde eine fremde Mailbox voll.
Wir sind zum großen Teil noch immer Stammhirn gelenkt und
gebrauchen die, evolutionär gesehen noch sehr jungen Großhirnareale nur, wenn
wir unbedingt müssen. Jeder städtische soziale Brennpunkt ist der eindringliche
Beweis dafür wie nah wir dem Dschungel innerlich noch sind.
Paradoxerweise ist das öffentliche Interesse am
Dschungelcamp ein weiterer Beweis.
Gehen Sie einmal auf das Münchner Oktoberfest, oder besuchen
Sie am Wochenende die Hochburgen der Kegelclubs, um die Krone der Schöpfung in
voller Aktion zu sehen.
Mischen Sie sich in der Zeit von Weiberfastnacht bis
Aschermittwoch unter die Bevölkerung der Rheinmetropolen, oder besuchen Sie ein
Schützenfest in einem beliebigen deutschen Ort. Dies als Dschungel zu
bezeichnen wäre eine Beleidigung desselben.
Verfolgen Sie, die von rasender Wut angeheizten
Flaggenverbrennungsrituale in gewissen Gegenden unserer Erde einmal mit Sinn
und Verstand, da reichen 4000 Jahre Philosophiegeschichte nicht aus, um für
dieses Verhalten eine Erklärung zu liefern.
Ich möchte an dieser Stelle einmal mehr den Volksmund
bemühen. „Gefährlich ist`s den Leu (Löwen) zu wecken, verderblich ist des
Tigers Zahn, doch der schrecklichste der Schrecken, ist der Mensch in seinem
Wahn“.
Dem wäre eigentlich nicht mehr hinzu zu fügen, wäre da nicht
die schmerzliche Tatsache, dass uns die Fähigkeit der Erkenntnis, von wem auch
immer, geschenkt wurde.
Über dem Orakel von Delphi stand der Spruch: Erkenne dich
selbst und darin soll gestanden haben: Dann erkennst du Gott.
Davon sind wir noch Lichtjahre entfernt. Die Evolution ist
somit noch nicht zu Ende, da wir offensichtlich nicht das darstellen, was wir
meinen zu sein.
16. Januar 2012
Spruch des Tages:
Wer zu viel lobt, erntet mehr Fehler als nötig.
http://t.co/Yl5C8a9q 400 Fragen http://t.co/PoOgn3ku
Bei Jauch muss man nur 15 Fragen richtig beantworten und bekommt eine Millionen Euro. Unser BP
hingegen muss 400 Fragen richtig beantworten, damit er seinen Job behalten
kann. Unklar ist auch, ob er, wie bei „Wer wird Millionär“, Joker zur Verfügung
gestellt bekommt. In diesem Falle könnte er 50% der deutschen Bevölkerung anrufen,hätte aber damit gleich drei Joker auf einmal eingesetzt.
Wobei fraglich ist, ob er nach seinen unglücklichen Anrufen bei der Presse, überhaupt noch jemals zum Telefonhörer
greift.Das Bundespräsidialamt soll bereits auf das verlässlichere Morsealphabet
umgestellt haben. In den Kellern von Schloss Bellevue wird verzweifelt nach
Buschtrommeln gesucht, die vielleicht irgendein Vorgänger von Wulff von einer Auslandsreise
mit zurück gebracht hat.
Bis die Medien derart übermittelte Botschaften entschlüsselt
haben, dürfte die Amtszeit von Wulff zweimal vorbei sein und er hätte sein Ziel
erreicht.
Aber ich war ja noch bei den 400 Fragen.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, welche Inhalte mit diesem
Fragentsunami alle abgedeckt werden. Sicherlich gehören die Fragen nach
räumlicher und zeitlicher Orientierung von Wulff genauso dazu, wie die Fragen
nach den Zeitpunkten des Spracherwerbes, des Durchbruches des ersten Zahnes und
der hygienischen Sauberkeit. Auskünfte über eventuelles Bettnässen,
Schlafwandeln und Nägelkauen sind zwingend erforderlich, um frühkindliche
Störungen auszuschließen. Nicht zu vergessen, das nächtliche Verhalten während
der Pubertät und das genaue Datum des Verlustes der „Jungfräulichkeit“.
Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ein Mensch jemals
gezwungen war, sich dermaßen zu entblößen, von der dunklen Zeit der deutschen
Geschichte einmal abgesehen.
Naja, Guantanamo gehört auch in diese Kategorie. Die
Inquisition fällt mir da gerade auch noch ein. Das wäre es noch, dass jemand
auf die Idee kommt, die hochnotpeinliche Befragung zum Einsatz zu bringen.
Warum ihn nicht einfach in die Spree werfen? Geht er unter
und ertrinkt, hat er die Wahrheit gesagt. Schwimmt er trotz Betonklötzen um den
Hals, gehört er auf den Scheiterhaufen.
Wenn mir jemand so „auf den Pelz“ rücken sollte, würde ich
den guten, alten Götz von Berlichingen zitieren und fröhlich meiner Wege gehen.
13. Januar 2012
Spruch des Tages:
BMI heißt: Bin-Mein(eigenes)-Ideal.
http://t.co/Yl5C8a9q BMI http://t.co/QRv8Sdlt
Er ist in aller Munde, der Body-Mass-Index. Gewicht geteilt
durch das Quadrat der Körpergröße. Weil viele von uns mit dieser einfachen
Rechenoperation bereits überfordert sind, brauchen wir einen BMI-Zähler.
Diese Zähler werden hauptsächlich an Menschen verkauft, die
die Langversion von BMI geistig nicht zustande bekommen, geschweige denn, dass
sie wissen, wie man auf einem einfachen Taschenrechner zum Quadrat hinbekommt.
Aber wichtig ist er, der BMI, teilt er uns doch in Schlanke
und Übergewichtige ein. Jedes Jahr wird eine neue Sau in Bezug auf unser
Schönheitsideal durch das Dorf getrieben und wir machen mit!
Vom Idealgewicht-Körpergröße-100 bei Männern, bei Frauen
noch einmal-15%, ungerecht, wie ich finde, zum Wohlfühlgewicht -ist mir doch
scheißegal, was ihr von meiner Figur haltet- sind wir jetzt bei der BMI-Tabelle
gelandet.
Bei einem Wert von 25 aufwärts stehen wir bereits mit einem
Bein im Grab, egal, wo sich die Fettpolster auch befinden. Bei Frauen sind sie
an den Oberschenkeln und am Bauch unterhalb der Taille genetisch bedingt, da
sie als Nahrungsmittelreserven für zukünftige Schwangerschaften eingeplant
sind.
Männer kommen da nicht so gut weg, denn der Bierbauch
oberhalb der Taille ist beim besten Willen keine Schwangerschaftsreserve.
Was bedeutet, die Birnenform ist von der Natur vorgegeben,
die Apfelform hingegen nicht, was mich zu dem Dilemma bringt, warum
ausgerechnet Frauen sich Sorgen um ihr Gewicht machen, denn ihre Form ist von
Mutter Natur so gewollt.
Männer gehen das gelassener an, seitdem sie nicht mehr
hinter jedem Steak hinterher jagen müssen. Ihre Apfelform macht jeden Versuch, ein
pfeilschnelles Tier einholen zu wollen, von vorne herein illusorisch.
Darauf trinken sie gemütlich noch ein weiteres Bier, während
sich die Ehefrau verzweifelt in die Oberschenkel kneift, die in ihren Augen
natürlich zu fett sind.
Schwestern, legt euch entspannt zurück, denn die heutigen
Supermodells wären früher gnadenlos verhungert und hätten niemals ein gesundes Kind
zur Welt gebracht.
Was sie heute auch noch nicht tun, denn ein lebender
Kleiderbügel ist mit diese Aufgabe heillos überfordert.
Andererseits muss ein derartiges Knochengestell nur aus
Versehen eine einzige Erbse verschlucken und sieht aus, wie im sechsten Monat
schwanger.
Weibliche Formen entstehen durch weibliche Fettreserven, die
wir heute mehr als damals brauchen, da unser Jäger und Sammler vom eigenen
Gewicht wie festgenagelt, träge im Sessel herum döst.
Für mich heißt die Langversion von BMI: Bin-Mein-(eigenes)-Ideal.
12. Januar 2012
Das Leben ist hart und unbarmherzig,
wir leben, das ist unser Programm,
der DNS, wie Tiere schleichend,
streben wir unser Ende an.
Instinkte, getarnt durch dünnen Verstand,
der Sex bringt die Gene nur voran,
täuschend und tricksend halten sie uns,
auf unserer vorbestimmten Bahn.
Wir denken nur, dass wir selber denken,
das ist die List der Mutter Natur.
Wir sind simple Tiere, mit Kleidern versehen,
von Hochkultur zu Hochkultur.
Wir können schreiben, gelegentlich rechnen,
erklären uns das große All,
ersticken in Trieben, die tägliche Schlinge,
denn unserem Hochmut gebührt der Fall.
Wir sind die Giganten, die nichts überragen,
Parasiten am Wege zum wirklichen Ziel.
Wir stören nur kurz in allen Äonen,
als Zeitvertreib, als Kinderspiel.

Elke Balthaus-Beiderwellen •

15:53 •

Allgemein •
Comments (1)
Spruch des Tages:
Selbst bei einem Sprint sollte man sich gelegentlich umsehen, ob einen überhaupt noch Gegner verfolgen.
http://t.co/Yl5C8a9q Juchtenkäfer http://t.co/5RmxhR0r
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